Vorraussetzungen fürs Visum schicken.

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2 Antworten

Erst einmal kommt es darauf an, ob die Person in Pakistan genuegend eigene Mittel nachweisen kann, um die Reise und alle mit dieser verbundnenen Kosten selbst problemlos bezahlen zu koennen. Wenn ja, hast du als einladende Person nichts weiter damit zu tun. Wenn aber nicht, kommt die sog. "Verpflichtungserklaerung" ins Spiel.

Die Verpflichtungserklaerung musst du gegenueber der fuer deinen Wohnort zustaendigen Auslaenderbehoerde abgeben. Mit dieser verp[flichtest du dich, fuer alle im Zusammenhang mit dem Aufenthalt der eingeladenen Person stehenden Kosten selbst aufzukommen. Diese Erklaerung ist nicht zeitlich auf die Dauer des beabsichtigten Aufenthalts bzw. die Gueltigkeitsdauer des Visum begrenzt sondern erstreckt sich ausdruecklich auf den gesamten Zeitraum bis zur tatsaechlichen Ausreise (z.B. wenn die Person laenger bleibt als sie darf). Sie kann nicht zurueckgenommen werden und beinhaltet ausdruecklich auch evtl. anfallende Abschiebungskosten.

Die zustaendige Auslaenderbehoerde wird eine Verpflichtungserklaerung nur annehmen, wenn du finanziell auch in der Lage bist, im Ernstfall der eingegangenen Verpflichtung auch nachzukommen. Du musst also ueber ein entsprechendes Einkommen und/oder Vermoegen verfuegen. Wie hoch das Einkommen mindestens sein muss, weiss ich nicht. Ich glaube aber mich zu erinnern, dass es mindestens irgendwo um die 1.500 Euro/Monat liegen duerfte. Ersatzweise akzeptieren die Auslaenderbehoerden wohl meist auch Bargeldhinterlegungen in entsprechender Hoehe (mehrere Tausender). Ausserdem ist nachzuweisen, dass man ueber ausreichenden Wohnraum verfuegt, um die eingeladene Person beherbergen zu koennen.

Sind die bisher genannten Voraussetzungen geklaert, geht es bei Antragstellern aus zahlreichen Laendern - darunter vermutlich auch Pakistan - mit der Glaubhaftmachung der Rueckkehrwilligkeit los. Die Anforderungen hieran sind von land zu Land unterschiedlich streng. Pakistan duerfte aber wohl zu den Laendern gehoeren, bei denen die Latte besonders hoch haengt und grundsaetzlich erst einmal die Vermutung besteht, der Antragsteller wolle nicht rechtzeitig wieder ausreisen. Diese Vermutung gilt es dann zu entkraeften.

Merkmale, die fuer eine rechtzeitige Rueckkehrwilligkeit sprechen koennen, sind u.a. ein schon seit laengerem bestehendes festes Arbeitsverhaeltnis im Heimatland, enge familaere Bindungen im Heimatland, relevanter Grundbesitz oder andere an das Heimatland gebundene Vermoegenswerte u.s.w. Alles, was fuer eine tiefe persoenliche und/oder wirtschaftliche Verwurzelung im Heimatland spricht, bringt hier Pluspunkte.

Dabei kommt es aber natuerlich darauf an, dass der Vortrag in sich schluessig ist. Die Mitarbeiter der Visumabteilungen sind gut darin geschult, Widersprueche im Gesamtvortrag aufzudecken. So ist es zum Beispiel wenig glaubhaft, wenn eine in einem festen Arbeitsverhaeltnis stehende Person gleich die maximal moegliche Aufenthaltsdauer von 3 Monaten beantragt. Schliesslich ist es aeusserst unwahrscheinlich, dass diese Person wirklich so viel Urlaub erhalten wird. Auch sind auffaellige Geldeingaenge auf dem Konto des Antragstellers stets verdaechtig. Dann entsteht leicht der Verdacht, ein "Sponsor" habe dem Antragsteller diese Mittel voruebergehend zur Verfuegung gestellt, damit dieser moeglichst hoehe eigene Mittel vortaeuschen koenne. Ueberhaupt kommt es bei dem Kontoguthaben nicht so sehr auf dessen Hoehe an, sondern vielmehr auf Regelmaessigkeit und Plausibilitaet der Geldeingaenge.

Es ist also stets darauf zu achten, dass die vom Antragsteller vorgetragenen Argumente sowie die diese stuetzenden Dokumente ein schluessiges Gesamtbild ergeben, dass dazu geeignet ist, Zweifel an der Rueckkehrwilligkeit auszuraeumen.

Weiterhin sind neben einem gueltigen Reisepass noch Nachweise ueber eine entsprechende Auslandskrankenversicherung sowie der Flugbuchung (natuerlich hin und zurueck) vorzulegen. Die erforderliche Mindestdeckungssumme der Krankenversicherung habe ich nicht im Kopf, sollte aber auf der Website der Deutschen Botschaft in Pakistan zu finden sein (oder auch auf den Hauptseiten des Auswaertigen Amts). Bei der Flugbuchung muss es normalerweise nicht das Ticket sein sondern wirklich nur die Buchung.

Abschliessend sei noch erwaehnt, dass du als einladende Person ausser der ggf. erforderlichen Verpflichtungserklaerung rein gar nichts mit dem Visumantrag und der Visumvergabe zu tun hast. Antragsteller ist die Person in Pakistan. Auskuenfte zum Verfahren oder ggf. auch zur Ablehnung wirst du durch die beteiligten Behoerden nur erhalten, wenn dir der Antragsteller schriftlich eine entsprechende Vollmacht erteilt hat.

Du willst anscheinend wissen, wie das mit dem Visum abläuft. Das kommt ganz darauf an, woher die Person kommt.

soniye1994 17.03.2012, 19:55

Genau. Die person kommt aus Pakistan.

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seirios 17.03.2012, 19:58
@soniye1994

Dann google doch mal nach "Pakistan Einreise nach Deutschland". Da wirst du schon einiges finden. Aber das Visum muss die Person eh selbst beantragen, in Pakistan, du kannst da nicht viel machen.

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soniye1994 17.03.2012, 20:00
@seirios

Okay. Das heißt wenn ich von hier aus das Visum nach Pakistan schicke, muss die Person zur Deutschen Botschaft, oder?

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seirios 17.03.2012, 22:50
@soniye1994

Ich bezweifle, dass du hier ein Visum beantragen kannst, um es dann da hin zu schicken, da die Person es ja eben selbst beantragen muss.

Aber vielleicht sollte ich mal drauf hinweisen, dass ich auch nur mit gesundem Halbwissen aufwarten kann.

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DerCAM 18.03.2012, 03:26
@soniye1994

Das Visum kann nur von der betreffenden Person selbst bei einer deutschen Auslandsvertretung beantragt werden (hier also wohl bei der dortigen Deutschen Botschaft). Du selbst kannst das hingegen nicht beantragen und hast damit auch gar nichts zu tun (ausser dass du ggf. eine Verpflichtungserklaerung abgeben musst, siehe hierzu meinen Hauptbeitrag).

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