Vorrausetzungen um ein Kind zu adoptieren?

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2 Antworten

die Frage ist erstmal, warum jemand adoptieren will.

Bei GF liest man leider immer wieder dumme Aussagen im Stil von "ich hab Angst vor den Schmerzen bei der Geburt" oder "ich will keine eigenen Kinder, es gibt so viele elternlose Kinder auf der Welt". (beides hab ich bei GF schon gesehen).

Das sind Aussagen von Menschen, die denken, eine Adoption wäre einfach.

Wenn man mit so einem Argument beim Jugendamt erscheint, dann wird man gleich wieder weggeschickt.

Es ist zwar keine Voraussetzung, aber nahezu jeder, der adoptieren will hat eine lange Leidensgeschichte hinter sich. Als Beispiel: die Frau wird auf dem normalen Weg nicht schwanger. Durch künstliche Befruchtung auch nicht (oder es kommt nur zu Fehlgeburten). Also bleibt nur noch die Adoption.

Oder einer der Partner ist unfruchtbar oder hat einen Gendefekt, der besser nicht weitervererbt werden soll.

Wie bereits gesagt, es gibt mehr Paare, die ein Kind wollen, als Kinder, die man adoptieren kann. Was glaubst du, wem gibt das Jugendamt eher ein Kind: jemand der sagt, daß er kein eigenes Kind bekommen kann, oder jemandem der keine eigenen Kinder will, aus Angst vor Schmerzen bei der Geburt.

Was die Voraussetzungen angeht: erst mal bedarf es eines gewissen Alters. Also mit 18 ist man zu jung. Es muß schon eine gewisse Reife vorhanden sein. Umgekehrt darf man aber auch nicht zu alt sein. Es gibt keine offizielle Grenze, aber die meisten Jugendämter sehen als Obergrenze etwa 40-45.

Außerdem bedarf es auch einer gewissen finanziellen Sicherung. Wenn das Jugendamt ein Kind vermittelt, dann wollen sie ja nicht, daß das aufnehmende Paar dadurch in die Sozialhilfe abrutscht.

Ebenso braucht es die räumlichen Möglichkeiten. Wenn eine Familie bzw. ein Paar eh schon sehr beengt wohnt, dann würde das ja mit einem Kind noch schlimmer werden.

Was das Alter angeht: in Deutschland werden in der Regel nur Säuglinge adoptiert.


Ein wenig anders ist die Sache bei Auslandsadoptionen. Da bekommt man normalerweise keine Säuglinge. Die Kinder sind dann meist mindestens 2-3 Jahre alt. Im Ausland werden immer wieder mal Kinder bei Waisenhäusern abgegeben, und da muß erstmal überprüft werden, ob die Kinder wirklich Waisen sind, bzw. ob die Mutter sie wirklich abgeben will. Und so was dauert halt.

Der Papierkram ist auch viel aufwändiger bei Inlandsadoption.

Aber auch der finanzielle Aufwand ist ein anderer bei Auslandsadoptionen. Bei Inland entstehen wenige Kosten, nur durch so etwas wie Paßbilder, Notargebüren, etc. Vielleicht so 100€ insgesamt. Bei Ausland kommen diverse (Flug)reisen, Hotels, Ländergebühren, etc. zusammen. Insgesamt etwa 20.000-30.000€

edmuina 05.07.2017, 09:51

Tolle Antwort. Danke.

Zu den Kosten ein kleiner Erfahrungsbericht:

das JA sagte selbst, dass man mit Kosten von ca. 1500 Euro bei einer Inlandsadoption rechnen muss.

Bei uns war es tatsächlich knapp die Hälfte, also quasi ein nichts in anbetracht des persönlichen Stellenwertes (das richtige wort das hier hingehört ist leider noch nicht erfunden) einer Adoption.

Der grösste Teil davon waren die Gerichtskosten. Der Richter hat einen "Verfahrenswert" von 5000 € festgesetzt. Das ist schon sehr befremdlich, wenn man das dann in feinstem Beamten- /Juristendeutsch aufgesagt bekommt, während man selbst gerade hochemotionale Momente erlebt, und als allerletztes wohl an irgendwelche Werte denkt....

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Saturnknight 05.07.2017, 14:53
@edmuina

ok. Das Jugendamt hat uns gegenüber nur von den Kosten der Bewerbung gesprochen. Die Gerichtskosten haben sie nicht erwähnt.

Allerdings haben meine Frau und ich eine Inlandsadoption mittlerweile eh aufgegeben, weil es eben so wenig Kinder gibt. Dank einer Erbschaft haben wir uns für eine Auslandsadoption entschieden.

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Es gibt viel mehr Paare die ein Kind adoptieren wollen, als Kinder, die zur Adoption freigegeben werden.

Man hat also nicht -wie im Tierheim- freie Auswahl und Besichtigungstermine!

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