Vorladung von Polizei zur Vernehmung als Beschuldigte

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5 Antworten

Du bist als Beschuldigter geladen, also bedeutet das, man wirft dir eine Straftat vor. Am Telefon bekommst du wegen "Datenschutz" keine Details mitgeteilt. Vorweg, in Untersuchungshaft kommst du mit absoluter Sicherheit nicht. Dazu bedürfte es eines Haftbefehls mit entsprechenden Haftgründen ( Flucht- oder Verdunklungsgefahr). Und davon ist das, was man dir vorwerfen will, weit entfernt. Außerdem musst du nicht deine Unschuld beweisen, sonder die Verfolgungsbehörde dir eine Schuld (wir sind nicht in Amerika). Vor einer Vernehmung muss man dir im Einzelnen kundtun, weswegen die Vernehmung stattfindet. Dann musst die belehrt werden, dass du Angaben zu deiner Person machen musst, es dir aber freisteht, Angaben zur Sache zu machen und auch schon vor der Vernehmung einen Anwalt hinzuziehen kannst. Wenn dir eröffnet wird, worum es geht und dir dann aufgeht, was du (möglicherweise) angestellt hast, kannst du immer noch die Angaben zur Sache verweigern. Daraus kann dir kein Nachteil entstehen, weil es ein Recht ist, dessen Inanspruchnahme niemals straferschwerend wäre. Außerdem wird dir mitgeteilt, wer diese Anzeige erstattet hast und daraus wirst du dann Rückschlüsse ziehen können. Entweder sagt dir der Name etwas, oder es muss ein Dritter diese "Tat" in deinem Namen begangen haben. Dann wäre es sinnvoll, wenn du durch deine Sicht der Dinge zur Aufklärung beitragen würdest. Die Haftandrohung von bis zu einem Jahr ist in dem Paragraphen des Strafgesetzbuches angeführt. Daraus kannst du aber keine Rückschlüsse ziehen, dass man dir die auch aufbrummen könnte.

Verletzung des Briefgeheimnisse könnte auch sein, dass du dort beinhaltete vertrauliche Daten an Dritte weitergegeben hast.

Danke für diese ausführliche und zumindest in einigen Punkten beruhigende Antwort.

Mag sein, dass man mir wegen Datenschutz am Telefon oder (wie in meinem Fall) per Mail keine genaueren Details nennen kann. Für mich grenzt sowas aber schon an psychische Folter!

Dass die Postlaufzeit normalerweise keine zwei Wochen dauert, das sollte eigentlich allgemein bekannt sein. Und dass jemand, der eben nicht weiß, weswegen er angezeigt wurde, nicht mehr richtig schlafen und sich nicht mehr vernünftig auf seine Arbeit, geschweige denn sein normales Leben konzentireren kann, das müsste sich doch auch jeder vorstellen können.

Was übrigens das Beweisen meiner Unschuld angeht: Mir ist klar, dass theoretisch meine Schuld bewiesen werden müsste, ABER mal angenommen, dass mir jemand absichtlich schaden will. Dann muss er doch nur zwei oder drei Zeugen benennen, die (unter Eid) aussagen, dass ich diese bestimmte Straftat begangen habe. Und dann MUSS ich beweisen, dass diese sogenannten Zeugen lügen oder ich muss beweisen, dass ich die Wahrheit sage.

Was die Weitergabe von vertraulichen Daten angeht: Das käme nur insofern in Frage, falls zum Beispiel Steuerbescheide, Lohnscheine oder irgendwelche Leistungsbescheide, die ja von etlichen Behörden immer wieder eingefordert werden, darunterfielen. Deren Weitergabe an Dritte ist aber in bestimmten Situationen sogar gesetzlich vorgeschrieben.

Oder eben, dass ich jetzt hier um Rat frage. Diese Vorladung war und ist sicher für mich bestimmt, aber da ich so panische Angst habe und mir unter dieser Anzeige so absolut gar nichts vorstellen kann, habe ich nicht nur hier um Rat gefragt, sondern auch meiner Familie davon erzählt und um irgendwelche Ideen und Hinweise gebeten.

Ich hoffe mal, dass das nicht darunter fällt. Sonst habe ich in ein paar Tagen noch eine (und diesmal dann sogar berechtigte?) Anzeige am Hals.

Aber jetzt noch einmal (nur zur Sicherheit) bezüglich Fluchtgefahr und Untersuchungshaft: Ich habe total panische Angst davor, dass ich (eventuell auch auf Grund falscher Zeugenaussagen) unschuldig im Gefängnis landen könnte. Generell könnte und müsste man doch davon ausgehen, dass bei jemandem, der so panische Angst hat, vielleicht eine gewisse Fluchtgefahr vorhanden ist, oder? Ich weiß ganz ehrlich nicht, was ich tun würde, wenn sich wirklich herausstellt, dass mir "nur" jemand schaden möchte. Ob ich da genug Vertrauen in die Justiz hätte und mich vor allem darauf verlassen würde, dass die anklagende Person keine so guten Freunde hat, die unter Umständen auch Falschaussagen machen.

Immerhin soll es (auch ein Deutschland) schon vorgekommen sein, dass Menschen unschuldig ins Gefängnis mussten.

... mit dem Vertrauen in die Justiz ist das so eine Sache - da könnte ich aus eigener Erfahrung einiges dazu anführen, möchte aber in kein Wespennest stechen. Deine Angst kann ich (teils) nachvollziehen. Dass du dich mit deiner Hilfesuche hier strafbar gemacht haben könntest ist, mit Verlaub, Unsinn. Konkret weiß du doch noch gar nichts, aber zu deiner Sorge bezüglich einer Haft. Die schwere der Tat, also dein strafrechtliches Fehlverhalten, so denn eins vorliegen sollte, reicht in keinster Weise aus, auch nur im Entferntesten an so etwas zu denken. Wenn jemand seiner Freiheit beraubt wird, im Grunde ist eine Inhaftierung nichts anderes, nur halt legal, also gesetzlich abgesichert und geregelt, ist das ein schwerwiegender Eingriff in die persönliche Freiheit eines jeden. Dafür müssen ebenso schwer wiegende tatsächliche Fakten vorliegen, um diese Maßnahme vor dem Hintergrund unserer Gesetzte zu rechtfertigen. Darüber solltest du dir keine Gedanken machen. Bezüglich deiner Angst, dass man sich sozusagen gegen dich verschworen hat und mittels "Zeugen" versuchen möchte, dich "in die Pfanne" zu hausen - da ist Vorsicht geboten. Unter Eid etwas auszusagen, was nicht der Wahrheit entspricht, ist ein Meineid - Strafandrohung nicht unter einem Jahr. Das ist nämlich ein Verbrechen. Auch Aussagen vor einem Gericht, die nicht beeidet werden, können strafrechtliche verfolgt werden, sollten sie nachweislich falsch sein - das nennt man dann "vorsätzliche uneidliche Falschaussage". Da müsste sich gegen dich schon eine mords negative Stimmung aufgebaut haben, wenn sich Menschen dazu hinreißen ließen. Auch gegen den Anzeigeerstatter könnte der Schuss nach hinten los gehen, sollte er "wider besseren Wissens", also vorsätzlich, dich angezeigt haben. Dafür gibt es auch einen Paragraphen im StGB: Falsche Verdächtigung, heißt es dort oder "Vortäuschung einer Straftat", wenn dem noch Unbekannten klar war, dass seine Anschuldigungen aus der Luft gegriffen waren. Aber dass jemand so einfältig wäre, ist kaum vorstellbar, wobei immer noch nicht bekannt ist, worauf die Sache hinauslaufen soll. Dass du die Vorladung schon so früh bekommen hast, ist keine böse Absicht der Polizei. Man will dem Betroffenen einfach die Möglichkeit geben, den festgelegten Vernehmungstermin auch einplanen zu können. In der Regel werden in dieser Vorladung bereits Ausweichtermine genannt, von denen sich der Angeschrieben den für ihn passenden heraussuchen kann.

Lass´ dich nicht kirre machen (ich weiß, das ist leichter gesagt als getan), aber sollten sich die Vorwürfe gegen dich als gerichtsverwertbar herausstellen, steht es immer noch in den Sternen, ob du deshalb mal vor einem Richter stehen könntest. Bist du juristisch gesehen bisher ein "unbeschriebenes Blatt". so wird dich im schlimmsten Fall ein Strafbefehl der Staatsanwaltschaft ereilen, wo drinnen steht, was man dir vorgeworfen hat, in wie vielen Tagessätzen und in welcher Höhe du zur Verantwortung zu ziehen bist. Wärst du damit nicht einverstanden, käme es zu einer Gerichtsverhandlung. Das ist jetzt alles spekulativ und ohne Anspruch auf Richtigkeit. Wenn bereits bei der Polizei Zweifel an deiner Täterschaft auftreten sollten, bekämst du irgendwann ein Brieflein von der Staatsanwaltschaft, dass die Sache eingestellt wurde und "aus die Maus". Alle Aufregung umsonst.

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@WilhelmKarl

Ich weiß, dass ich mit solchen Anschuldigungen vorsichtig sein sollte, dass mir jemand vorsätzlich schaden will und darum schrieb ich es auch nur als Möglichkeit und nicht als Fakt. Leider ist es tatsächlich so, dass ich im Ort einige Feinde habe. Es wurde auch schon einmal (das hat die Person mir schriftlich mitgeteilt, sonst hätte ich es nicht erfahren) Anzeige gegen mich erstattet, wobei es scheinbar aber kein Straftatbestand war, was ich getan hatte. Da hat sich die Polizei jedenfalls nie bei mir gemeldet. Und nein, es kann nicht sein, dass sich die Polizei jetzt erst nach 5 oder 6 Jahren meldet, denn das hatte nicht im Entferntesten mit dem jetzigen Vorwurf zu tun.

Falsche Verdächtigung ist doch bestimmt eine Straftat, die auch nur auf Anzeige verfolgt würde, oder? Wenn dem so ist, dann könnte jeder hier im Ort sicher sein, dass von mir keine Anzeige erstattet würde. Das Risiko (jetzt einmal ohne eventuellen Meineid) wäre also gering.

Nach einigen Recherchen kann ich mir irgendwie aber nicht mehr vorstellen, dass es ein fremder Dritter war. Es muss nicht stimmen, aber nach meinen Recherchen werden IP-Adressen bei Surfsticks mehrfach vergeben? Zumindest bekam ich im Internet auch öfter mal mitteilungen, dass eine Person mit meiner IP bereits aktiv ist und von einer IP nur ein Download gleichzeitig ausgeführt werden kann. Also bleiben wahrscheinlich wirklich nur folgende Möglichkeiten:

  1. Ich habe etwas getan, wovon ich theoretisch keine Kenntnis haben kann, also zum Beispiel mich mal bei einer Mailadresse vertippt.

  2. Ich habe etwas getan, von dem ich eigentlich Kenntnis haben müsste, aber weil die Straftat ja durchaus innerhalb der letzten 14 Jahre geschehen sein kann, habe ich es vielleicht vergessen.

  3. ...meine Vermutung, die ich aber sicherlich niemals bei der Polizei erwähnen würde

Wenn aber wirklich eine Haftstrafe oder auch eine Untersuchungshaft nahezu ausgeschlossen sind, dann bin ich auf jeden Fall schon sehr viel beruhigter. Auch wenn es trotz allem kein besonders gutes Gefühl ist. Und ausgerechnet, wenn ich so eine Anzeige kriege, dann muss auch noch die Uhr umgestellt werden, damit ich noch eine Stunde länger im Ungewissen bin.

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@verzweifelt85

Erstens: Vergehen verjähren nach fünf Jahren, d. h., du kannst nicht für eine Untat belangt werden, die zehn Jahre zurückliegt. Wenn du schon einen Verdacht hast und vor geraumer Zeit bereits mal angezeigt wurdest, muss es bei der Polizei darüber noch Unterlagen geben. Wenn seitens der Verfolgungsbehörde damals noch nicht einmal der Angezeigte dazu gehört wurde, waren die zweifelsfrei der Auffassung, dass keine Straftat vorlag. Wenn das wieder der gleiche "Erbsenzähler" wäre, könnte sich die Polizei schon anhand der damaligen Aktion ein Bild von ihm machen. Wenn du noch Nachweise darüber hast, dass bereits ein Dritter mit deinen Daten Unfug trieb, wäre es deiner Sache dienlich, dies dem Vernehmungsbeamten kund zu tun. Und, pardon, was vor 14 Jahren geschah, interessiert heute zumindest keinen Polizisten mehr (es sei denn, es handelt sich um Mord, der bekanntlich nie verjährt). Wenn du etwas getan haben solltest, wovon du theoretisch keine Kenntnis hast, dann wäre das ein "fahrlässiges" Handeln. Verletzung des Briefgeheimnisses ist eine Tat, die nur vorsätzlich begangen werden kann. Falsche Verdächtigung oder Vortäuschung einer Straftat sind keine "Antragsdelikte" im Sinne des Strafgesetzbuches, wie z. B. einfache Körperverletzung, Beleidigung oder Hausfriedensbruch. Wenn durch die Ermittlungen der Polizei der Verdacht einer dieser Straftat erwächst, muss die Polizei aktiv werden denn das bezeichnet man als "Offizialdelikt". Die Polizei hat u. a. die Aufgabe, Straftaten zu verfolgen.

Noch was zum Schluss: Dem Staatsanwalt obliegt die Beurteilung, ob in einem Fall "öffentliches Interesse" vorliegt. Bejaht er dies, kommt es zu einer Anklage und Hauptverhandlung. Kommt er zu einem anderen Ergebnis, eben dass kein öffentliches Interesse vorliegt, muss er entscheiden, ob das Verfahren nach der Strafprozessordnung eingestellt werden kann - weil z. B. die Schuld des Täters gering ist oder selbige nicht eindeutig nachzuweisen ist. Findet er schlussendlich eine Einstellung nicht für angemessen, kann er immer noch einen Strafbefehl erlassen und dem Beschuldigten zustellen. Der hat dann die bereits beschriebenen Möglichkeiten. In aller Regel wird ein Polizeibeamter keine Hinweise darauf geben, ob und wie hoch eine Strafe ausfallen wird. Das obliegt dem Staatsanwalt, denn der ist "Herr des Ermittlungsverfahrens" oder einem Richter.

Hoffe, ich konnte helfen (und vor allem die Ängste mildern). Würde mich wirklich interessieren, was dahinter steckt und wie das Ganze ausging. Vielleicht kannst du mich darüber informieren (wenn du willst).

Drücke dir die Daumen -WK-

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@WilhelmKarl

Dass Vergehen verjähren, hatte ich ja eigentlich auch gedacht. Aber nach diesen ganzen Artikeln über Plagiate von Doktorarbeiten der Politiker, die ja teilweise auch extrem lange zurückliegen, hätte diese Verjährung ja auch erst anfangen können, nachdem jemand Kenntnis von der Tat hat.

Ich habe keine Nachweise, dass ein Dritter mal meine Daten benutzt hat. Das mit der IP kam damals des öfteren, wenn ich was von rapidshare runterladen wollte. Nichts illegales, sondern von meiner Freundin selbst eingespielte Werke, die nicht mehr dem Urheberrecht unterlagen.

Und danke noch einmal für die sehr ausführlichen Antworten, denn ich bin mittlerweile schon um einiges ruhiger. Wenn sich auch trotzdem alle Gedanken nur noch darum drehen, was mir vorgeworfen werden könnte. Irgendwie denkt man (oder zumindest ich) nach so einer Vorladung der Pollizei, dass plötzlich alles, was man tut, eventuell gegen irgendwelche Gesetze verstößt.

Nach meinem Termin bei der Polizei werde ich hier dazu auch noch etwas schreiben. Also auf jeden Fall aber auch jetzt noch einmal sehr vielen Dank für die Antworten und den damit auch verbundenen Zeiteinsatz.

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@verzweifelt85

Heute war nun endlich die Vernehmung und es hat sich herausgestellt, dass mich wirklich jemand beschuldigt hat, einen Brief geöffnet und die Informationen aus diesem missbraucht zu haben.

Die Person ist mir bekannt, auch wenn ich absolut keine Ahnung habe, warum ausgerechnet sie mir etwas vorwirft, was ich nicht getan habe.

Meine Chancen bei einer eventuellen Anklage stehen auf jeden Fall erheblich besser, als ich zunächst dachte. Es gibt definitiv keine Zeugen, die gegen mich aussagen könnten und es sollte sogar ein leichtes sein, meine Unschuld zu beweisen, falls es doch nötig wäre.

Ich nehme mal an, dass die betreffende Person in den nächsten Tagen mit meiner Aussage konfrontiert wird und ich dann vielleicht einen Bescheid darüber bekomme, wie es nun weitergeht. Aber es ist schon extrem, wie schnell man sich in einer solchen Lage wiederfinden kann. Auf jeden Fall bin ich jetzt doch sehr erleichtet.

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@verzweifelt85

sorry für die Verspätung, aber ich bin auch erleichtert, dass sich die Anfangssorgen weitgehend verflüchtigt haben. So wie du das schilderst, steht die Sache aus Sicht des Anzeigeerstatters doch mehr oder weniger auf wackligen Beinen und ich glaube jetzt noch mehr, dass die Polizei, resp. Staatsanwaltschaft auf anderer Ebene Prioritäten setzt. Das Ganze klingt für den Außenstehenden mehr nach einem Vergeltungsversuch für irgend eine Kränkung oder einfach mit dem Hintergrund, dir eins "auszuwischen". Also, wie bereits erwähnt, bei uns ist es so, dass dir eine Schuld nachgewiesen werden muss, sei es durch Fakten, Beweise, Zeugenaussagen oder sonstiges. Die weit verbreitete Meinung "Aussage gegen Aussage" ist, mit Verlaub Käse, denn der Zeuge vor Gericht macht sich für falsche Angaben strafbar, der Angeklagte oder Beschuldigte hingegen nicht - ergo wird in aller Regel auf die (glaubhaften) Einlassungen eines Zeugen mehr Wert gelegt als das, was der Angeklagte von sich gibt, was oftmals als "Schutzbehauptung" abgetan wird. Aber summasummarum war doch viel deiner Aufregung "für die Katz", oder?

Danke für die Infos.

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@WilhelmKarl

Ja, hätte mir wirklich viel weniger Sorgen machen brauchen. Allerdings wäre ich auf diese Person auch nie und nimmer gekommen. Habe bis jetzt noch keine Ahnung, warum sie mir auf diese Art schaden wollte oder noch immer will. Gerade dieser Person hatte ich so oft bei irgendwelchen Problemen geholfen. Dass jemand so extrem falsch sein kann...

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@verzweifelt85

Das Leben ist eines der Aufregendsten und hat täglich neue Überraschungen für uns parat. Was glaubst du, woran es liegt, dass frühere DDR-Bürger nicht alle ihre Akten einsehen können? Meinem Cousin reichte bereits ein Bruchteil dessen, was sich über ihn angesammelt hat. Durch diese Akteneinsicht kam er darauf, dass ihn seine Nachbarin, die ihm täglich schön ins Gesicht getan hat, jahrelang bei der Stasi anschwärzte. Wie viele "Freunde" dadurch "enttarnt" werden würden, lässt sich nur erahnen. Durch solche Erlebnisse, also das, was dir widerfuhr, sollte man sich aber nicht dazu verleiten lassen, nun jedem Mitmenschen mit Misstrauen entgegen zu treten. Da hätte der Denunziant zumindest einen Teilsieg erreicht und den wollen wir ihm doch beileibe nicht gönnen.

Wünsche dir einen für dich zufriedenstellenden Ausgang dieser Unerfreulichkeit.

WK

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@WilhelmKarl

Habe jetzt endlich eine weitere Nachricht bekommen.

Von der Staatsanwaltschaft.

Darin stand:

"Das Ermittlungsverfahren gegen Sie ist unter Verweisung der Antragstellerin auf den Privatklageweg eingestellt worden."

Tja, und komischerweise bei Tatzeit: 01.07.2012 - 06.10.2012

Wenn die Person wirklich geglaubt hat, dass ich während einer so langen Zeit ihre Briefe las, müsste da die Polizei nicht eigentlich auch stutzig werden, warum kein Postfach mit Nachsendeauftrag gemietet wurde?

Aber mal ganz davon abgesehen:

Das Verfahren wurde eingestellt.

Nun habe ich aber mitbekommen, dass diese Person ihre (unberechtigten!!!) Anschuldigungen gegenüber mindestens 8 Personen wiederholt hat.

Kann ich irgendwas machen, dass ihr das polizeilich untersagt wird oder müsste ich da selbst eine Anzeige machen?

Ich meine, das ist für mich nicht besonders angenehm und diese Personen reden vielleicht mit weiteren darüber und im schlimmsten Fall postet mal irgendwer was über Facebook oder so.

Das könnte mir dann sogar beruflich schaden und ich habe absolut gar nichts gemacht!

Vielleicht sollte ich auch noch dazu sagen:

Die Person, die mich angezeigt hat, ist geistig nicht ganz normal entwickelt.

Was aber leider nichts daran ändert, dass man ihr diese Aussagen glaubt!

Im Grunde bin ich ja froh, dass das Verfahren jetzt erst einmal eingestellt wurde.

Allerdings möchte ich trotzdem nicht, dass mir das vielleicht am Ende noch beruflich schadet.

Bin leider noch etwas zu jung, als dass mir diese möglichen Konsequenzen egal sein könnten.

Vor allem, da es einen Unschuldsbeweis gibt und ich ja nur keine Chance hatte, den vorzulegen, weil mir ja vor der Vernehmung nicht gesagt wurde, was ich getan haben soll...

Gibt es eine Möglichkeit, dass diese Person die Lügen über mich nicht verbreiten darf?

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Bleib mal locker. 1. Bei solchen Befragungen stellt sich fast immer heraus, dass die Betreffende person unschuldig ist. 2. Wenn Du Dir selbst nichts vorwerfen kannst, ist die Sache Jetzt schon geggessen. 3. Danach bleibt immer noch Zeit, einen Anwalt einzuschalten. 4, Beim ersten Mal wird doch keiner sofort in den Bau geschickt. So, und jetzt: Augen zu und durch!

Ich weiß ja nicht, ob ich mir was vorzuwerfen habe.

Mir ist ja nicht bekannt, ob ich vielleicht mal eine Mail an den falschen Empfänger schickte oder ob sich vielleicht irgendwer auf irgendeine Art und Weise mit meinen Daten bei fremden Accounts eingeloggt und Mails gelesen hat.

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Also erstmal brauchst du der Vorladung nicht zu folgen, nur ein Gericht kann dich verbindlich laden. Du kannst aber unbesorgt hingehen, die wollen einfach nur mir dir reden, andere Konsequenzen hat das nicht. Gehst du nicht hin, wirst du wahrscheinlich in Kürze Besuch von der Polizei bekommen, die machen auch Hausbesuche, wenn du das nicht möchtest, wegen der Nachbarn zB, dann geh zur vernehmung dahin, oder ruf an, wenn dir ein anderer Termin besser passt, die sind da ziemlich flexibel.

Ich müsste ja sogar schon deswegen hingehen, weil mir dort dann ja vielleicht auch mitgeteilt wird, um was es geht.

Oder kriegt man das erst bei einer Verhandlung zu erfahren?

Dann brächten aber auch Hausbesuche nichts, denn wie soll man denn zu einer Sache was sagen, wenn einem keine Einzelheiten bekannt sind?

Einen anderen Termin hatte ich schon per Mail erbeten, aber bis jetzt weder eine Zustimmung noch eine Ablehnung bekommen.

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@verzweifelt85

Genau, die werden dir dann dort die Anzeige erklären, und du kannst dich dann dazu äussern oder die Aussage verweigern, nur deine Personalien musst du angeben. Vielleicht sgen sie dir auch, wer die Anzeige erstattet hat.

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@Elyseo93

Falls es auch für andere mal relevant sein solle:

Man hat mir bei der Vernehmung wirklich mitgeteilt von wem die Anzeige kam und mir den genauen Wortlaut vorgelesen.

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Du bist nicht gesetzlich verpflichtet zur Sache auszusagen.

Geh da nicht hin!

Mag sein, dass ich da nicht aussagen muss, aber wenn ich nicht hinginge, dann würde ich nie erfahren, was mir vorgeworfen wird. Es könnte ja auch etwas sein, das ich versehentlich getan habe und zur Schadensbegrenzung wäre es schon ganz gut, wenn ich etwas über die Anzeige erfahre.

Dann kann ich mir noch immer überlegen, ob ich aussagen werde. Wenn ich mit dieser Tat (auch bei bekannten Einzelheiten) absolut nichts anfangen kann, dann werde ich besser nichts sagen. Wäre ja auch nur schwer möglich.

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@verzweifelt85

Du hast ein Aussageverweigerungsrecht, weil Du Dich nicht selbst belasten mußt.

Wenn Du neugierig bist und Dich in ein GEspräcch verwickeln läßt, dann redest Du zu viel, was Polizisten wollen.

Auch vor Gericht mußt Du darauf hingewiesen werden, daß es Dir freisteht, zu der Anklage zu äußern oder nicht zur Sache auszusagen.

Was man Dir vorwirft muß man Dir auch schritlich mitteilen.

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@user2492

Über mein Aussageverweigerungsrecht wurde ich belehrt und eigentlich wollte ich auch nicht aussagen. Da sich meine Unschuld aber zweifelsfrei beweisen lässt, falls das notwendig sein sollte, habe ich doch eine Aussage gemacht.

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@verzweifelt85

Wenn das Verfahren eingestellt wird, dann ist nicht Deine Unschuld bewiesen.

Die Akte wird aber aufgehoben und man weis , dass Du redseelig bist.

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@user2492

Das klingt jetzt ja fast so als wäre ich ein Schwerverbrecher und hätte ständig Kontakt zur Polizei. Wenn mich nicht gerade wieder jemand ohne einen Grund anzeigt, dann kann es eigentlich egal sein, ob ich als redselig gelte.

Und dass mich diese Sache vielleicht einen Eintrag ins polizeiliche Führungszeugnis kosten kann, weil ich nicht die Chance habe, bei einer Einstellung des Verfahrens meine Unschuld zu beweisen, damit muss ich leben. ICH werde ganz sicher nicht darauf bestehen, dass ein Verfahren eröffnet wird, wenn die Person, die mich angezeigt hat, nicht darauf besteht.

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