Vorladung nach Trunkenheitsfahrt, was erwartet mich?

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11 Antworten

Ich muss Deine Hoffnungen leider enttäuschen, die Sache sieht objektiv sehr viel schlimmer aus als Du es annimmst.

Deine Fahrerlaubnis wurde vorläufig entzogen.
Das deutet ganz klar darauf hin das es zu einem Strafverfahren kommen wird an dessen Ende die Entziehung der FE und die Verhängung einer Sperrfrist von mindestens 6 Monaten steht.
Dazu kommt eine Geldstrafe im Bereich von 1-2 Nettolöhnen.

Wenn man Dir vorwirft Schlangenlinien gefahren zu sein reichen schon 0,3‰ aus damit man im Straftatbereich landet. Dann ist es auch völlig egal ob Du etwas mehr oder etwas weniger als 1,1‰ hattest.
Diese Grenze ist dann nur noch entscheidend wenn es um die Neuerteilung der FE mit oder ohne MPU geht, denn einige Bundesländer verlangen dann schon eine MPU.

Mit der Vorladung kommt der Gesetzgeber seiner Pflicht nach, Dir Dein Recht auf Anhörung einzuräumen. Solltest Du also Gründe vorbringen können die Dich entlasten könnten, dann geh hin - gibt es diese nicht kannst Du es lassen.

Die Zeit der vorläufigen Entziehung der FE wird vom Richter berücksichtigt,
in der Regel sprechen wir hier aber über insgesamt 10-12 Monate ohne FE, darauf solltest Du Dich einrichten.

Grundlegend musst Du zu einer polizeilichen Vorladung zwar erscheinen, aber Du musst Dich dort nur auf Fragen zu Deinen Personalien äussern.

Dabei würde ich es an Deiner Stelle auch belassen und zum Tatvorfurf an sich ansonsten schweigen. Wenn Du da nämlich auch nur ein falsches Wort sagst oder Dich ungeschickt ausdrückst, KÖNNTE man Dir daraus den Strick einer "vorsätzlichen" Tatbegehung drehen. Mit dem Qualifikationsvermerk "Vorsatz" wird die Sache nochmals deutlich teurer. 

Ein zweites Problem wirst Du noch bekommen wenn wirklich von behördlicher Seite eine alkoholbedingte Fahrunsicherheit glaubhaft argumentiert werden kann. Das OWI - Recht ( Paragraf 24a StVG ) findet bei vorwerfbarer BAK von 0,5 bis 1,09 Promille nur dann Anwendung, wenn es dabei NICHT zu >> alkoholbedingten Ausfallerscheinungen << wie z.B. deutlicher Fahrunsicherheit ( Schlangenlinien ) kam. 

Ansonsten droht Dir in "qualifiziertem" Vergehen trotz > 1,09 Promille BAK eine Verurteilung nach Paragraf 316 StGB. Bei Schuldpruch kannst Du dann mit einer Entziehung der Fahrerlaubnis rechnen nebst einer Sperrfrist nicht unter 6 Monaten zur frühesten Wiedererteilung einer Fahrerlaubnis. 

Zu Deiner letzten Frage : 

Sollte das ganze tatsächlich noch im Rahmen des Paragrafen 24a StVG ( OWI ) geahndet werden, würde die Zeit der Beschlagnahme der FE auf das resultierende Fahrverbot von 1-3 Monaten angerechnet werden. Bei einer >> Entziehung der Fahrerlaubnis << kommt es hingegen auf die konkrete Sachlage und verwaltungsrechtlichen Handlungsweisen an, ob die Zeit der Beschlagnahme der FE auf die Sperrfrist angerechnet werden kann, oder nicht. 

Hallo.

Der Wert von 0,3 - 1,1 kann ein Segen und Fluch sein.

Folgendermaßen wie die Meisten schreiben wird das Schlangenlinien Fahren strenger bestraft, Ja, das kann, muss aber nicht.

Wenn du nicht mit Alkohol in Konflikt gekommen bist, und du einen guten Rechtsanwalt hast, kann er das auslegen,, das du überhaupt kein Alkohol vertragen kannst bzw. auch fast nie trinkst, sondern dies ein Ausrutscher war.
Eine MPU gibt erst ab 1,6 lt BGH Urteil seit einigen Monaten. (Beim 1. Mal.)

Ich würde erst mit dem Verkehrsanwalt reden, zur Akteneinsicht, und später über deinen Anwalt  Antworten, was der Anwalt schreibt.
Das kann klappen, aber ich bin kein Richter oder RA.

Bin nur Öfter bei Gerichtsverhandlungen aus Neugier.

Wünsche die alles Gute und Erfolg.  Mit 3-6 Monaten muss du rechnen. GGf auch nur 1 Monat mit Geldstrafe.
Einfach abwarten.


Da Du vorgeladen wurdest scheint die Sache doch nicht so klar zu sein.

Du bist sehr wahrscheinlich unter den 1,1, sonst wäre das gleich bei der Staatsanwaltschaft gelandet. Ich würde nun vermuten dass es darum geht ob Du beim Fahren Ausfallerscheinungen hattest oder nicht. Hattest Du die bist Du ab 0,3 im Straftatbereich, hattest Du Keine war es eine Owi.

Du musst nicht erscheinen, aber gewöhnlich ist Sowas die Chance noch einigermaßen glimpflich aus einer Sache zu kommen, also solltest Du sie nutzen.

Du kannst natürlich auch einen Anwalt einschalten der erstmal Akteneinsicht hat und dementsprechend Dir rät was Du tun sollst. Aber erfahrungsgemäß ist es besser einfach reuig hinzugehen.

Die Zeit wird Dir angerechnet.

Dir wird vorgeworfen, Schlangenlinien gefahren zu sein. Das kann als alkoholbedingte Ausfallerscheinung gewertet werden. Dann reicht auch ein Wert von weniger als 1,1 ‰ um eine Straftat zu begehen, mit der Folge des Entzugs der Fahrerlaubnis. Je höher der ‰-Wert, um so geringer die Anforderungen an die Ausfallerscheinungen.

Es kommt jetzt also entscheidend darauf an, wie stark die Schlangenlinien waren, wie lang die Strecke war, ob es andere Gründe für die Schlangenlinien geben könnte etc.

Je nachdem, was du aussagst, kann das positiv oder negativ für dich sein. insofern werde ich mich hüten, dir einen Rat bezüglich des Erscheinens bei der Polizei zu geben.

Die Zeit, die dein Führerschein bereits beschlagnahmt ist, müsste eigentlich sowohl auf ein mögliches Fahrverbot als auch auf eine Sperre zur Wiedererlangung der Fahrerlaubnis anerkannt werden.

Lennert381 08.09.2017, 14:07

Vielen Dank erstmal,

Naja der Polizist, der mich rausgezogen hat und mit seiner Kollegin auf die Wache nahm, sagte nach dem Pusttest zu mir, wir müssten schauen wie der Blutest ausfällt. Ob man sich da im Strafbaren oder Owi Bereich befindet...

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AntonAntonsen 08.09.2017, 14:12
@Lennert381

Hast du an einem kleinen handlichen Gerät gepustet oder an einem Tischgerät, wo man zweimal pusten muss?

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Parhalia2 08.09.2017, 14:21
@AntonAntonsen

Laut Fragestellung wurde ja letztlich auch anschliessend auf der Wache eine Blutprobe durchgeführt. Dann wäre es in diesem Bezug noch Relevanz, ob der Wert der Blutprobe höher, etwa gleich oder niedriger als bei der AAK direkt an der Kontrollstelle ausfällt. 

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1. Sofern Du nicht gefesselt wurdest, man Dir den Alkohol eingeflößt hat und die Polizei DAS noch nicht weiß - nein. Der Alkoholwert ist unstrittig und wenn er durch selbsttrinken zustande gekommen ist, kannst Du nichts besser machen, wenn Du zu der Vernehmung erscheinst.

2. Du hast schon beim Pusten soviel drüber gelegen, dass man auf jeden Fall von einer Straftat - Trunkenheit im Verkehr - ausgehen kann Mit alkoholbedingen Ausfallerscheinungen liegt die Grenze nämlich schon bei 0,3 Promille.

3. Äääääh..... Nein. Wäre "nur" ein Fahrverbot zu erwarten, wäre der Führerschein nicht beschlagnahmt worden. Du musst hier mit einer Geldstrafe von ca. 1 Netto Monatseinkommen und einem Entzug der Fahrerlaubnis rechnen, wobei eine neue wohl erst in ca. .9 Monaten ausgestellt werden darf (Sperrfrist)

Parhalia2 08.09.2017, 14:26

Bei grenzwertiger Sachlage mit unklarem Tatsachenbefund im Nachgang kann die Polizei eine FE auch dann direkt vor Ort beschlagnahmen, wenn sie ein gewisses Gefährdungsmoment in diesem Zuge annehmen kann / muss im Zuge naheliegender Gefahrenabwehr. 

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Die Vorladung hat den Zweck, dir die Gelegenheit zur Stellungnahme zu dem Vorwurf zu geben.

Dieser Vorladung kannst du folgen, musst es aber nicht.

Wenn du nicht hin gehst macht das zumindest einen ganz schlechten Eindruck.

Genaueres wird man dir dann mitteilen. Wenn du aber schon auffällig gefahren bist dürfte es nicht so glimpflich ausgehen.

Bei dir kennt man ja auch nicht anderes!

Ich selber habe auch dieses Problem.

Seit über einem Monat höre ich nichts.

Das ich unter Alkohol gefahren bin, war der größte Fehler meines Lebens. Ansonten ist mein Strafattest weis. Da ist nichts.

Das ist trotzdem eine Straftat. Ich weiß auch nicht, was mich erwartet.

Ich weiß nur, das ich nie wieder eine Arbeit bekommen werde, ohne einen Führerschein, weil alle Firmen mehr als 25 Kilometer von Krusau entfernt liegen.

Mario

intello9966 11.09.2017, 03:20

Ich meinte dich, bei dir kennt man ja auch nicht anders!

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Wenn Du schreibst, dass Du Schlangenlinien gefahren bist, sind das alkoholbedingte Ausfallerscheinung und Du bist in jedem Fall im Bereich einer Straftat.

catweazle01 08.09.2017, 13:55

ach soryy, Du hattest ja mehr fragen.

1. nein, Du musst nicht bei der Polizei erscheinen (noch, denn dieses Gesetzeslage wird gerade angepasst).

2. Das Ergebnis dürfte bereits vorliegen, aber Du hattest Ausfallerscheinungen. Deswegen nix Owi.

3. Ja

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