Vorladung beim Staatsanwalt als Zeuge gegen guten Kollege. Wenn ich Aussage verweigere werd ich mit angeklagt

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8 Antworten

Was soll denn dieser Spruch das ein krimineller kein guter Freund sein kann? Völlig daneben!!

Ich kenn ihn seit nunmehr knapp 25 Jahre, wir wren als Kinder schon Kumpels! Mich hat es niemals interessiert was er macht.

Ich selbst war nur einmal bei der Polizei und dort habe ich die Aussage verweigert. Daraufhin wurde mir mitgeteilt das bestimmt der Staatsanwalt mich vorladen wird. Was jetzt auch passiert ist. Ich habe nie mit seinen Geschäften zu tun gehabt. Da wir uns so lange kennen weiss ich einige Dinge über ihn und seine Aktivitäten, kenne auch seinen Bekanntenkreis. Er bietet mir an einen Anwalt zu zahlen der mich begleitet zur Aussage.

Ich kann dem Staatsanwalt doch auchnicht sagen was genau er gemacht hat. Ich finde das ziemlich daneben.

Auf mich sind sie nur gekommen weil sie sein Telefon seit langem abhören.

Es geht um Waffenhandel, Kreditbetrug, Bedrohung und Erpressung!

Ich war niemals bei seinen Geschäften anwesend, wir haben nie darüber gesprochen. Wenn wir mal zusammen auf Tour waren ( Kneipenbesuche ) und er nen Anruf bekam dann hab ich kurz was gehört, aber nie nachgefragt.

Seine Bekannten sind keine Kinder, das sind Leute aus dem Milieu wenn man es so bezeichnen kann. Wenn ich mit ihm unterwegs war und wir zufälig einen "Bekannten" trafen dachte ich immer ein Glück das der nur kurz Tag sagte und dann weiter ist. Ich bin selber groß und kräftig gebaut, dennoch würd ich bei diesen Leuten lieber die Strassenseite wechseln wenn die mir im Dunkeln entgegen kämen.

Belasten könnt ich mich nicht, da ich damit rein garnichts zu tun habe. Wie gesagt durch die Telefonabhörung sind sie auf mich gestossen und die Polizistin vor 3 Monaten war richtig sauer als ich die Aussage verweigerte. Sie wollen ihm richtig an die Karre.

Darauf hin sagte die Polizistin auch das sie vermutet ich wäre Mitwisser oder Mittäter da ich meine Aussage verweigerte.

Wenn man die Aussage verweigert, wird man selbstverständlich nicht als Mittäter angeklagt. Und Mitwisser können nicht bestraft werden (es sei denn, man wusste vor einem Kapitalverbrechen davon und hat die Polizei oder den Betroffenen nicht gewarnt).

Sie müssen unbedingt den Strafverteidiger/Pflichtverteidiger Ihres Freundes kontaktieren. Sie sitzen nämlich in der Falle: Die Strafverfolgungsbehörden sind Ihnen einen Schritt voraus. Sie sind verpflichtet, bei der StA zu erscheinen, auszusagen und die Wahrheit zu sagen. Wenn Sie nicht erscheinen oder die Aussage verweigern, werden Sie vorgeführt und es droht ein Ordnungsgeld oder sogar Ordnungshaft. Wenn Sie die Unwahrheit sagen (auch: "weiß ich nicht", "habe nichts gesehen"...), droht Ihnen ein Ermittlungsverfahren wegen uneidlicher Falschaussage, versuchter Strafvereitelung oder ähnlichem.

Da kommen Sie nur raus, wenn Sie sich von dem Strafverteidiger genau sagen lassen, WAS Sie aussagen müssen. Sie müssen ja nicht freimütig die ganze Geschichte erzählen, können mit Ja, Nein und Weiß nicht antworten. Sie müssen nur schildern, was Sie selbst gesehen, gehört usw. haben. Was Ihnen einer erzählt hat, müssen Sie nicht weitergeben etc.pp. Wie Sie sich verhalten müssen, darauf kann Sie der Strafverteidiger vorbereiten. Den würde ich an Ihrer Stelle schnellstens anrufen.

Das verstehe ich jetzt nicht:

Ein Kollege, der kriminell ist, kann kein guter Kollege sein, es sei denn, Du bist in die Straftaten mit verwickelt.

Aber Du schreibst doch, Du hättest Dich da herausgehalten. Wieso kannst Du denn dann als Mittäter angeklagt werden? Dann hättest Du doch diesbezüglich gar nichts zu befürchten. Ob und inwieweit Du eine Dir bekannte Straftat melden musst, steht auf einem anderen Blatt.

Wie auch immer: Selbst wenn Du Mist gebaut hast, steh dafür grade und mach Deine wahrheitsgemäße Aussage. Nur so kannst Du letztendlich aus diesem Dilemmna heraus kommen. Im anderen Fall wirst Du immer wieder und weiterhin ständig unter Druck stehen, rutschst immer tiefer hinein.

Hallo Kalle74,

ein Zeugnisverweigerungsrecht hast Du nur dann, wenn Du mit dem Angeklagten verwandt oder verschwägert bist. Fazit: Du musst aussagen. Allerdings musst Du nicht auf Fragen antworten, wenn Du Dich damit selbst belasten würdest.

Gruß uric

du darfst die Aussage nur verweigern wenn du damit dich selbst belasten würdest. Ansonsten kannst bei Freunden die Aussage nicht verweigern. Dies geht nur bei Verwandten.

Die Wahrheit ist die Wahrheit, da wird Dir nichts übrig bleiben, da musst Du durch. Sprich mit dem Staatsanwalt, vielleicht kannst Du Deine Aussage schriftlich machen... Du wirst ja nicht der Einzige sein, der aussagen muss, vielleicht geht Deine Aussage im Verfahren unter.

Ich würde dir raten, gleich morgen einen Termin bei einem Strafverteidiger zu machen. "Waffenhandel, Kreditbetrug, Bedrohung und Erpressung" sind keine harmlosen Delikte, wenn man dich der Mittäterschaft verdächtigt (und so sieht das wohl aus), dann hol dir lieber einen Fachmann ran, der dir hilft. Hier bist du da völlig verkehrt.

Du musst aussagen, denn du hast als Zeuge nicht das Recht die Aussage zu verweigern, das hat nur der Angeklagte.

Aber guter Kumpel oder nicht, bei Straftaten hört für mich die Freundschaft auf.

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