Vorgetäuschter Eigenbedarf; Wie hoch sind die Chancen auf Schadensersatz?

...komplette Frage anzeigen

10 Antworten

Du musst beweisen, dass der Vermieter da nicht wohnt, also schnell Fotos machen vom Namen an der KLingel etc. Schadenersatz kann gefordert werden, enthalten sind dann nicht nur die Umzugskosten, sondern auch die Differenz der Mieten, wenn deine Wohnung zb jetzt teurer ist. Am besten zum Mieterbund um evtl Anwaltskosten zu sparen falls keine Rechtsschutzversicherung besteht, die sowas deckt

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Vorgetäuschter Eigenbedarf - Schadensersatz für Mieter In folgenden Fällen ist der Vermieter dem Mieter zum Schadensersatz verpflichtet:

wenn der Vermieter den Eigenbedarf vorgetäuscht hat (und der Mieter daraufhin bereits umgezogen ist), wenn der Eigenbedarf entfällt, bevor der Mieter ausgezogen ist und der Vermieter dem Mieter den Wegfall des Eigenbedarfs nicht mitgeteilt hat, wenn der Vermieter den Eigenbedarf zurückzieht, nachdem der Mieter einen neuen Mietvertrag unterschrieben hat. 1. Schadensersatz

Als Schaden kommen alle in Verbindung mit der Kündigung stehenden Kosten in Betracht: Zum Beispiel die Umzugskosten und Kosten einer notwendigen Einrichtung, aber auch Maklergebühren für die Suche nach einer neuen Wohnung und Mehraufwendungen infolge größerer Entfernung der neuen Wohnung zum Arbeitsplatz. Schaltet der Mieter einen Detektiv ein, um festzustellen, ob der Eigenbedarf wirklich besteht oder nur vorgetäuscht wird, so kann er auch diese Kosten ersetzt verlangen. Voraussetzung ist, dass er den Kündigungsschutzprozess aufgrund der Detektivermittlungen gewinnt.

Grundsätzlich hat der Mieter, wenn er sich eine vergleichbare Wohnung gesucht hat, auch Anspruch auf die Mietdifferenz für einen Zeitraum bis zu 4 Jahren. Er muss sich allerdings bemühen eine im Zuschnitt und Standard der gekündigten Wohnung ähnliche Wohnung zu einem vergleichbaren Mietpreis anzumieten.

Der Mieter kann überdies auch die Kosten des Räumungsrechtsstreits ersetzt verlangen.

  1. Beweislast

Der Mieter hat die Beweislast dafür, dass die Kündigung ungerechtfertigt war. Da sich die Gründe aber meistenteils im persönlichen Lebensbereich des Vermieters abspielen, wird dem Mieter teilweise ein Auskunftsanspruch gegen den Vermieter zuerkannt.

Hat der Mieter bewiesen, dass die Wohnung nicht von der im Kündigungsschreiben genannten Person bezogen worden ist, muss der Vermieter seinerseits beweisen, dass der Eigenbedarf vorgelegen hat und zwar so, wie er geltend gemacht wurde.

www.internetratgeber-recht.de/MietrechtAllgemein/frameset.htm?

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Die Chancen auf Schadenersatz stehen recht gut.

Aber, 7000€ für den Umzug werden wohl kaum durchgehen. Hier muß man den Schaden der durch die Kündigung entstanden ist, von dem trennen was Sie ausgegeben haben. Grundsätzlich haben sie als Geschädigter eine Schadensminderungspflicht. Wenn sie sich z.B. für die neue Wohnung einen neuen Schrank kaufen, dann ist das kein Schaden. Schaden ist insbesondere Maklerkaution und die Umzugskosten. Auch eine höhere Miete kann hier ein Schaden sein. Allerdings ist auch hier zu beachten, welcher Teil der höheren Miete auf eine höherwertige oder größere Wohnung zurückzuführen ist.

Der Schaden wäre auch im Einzelnen nachzuweisen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Schnuffel1970
16.10.2011, 17:44

Danke für Ihre Antwort. Da ich ziemlich unter Zeitdruck stand, war ich auch gezwungen, Nachteile in Kauf zu nehmen. Die hier waren; Küchenablöse, sehr hohe Kaution, Zinsen für einen Kleinkredit, Umzugsfirma, da alle Bekannte im Urlaub waren, Renovierungskosten... Ok, belegbar sind es um die 6000 € Meine Frage war allerdings, ob sich jemand schonmal in ähnlicher Situation befunden hat und Schadensersatz erhalten hat?

0

Bei diesem Sachverhalt steht dir eindeutig Schadenersatz zu. Wie hoch der sein wird und wie er zu belegen ist, solltest du einem Fachanwalt für Mietrecht überlassen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Wichtig: Erst den Vermieter ansprechen und Schadensersatz fordern, denn erst wenn man das gemacht hat und man außergerichtlich klar kommt werden einem die KOsten von einem Anwalt ersetzt sonst nicht! und bedenk bitte den riesen Gegenstandswert, der da zusammenkommt und was dass dann nach RVG kostet

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Schnuffel1970
16.10.2011, 17:51

Schwierig...der Vermieter verschwindet schneller wie eine Kakalake wenn das Licht angeht, wenn er mich sieht

0

Du hast große Chancen auf Erstattung. Mit deinen Dokumentationen gehst du am besten zu einem Fachanwalt für Mietrecht oder Mieterverein/Mieterbund, wenn du Mitglied bist, ist es kostengünstig für dich.Wenn der ehemalige Vermieter verliert, zahlt er sowieso alle entstandenen Kosten. Auch eine Rechtsschutzversicherung mit Mieterschutzklausel ist da gut zu haben.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von jimpo
16.10.2011, 16:42

Deine Antwort bringt alles auf den Punkt.Hätte nicht besser antworten können. Ein DH dafür.

0
Kommentar von Schnuffel1970
16.10.2011, 17:48

Vielen Dank für Deine Antwort, Mietrechtschutzversicherung hab ich

0

mach das. geh zum mieterverein. deine chancen stehen sehr gut, da die rechtsprechung (auch BGH) inzwischen sehr eindeutig zu deinen gunsten ist.

nimm alles mit, was zur beweisführung dient. mietvertrag, kündigungsschreiben mit der begründung eigenbedarf, möglichst auch vorher mit dem mieter sprechen, wie er denn auf diese wohnung gekommen ist. anzeige, datum usw.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Sorry, aber wenn der "Umzug" schon 7000 € gekostet hat, würde ich eher zu einem REA raten als zu einem Mieterschutzbund. Dadurch soll diese Organisationen oder Institutionen nicht abgewertet werden, aber ein REA kann sich dem Einzelfall besser annehmen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Obelhicks
16.10.2011, 19:40

jockel das ist quatsch. alsoluter blödsinn.

der schriftverkehr wird preiswerter und kompetenter beim mieterverein geführt, und wenn es zum gericht geht, kennen die auch die entsprechenden anwälte, die sich in der materie auskennen. jeder wald-und wiesenanwalt kann dann auch mit den schriftsätzen als vorlage arbeiten.

0

Da liegen die Chancen bestimmt gut - auf alle fälle beim Mieterbund mal anfragen!

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

wie kommst du auf so eine summe???

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?