vorgehen bei asperger syndom kindern in der schulklasse

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Da sollten die Auslöser für die Aggressionen gesucht und gefunden werden.
Ist es zu hell? Flackern oder surren Lampen (ggf. für Nicht-Autisten nicht warnehmbar)?
Ist es zu laut? Zu viele Geräusche durcheinander?
Alles, was reizüberflutend sein kann. Das kann alle Sinne betreffen.
Gibt es in der Klasse oft Veränderungen, Platzordnung zum Beispiel?

Wenn er erste Anzeichen von Reizüberflutung zeigt, darf er dann das Klassenzimmer verlassen?
Darf er die Pausen woanders verbringen als auf dem Schulhof, um in den Pausen auch Gelegenheit zur Entspannung zu haben?

Seid ihr vernünftig über das Asperger-Syndrom informiert worden? Wisst ihr zum beispiel, dass ihn ggf. (unerwartete) Berührungen stark stressen können? Dass er ggf. viele Dinge wörtlich nimmt, Witze/Ironie ggf. nicht erkennt?

All das sind Dinge, über die nachgedacht werden sollte, die die Lehrer mit dem Schulbegleiter besprechen könnten.
Ursachen suchen, Ursachen verringern oder entfernen, ihm Rückzugsmöglichkeien bei Overload geben.

Gut wäre es, wenn der Betreuer euch die "Besonderheiten" seines Schützlinges erklären könnte.

Das Kind macht nichts grundlos - auch wenn ihr den Grund nicht erkennen könnt.

Die Aggressivität scheint (momentan) für das Kind die einzige Möglichkeit "STOPP! Mehr ertrage ich nicht" zu sagen. Hier wäre der Begleiter gefordert als eine Art Dolmetscher in Erscheinung zu treten:

"X hat gerade einen Overload, weil (Erklärung)".

Dann könntet ihr euch besser auf die Situation einstellen.

Wichtig ist, dass euer Mitschüler die Möglichkeit hat einen reizarmen, ruhigen Raum im Falle eines Falles aufsuchen zu können.

Stell dir mal vor, du bist in einem Raum, der in Neonfarben gestrichen wurde, verschiedene Musikstile laufen laut nebeneinander und an Stelle normaler Lampen hängen viele gltzernde Diskokugeln die von Lasern angestrahlt werden. Füge dem ganzen noch einen Duftmischmasch von jeweils einer ganzen Flasche Shampoo, Duschgel, Deo, Haarspray, Parfum hinzu: Dann solltet ihr eine ungefähre Vorstellung davon haben, wie sich das betroffene Kind in etwa fühlt.

Autisten werden häufig dann agressiv, wenn sie einen Overload haben. In dem Fall braucht das Kind veil Ruhe.

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