Vorgängerzivilisation denkbar?

9 Antworten

Die Bauform einer "Pyramide" (das ist ja lediglich ein Wort, das wir sehr verschiedenen Bauformen aufgrund einer entfernten Ähnlichkeit zuordnen) entsteht ganz automatisch, wenn man oben auf eine große Grundfläche eine etwas kleinere Fläche drauf setzt.

Bei genauerem Hinsehen sieht man viele Unterschiede zwischen ägyptischen und mittelamerikanischen Pyramiden (oder den Pyramiden von Meroe im heutigen Sudan).

Statisch gesehen ist eine Pyramide auch stabiler als Formen, die wir heute haben mit unseren quaderförmigen Hochhäusern, weil die Grundfläche größer ist als die höheren Etagen. Selbst ganz moderne Bauten wie der Burj Khalifa zeigen das Prinzip: unten breit, und nach oben immer schmaler werdend (wenn man ganz frech ist, könnte man dieses Bauwerk auch als Pyramide bezeichnen).

"Weiterhin gibt es in Jeder dieser Kulturen Legenden von einer Sintflut, welche sich vor Jahrtausenden ereignet hat."

Ja, richtig. Zum Beispiel berichten die Hopi von etwas ähnlichem. Allerdings lässt das nicht den Schluss zu, dass es sich um immer dasselbe Ereignis gehandelt hat. Oder dass es vom selben Ort handelt. Es können verschiedene Fluten sein, zu verschiedenen Zeiten und an verschiedenen Orten der Erde.

Viele Wanderungsbewegungen des Menschen können wir heute recht gut nachvollziehen. Die Osterinseln sind aus dem Westen (also im weitesten Sinne Südostasien, wo heute z.B. Indonesien liegt) besiedelt worden, recht spät. Mexiko und Peru aus dem jeweiligen Norden (aus Nordamerika kommend).

Es gibt immer wieder Hinweise, dass Menschen vor über 3000 Jahren gebildeter waren, als im Mittelalter:

- Eisen-Dolch in Pyramide (lange vor Eisenzeit)

- in Stein gemeißelte Tafeln von Pythagoras-Wertetabellen (Basis 60) lange vor Pythagoras

- exakt geformte Steine ...

Auch durch Analyse von Genen (Mitoch... usw.) soll vor über 10000 Jahren nur sehr wenige Menschen gelebt haben (und alle Gene unserer Vorfahren von 7 Frauen Stammen)

Das finstere Mittelalter dazwischen hat sehr viel Wissenschaft & Wissenschaftler zerstört!!!

Der Eindruck drängt sich einem natürlich auf, dass ähnliche Bauformen auf gemeinsame Vorbilder zurückgehen. Schaut man genauer hin, wird das in diesem Fall enorm unwahrscheinlich, denn

1. gibt es mehrere Umstände, die dagegen sprechen und

2. gibt es plausiblere Erklärungen für die Ähnlichkeiten.

Im Einzelnen nur ein paar Beispiele:

zu 1.

1a) Die Pyramiden in Amerika sind deutlich jünger als die in Ägypten und Mesopotamien. Eine gemeinsame Vorgängerkultur müsste wenigstens in etwa gleichzeitige Nachfolger hervorgerufen haben.

1b) Von einer Vorgängerkultur ist nichts zu sehen.

1c) Wenn die Vorgängerkultur in der Eiszeit untergegangen wäre, ergäbe sich eine Jahrtausende lange Lücke bis zum Bau der Pyramiden in Ägypten und eine noch länger bis in Amerika.

1d) Die verschiedenen Pyramiden sind, abgesehen von der Grundform, doch sehr unterschiedlich. In Ägypten waren sie riesige Sargdeckel mit geglätteten Außenseiten. Die in Amerika waren dazu gedacht, dass man außen hochgeht und die Plattform oben als Bühne nutzt.

zu 2: Ähnliche Aufgaben bei derselben Physik ergeben weltweit ähnliche Lösungen

2a) Die Pyramide ist ein Gebäude, das unten breit ist und oben immer schmaler wird. Das ist statisch die stabilste Form. Was wäre die Alternative? Ein Gebäude, das oben breiter wird? Ein senkrechter Turm? Nehmt doch mal ein paar Bauklötzchen und baut die 3 Formen nach! Welche ist die stabilste? Und wieviel antike Türme sind heute noch erhalten?

2b) Warum haben alle Pyramiden quadratische Grundform? Ich würde sagen, das haben sie nur wegen unserer Definition. Tatsächlich sind viele antike Grabmäler (und auch etliche amerikanische "Pyramiden") rund: Man hat Grabhügel aus Erde oder Bruchsteinen aufgeschüttet, und da ist die einfachste Form die runde Grundfläche. Eine Spitze bleibt bei Erde nicht lange erhalten, daher die Hügelform. Fange ich jetzt an, diesen künstlichen Berg aus Steinquadern nachzubauen, wird ein runder Umriss plötzlich enorm unpraktisch. Die Form des Baumaterials fordert geradezu einen quadratischen Grundriss heraus. Damit wird aus dem Erdhügel automatisch eine Pyramide.

2b) Pyramiden gibt es nicht überall. Woanders hat man Tempelgebäude errichtet, Steinkreise, Ringwälle oder Ähnliches. Dass dazwischen immer mal wieder Kulturen mit Pyramiden auftauchen deutet eher darauf hin, dass diese einfache Grundform immer mal wieder von selbst erfunden wird.

2d) Ein Vorbild für Pyramiden gibt es tatsächlich weltweit: Die Natur. In diesem Fall Berge, die selten die Form eines Quaders, einer umgekehrten Pyramide, einer Kugel oder eines Rhombendodekaeders angenommen haben. Meistens haben sie Kegel- oder Pyramidenform.

Dasselbe gilt für Mauern. Je größer die Steine, desto stabiler die Mauer. Auch das kann man ausprobieren: Einmal mit Ziegeln, einmal mit Bauklötzchen und einmal mit Spielwürfeln. Das Ergebnis dürfte eindeutig sein. Und je genauer die Fugen gearbeitet sind, desto besser sitzen die Steine aufeinander. Darauf kommt man auch ohne Vorbild, nur durch logisches Nachdenken und praktische Erfahrung.

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Nenne mir bitte auch nur einen einzigen Beweis dafür, dass die 3 großen Pyramiden in Ägypten schlichte Gräber waren!
Nur weil man darin eine Steinkiste gefunden hat, ist diese Theorie noch lange nicht bewiesen!
Die große Pyramide ist exakter als jedes moderne Gebäude nach den 4 Himmelsrichtungen ausgerichtet! (Wie auch die Chephren- und Mykerinos-Pyramide.) Die Abweichung beträgt weniger als ein 20tel Grad!! Zudem kommt dann noch die Tatsache, dass die Große Pyramide mit nur 2 Kilometern Abweichung auf dem 30. Breitengrad steht! Dieser Fehler ist weniger als ein 4000tel, wenn man das auf die Gesamtheit der nördlichen Hemisphäre bezieht!
Und nein ich bin ein totaler Feind dieser ganzen Zahlenspekulationen über die Pyramiden, denn diese sind, bis auf das mit der Zahl Pi, die de facto in der Großen Pyramide steckt, völliger Humbug!
Und ich bestreite auch nicht, dass die Ägypter die Pyramiden gebaut haben! Nur wer sie errichten lies, und wann genau, ist unklar, denn der einzige "Hinweis", dass Cheops die Große Pyramide erbauen lies, ist ganz oben in der obersten Entlastungskammer. Also wenn ich so eine ingenieurstechnische und architektonische Perfektion hätte erbauen lassen, hätte ich alles daran gesetzt, dass die Nachwelt auf jeden Fall davon erfährt, dass die Idee dazu aus meinem Kopf kam!
Und würdest du als Grabräuber wirklich so eine stinkende, giftige, hässliche Mumie stehlen? Also ich nicht!
Plus die Tatsache, dass die Pyramide zwar die stabilste Form ist, keine Frage, aber auch am kompliziertesten zu bauende, wegen der Böschung und weil sie halt, was sie ja so stabil macht, nach oben hin immer schmaler wird.

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@JTR666

Nenne mir bitte auch nur einen einzigen Beweis dafür, dass die 3 großen Pyramiden in Ägypten schlichte Gräber waren!

Das ist eine historische Frage, zu der nur noch bruchstückhafte Informationen vorliegen. Es kann daher nicht den "einen Beweis" geben, der diese Frage unverrückbar klärt. Man muss also Indizien sammeln:

- Die erste Pyramide (Stufenpyramide des Djoser) ist aus einem Grabmonument (Mastaba) hervorgegangen.
- in etlichen Pyramiden hat man Sarkophage, Reste von Mumien/Skeletten und Mumienbinden oder Überreste typischer Grabbeigaben gefunden
- Wir reden üblicherweise von den großen Königspyramiden. Selten denkt man an die kleinen Pyramiden von Königinnen und Königskindern. Die waren nachweisbar Gräber, zumindest in einem Fall war sogar die komplette Bestattung (der Mutter von Cheops) noch erhalten.
- Die Pyramiden sind umgeben von weiteren Gräbern von Angehörigen des königlichen Hofes und bilden einen ganzen Grabkomplex
- Das altägyptische Wort mr bedeutete sowohl Pyramide als auch Grab, in einem übertragenen Sinn wurde es auch noch für einen Leichenhaufen verwendet.

Das sind nur die Argumente, die mir auf Anhieb einfallen. Den "einen Beweis" kann ich dir nicht liefern. In der Gesamtschau haben wir also Leichen, Grabbeigaben, sie liegen in einem Friedhof und die alten Ägypter selbst haben sie als Gräber bezeichnet. Ich sehe also keinen vernünftigen Grund, warum sie nicht als Gräber gedient haben sollen. Dass sie "schlichte Gräber" seien, habe ich nie behauptet. Sie erfüllen sicher darüber hinaus symbolische und religiöse Funktionen (Einbindung in den Kosmos, Startrampen zur Unendlichkeit, was auch immer). Nenn du mir doch mal "einen einzigen Beweis", warum sie nicht als Gräber gedient haben können.

Die große Pyramide ist exakter als jedes moderne Gebäude nach den 4 Himmelsrichtungen ausgerichtet! (Wie auch die Chephren- und Mykerinos-Pyramide.)

1. Hätte ich gerne einen Beleg für diese Behauptung, man könne ein heutiges Gebäude nicht mehr so genau ausrichten, wenn man es wollte.
2. Moderne Gebäude werden selten rituell nach den Himmelsrichtungen ausgerichtet. Daher könntest du mit der Behauptung sogar recht haben.

Zudem kommt dann noch die Tatsache, dass die Große Pyramide mit nur 2 Kilometern Abweichung auf dem 30. Breitengrad steht! Dieser Fehler ist weniger als ein 4000tel, wenn man das auf die Gesamtheit der nördlichen Hemisphäre bezieht!

Nur ist der 30. Breitengrad keine natürliche Eigenschaft der Erde, sondern eine willkürlich von Menschen festgesetzte Linie. Genauer gesagt, von Klaudios Ptolemaios im 2. Jahrhundert n. Chr. Er hat den Äquator mit 0° und den Nordpol mit 90° definiert. Hätte er den Nordpol mit 0 und den Südpol mit 100 definiert (das wäre genauso möglich gewesen), lägen die Breitengrade völlig anders. Ganz davon abgesehen, dass es den 30. Breitengrad vor Ptolemaios (d.h. auch zur Zeit der Pyramiden) eben noch gar nicht gab und die Pyramide (wie du selber schreibst) die sonst angeblich so exakte Lage überhaupt nicht aufweist. Die Lage des Breitengrades in der Nähe der Pyramiden (nicht umgekehrt!) ist somit Zufall. Die von dir angeführte Theorie ist der reine Unsinn, aber ganz typisch für viele dieser Pyramidenrechnereien.

Und nein ich bin ein totaler Feind dieser ganzen Zahlenspekulationen über die Pyramiden, denn diese sind, bis auf das mit der Zahl Pi, die de facto in der Großen Pyramide steckt, völliger Humbug!

Dafür hast du gerade ein Musterbeispiel für diesen Humbug angegeben.

Nur wer sie errichten lies, und wann genau, ist unklar, denn der einzige "Hinweis", dass Cheops die Große Pyramide erbauen lies, ist ganz oben in der obersten Entlastungskammer.

Da bist du schlecht informiert. Es gibt auch an der Außenseite der Pyramide Steinblöcke mit dem Namen des Cheops, ebenso in den Steinbrüchen, aus denen die Steine kamen. Um die Pyramide herum liegen außerdem die Grabanlagen von Verwandten und Beamten des Cheops, ein Bootsdepot, das ebenfalls in die Zeit datiert werden konnte, und an die Pyramide war der Totentempel des Cheops angeschlossen.

Also wenn ich so eine ingenieurstechnische und architektonische
Perfektion hätte erbauen lassen, hätte ich alles daran gesetzt, dass die Nachwelt auf jeden Fall davon erfährt, dass die Idee dazu aus meinem Kopf kam!

Daraus lässt sich schließen, dass du die Große Pyramide nicht erbaut hast. Mehr aber auch nicht.

Im übrigen gibt es zumindest einen Architekten, der - jedoch in seinem eigenen Grab - sich gerühmt hat, dass er die Pläne für die Pyramiden und Palastanlage des Königs Djedkare-Isesi entworfen und auch ausgeführt hat. Und von einem Beamten namens Weni wissen wir, dass es Steinblöcke aus Ostägypten u.a. zum Bau einer Pyramide beschafft hat. Die Pyramiden verkünden leider in erster Linie den Ruhm des Pharaos, der Architekt musste da wohl etwas zurückstecken.

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@Archaeopterix

Wie man die "absolut genauen" Maße und Ausrichtungen nachgemessen hat, weiß ich nicht. Bei den Pyramiden von Gizeh fehlt größtenteils die Außenverkleidung, und die Pyramiden selbst sind in sich nicht ganz geometrisch regelmäßig.

Plus die Tatsache, dass die Pyramide zwar die stabilste Form ist, keine Frage, aber auch am kompliziertesten zu bauende, wegen der Böschung und weil sie halt, was sie ja so stabil macht, nach oben hin immer schmaler wird.

Dass die alten Ägypter sie trotzdem bauen konnten, zeigt eben, dass die Menschen vor vier- oder fünftausend Jahren auch nicht dümmer waren als wir heute und mit der ihnen zur Verfügung stehenden Technik auch zu architektonischen Großleistungen fähig waren, wenn die Gesellschaft eine entsprechende Organisationsform erreichen konnte.

Die Lücken in unserem Wissen durch die völlig unbegründete Annahme von ominösen Außerirdischen oder fiktiven Urzivilisationen füllen zu wollen, ist ziemlich platt und wird bei der Beantwortung der offenen Fragen kaum weiterhelfen.

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