Vor und Nachteile umweltfreundliche Energieerzeugung

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2 Antworten

die beiden gravierensten nachteile sind eigendlich, dass regenerative energien nicht so zuverlässig sind. respektive die sonne nicht immer scheint, wenn Mama den Wäschetrockner anmachen will.... außerdem, dass nach der investition in die Anlage mit regenerativer energie keine kohle mehr zu verdienenen ist. die sonne scheint nunmal um sonst....

das schlimme ist, dass sich das erste Problem mit inteligenterem strommangement lösen lässt und dabei auch noch der kleine mann zum erzeuger wird, so dass die energiekonzerne ihre Macht verlieren... außerdem drohen wir durch die entwicklung praktikabler energiespeicher auch noch das letzte argument gegen die nutzung regenerativer energie zu ungergragen...

ich denke so wie sich eON, RWE und Vattenfall derzeit fühlen düfte sich Papst Pius gefühlt haben, als Gutemberg seine Biebelpresse angeworfen hat...

lg, Anna

PS: vorteile hat regenerative energie auch. das ist aber marginal... so was wie geringgere leitungsverluste, da vor ort produziert oder weniger umweltbelastung...

Haha, der Vergleich ist gut ;)

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Anna hat - wenn auch etwas sarkastisch - bereits einige Punkte genannt. Die Vorteile liegen auf der Hand - und einer steckt bereits in der Frage: umweltfreundliche Energie ist umweltfreundlich. Wobei ich hier einmal annehme, daß in erster Linie erneuerbare Energien gemeint sind. Mancheiner versucht auch die Atomkraft als umweltfreundlich zu verkaufen, was sie wäre, wenn sie nicht mit enormen Risiken daherkäme. Allerdings: auch erneuerbare Energien benötigen high-tech. In PV Modulen stecken seltene Erden und hochwertige Kunststoffe, und bei der Halbleiterproduktion werden allerlei chemische Giftstoffe ((z.B. Säuren) frei, und es wird nicht wenig Wasser verbraucht.

Machen wir mal einen kleinen Brainstorm...

Weitere Vorteile erneuerbarer Energien: - keine fossilen Brennstoffe benötigt - Praktisch beliebige Skalierbarkeit (vom kleinen Häuschen bis zu Megaanlagen wie dem geplanten "DESERTEC", die die Größe kleiner Länder erriechen könnten). - Viele Erzeuger speisen dezentral in das Mittelstromnetz ein, d.h. der erzeugte Strom wird vor Ort von Nachbarn und den nächstgelegenen Verbrauchern direkt verbraucht. Damit sind neue Überlandleitungen für dezentrale kleine und mittlere Anlagen überflüssig. - wartungsarm (im Falle von PV Anlagen - alles was bewegte Teile hat muß relativ regelmäßig gewartet werden) - keine Schadstoffemissionen in die Atmosphäre - Unabhängigkeit von Konzernen (viele Hausbesitzer könnten bei effizientem Umgang mit Energie ihren Energiebedarf weitgehend selber decken - inklusive Heizenergie).

Nachteile: - Das Energiedargebot der beiden Energieformen Wind und Sonne schwankt. Der Wind weht unregelmäßig, die solare Einstrahlung schwankt mit den Wolken, sowie dem Tages- und Jahresverlauf. Da müssen Speichertechnik und intelligente Netzssteuerung her. - Großanlagen (etwa die riesigen Offshore Windanlagen) benötigen gewaltige neue Leitungsprojekte. Sie verstärken zudem die Problematik der unregelmäßigen Stromerzeugung, da sehr viel Kapazität an einem Ort konzentriert ist. Wenn dort der Wind nicht weht, fehlt gleich eine Menge Strom. - Erneuerbare Energien haben eine sehr geringe Energiedichte. Die Sonne scheint mit einer bestimmten Energiedichte die Erde, und mehr ist pro Fläche nicht herauszuholen. Gängige PV Module haben derzeit einen Wirkungsgrad von etwa 15 bis 20%, und die eingestrahlte Energie liegt in Mitteleuropa bei rund 1000 kwh pro Quadratmeter. Ein gutes Modul könnte also unter perfekten Bedingungen (u.a. Nachverfolgung der Sonne, keine Beschattung) hiervon 150 bis 200 kwh/Quadratmeter elektrische Energie im Jahr erzeugen.

Die oft gehörten ökonomischen Argumente (alles so teuer!) sind aus vielen Gründen sehr zweifelhaft - einige davon sind zu komplex für eine schnelle Behandlung (etwa wie Preisbildung an der Strombörse). Andere sind einfacher. Sagen wir es wäre teuer - was ist die Alternative? Öl, Kohle und Erdgas und auch Uran sind nicht erneuerbar und gehen über kurz oder lang aus. Der Energiebedarf dagegen steigt weltweit ständig an. Der Umbau der Infrastruktur kompletter Länder und Kontinente dauert Jahrzehnte, also kann man nicht darauf warten, daß irgendwann plötzlich Kohle und Öl alle sind und dann mit dem Umbau anfange. Dann ist es zu spät. Auch neue Bohr- und Fördertechniken ändern daran nichts (Stichwort "Fracking"). Das ist so ähnlich als würde man sagen "es ist genug Brennstoff zum Heizen da" und würde dann seine Möbel im Kamin verfeuern. Geld verdienen kann man sicherlich. Daneben werden bei den klassischen Energien die Kosten arg verzehrt. Zum einen trägt die Allgemeinheit einen Großteil der Kosten indirekt - beim Atommüll etwa die Endlagerkosten und die Kosten für eventuelle Risiken - siehe Tschernobyl und Fukishima. Jeder Motorradfahrer braucht eine Hafptlichtversicherung - Atomkraftwerke nicht. Es ist nämlich keine Versicherung bereit dieses Risiko zu übernehmen - oder wenn, dann nur zu schwindelerregenden Preisen. Diese Kosten tragen wir alle in Form von ungedecktem Risiko. Und vieles mehr. Darüber hinaus: viele fossile und nukleare Kraftwerke sind alt. Mithin sind sie abgeschrieben und bezahlt. Da fallen keine Finanzierungskosten mehr an. Damit kann man richtig Schotter machen. Die Hauptkosten bei den erneuerbaren Energien dagegen sind Zinsen. Über die 20 Jahre Vertragszeit der Einspeisevergütung für eine bankfinanzierte PV Anlage sind die Kreditkosten (Zinsen, "Bankgebühren", Versicherungen) der größte Faktor - und nicht etwa die Anlage selber oder deren Installation. Das meiste Geld, was für die erneuerbaren Energien gezahlt wird geht direkt an die finanzierenden Banken... Darüber hört man wenig...

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