Vor über 4 Mrd. Jahren, waren Mond und Erde sich wesentlich näher. War der Vulkanismus auf der Erde damals so stark wegen der Nähe?

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7 Antworten

Nein! Die Erdschalen haben heute alle mehr oder weniger eine typische ganz spezifische chemische Zusammensetzung, das ist kein Zufall sondern Resultat eines Jahrmilliarden andauernden Entmischungsprozesses eines ursprünglich chemisch vollkommen homogenen Gesteinsbrockens Namens Erde. Logischerweise hat man die heftigsten Entmischungsvorgänge wenn a, viel Energie (Wärme) und b, möglichst große Homogenität vorherrscht, wie es zu dieser Zeit der Fall war. 

Die Mechanismen haben sich seitdem Hadaikum stark verändert, damals gab es zB keine Subduktion wie wir sie heute kennen. Mit der damals ganz anderen Atmosphäre und dem höheren geothermischen Gradienten gab  es völlig andere Bedingungen. Es gab andere Druck-Temperatur Bedingungen im Erdinneren dadurch waren andere Minerale stabil als heute, es entstanden andere Gesteine als heute, diese hatten eine andere Dichte und schon hat man ein völlig anderes geodynamisches System. 

Archaische Kruste ist im übrigen in der Regel sehr dick (also keinesfalls dünn), es gibt zwar keine heute noch existierende Kruste aus dem Hadaikum aber alle vorliegenden archaischen Krusten sind viel dicker als jüngere Krusten.

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Kommentar von Gendwer
10.07.2017, 13:15

Danke christianb219 (und auch an pflanzengott und muckel3302).

Der Begriff Hadaikum hat mich zu einigen interessanten Artikeln geführt, die ich noch komplett durchgehen muss. Eigentlich hatte ich nicht vor mich so sehr darin zu vertiefen und kannte Hadaikum deshalb auch nicht.

  Bei Wikipedia steht dazu unter anderem: Das die Gezeitenkräfte des Mondes damals etwa 125 mal so stark waren wie heute.

  Und im Absatz darüber, dass die (potentielle Energie) der Planetesimale zu einem großen Teil in Wärmeenergie umgewandelt wurden und diese vergleichbar ist mit der Strahlkraft der Sonne an 7,5 Tagen. (Genauer die "gravitationelle Bindungsenergie")

  Ich wusste auch nicht, dass die Sonne damals deutlich schwächer war, deshalb muss ich mich noch durch die anderen Artikel durcharbeiten, denke aber das die 7,5 Tage sich auf die heutige Strahlkraft der Sonne beziehen.

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Hey,

Vulkane sind zunächst eine Folge plattentektonischer Aktivität, die wiederum Grundvoraussetzungen für ihr Zustandekommen hat.

Kontinentalplatten müssen hier auf einem zähflüssigen Untergrund "gleiten" können, dass eine bestimmte Viskosität mit sich bringt. Im Fall unserer Erde reicht die beteiligte Gesamtmasse aus, um das Gestein ab einer gewissen Tiefe aufzuschmelzen. Auf diese Art ist die Magma das "Gleitmedium", auf dem die Kontinentalplatten unterschiedliche Bewegungsrichtungen ausführen.

Die Entstehung von Vulkanen erfolgt nun in der Regel an sogenannten Subduktionszonen, bei denen zwei litosphärische Platten aufeinandertreffen und ein Hebungsvorgang erfolgt. Das Gestein wird auf diese Art hochgedrückt und es kommt zur Entstehung langer Gebirgsketten und Vulkanen.

Diese Form von vulkanischer Aktivität hat es auf unserem Planeten schon seit seiner Entstehung gegeben. Im Gegensatz zum Mond oder dem Mars, besitzt die Erde nämlich genug Masse um die Zustandsgrößen im Planeteninnern dauerhaft so zu halten, dass die Voraussetzungen für plattentektonische Aktivitäten erfüllt sind.

Der Mond hatte damals durch seine wesentlich geringere Entfernung zur Erde natürlich auch Einfluss auf die endogenen Kräfte im Erdkörper. Wie du schon sagtest, verstärken sich neben den Gezeitenwechselwirkungen auch die Kräfte, die auf die Litosphäre einwirken. Es ist also sehr wahrscheinlich, dass der Mond vor 4 Milliarden Jahren einen wesentlichen Anteil dazu beitrug, dass sich geologische Veränderungen auf der Erde abspielten.

Geologische Änderungen durchläuft die Erde allerdings seit ihrer Entstehung und die Erdwärme ist der Schlüssel zum Verständnis sämtlicher Aktivitäten, die sich in und auf ihr abspielen. Nicht zuletzt ist zu berücksichtigen, dass die Erde vor 4 Milliarden Jahren trotzdem noch mehr Wärme zur Verfügung hatte als heute. 

Gerade unmittelbar nach der Entstehung des Mondes, war die in der Erde eingespeicherte Wärmeenergie unvorstellbar groß! Obwohl radioaktive Zerfälle und der natürliche Druck im Erdinnern das Gestein flüssig halten, waren die Bedingungen vor Jahrmilliarden schon noch wesentlich anders.

Lg Nikolai

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Kommentar von SlowPhil
07.07.2017, 16:23

Dass Vulkanismus eine Folge der Plattentektonik sei, halte ich für einen Irrtum. Schließlich gibt es auch auf dem Mars einen - erloschenen - Vulkan, der gerade wegen der fehlenden Plattentektonik so groß werden konnte.

Auch auf Venus muss es Vulkanismus geben oder gegeben haben, und zwar brontalen. Die heutige Oberfläche soll sich auf diese Weise auf einen Schlag gebildet haben.

Unsere Plattentektonik ist wohl eher für unsere Art des Vulkanismus verantwortlich, und beide, Vulkanismus und Plattentektonik, werden natürlich von der Hitze des Erdinneren angetrieben.

Ich habe auch schon gehört, dass für die Ausprägung der Plattentektonik Wasser an der Oberfläche wesentlich sei.

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Die Erde war nach ihrer Entstehung selbst ein brodelnder Vulkan, da sie so heiß war, dass sie keine feste Oberfläche hatte. Vor etwa 4 Milliarden Jahren war die Erde aber so weit abgekühlt, dass sie schon eine feste Oberfläche besaß, aber die Kruste war noch dünn und Vulkanismus war damals viel häufiger als heute. Ebenso wurde die Erde vor 4 Milliarden Jahren auch von unzähligen Kometen und Asteroiden getroffen, was die Oberfläche auch immermal wieder aufheizte. Der nahe Mond hat durch seine starke Gezeitenkraft diesen Effekt (Vulkanismus) vielleicht etwas verstärkt. Vulkanische Aktivitäten werden aber durch geologische Prozesse selbst ausgelöst, also quasi durch die Eigendynamik des Erdkerns, denn dieser ist nicht nur sehr groß (der gesamte Erdkern hat etwa die Größe des Mars), er hat auch einen hohen Anteil radioaktiver Elemente. Diese Elemente zerstrahlen durch den radioaktiven Zerfall und geben dadurch Energie an den Erdkern ab und halten ihn stets heiß, flüssig und beweglich, de innerste Erdkern ist nur durch den hohen Druck fest. Die Eigenrotation der Erde (sie rotierte vor Milliarden Jahren noch deutlich schneller) und ihre eigene Gravitation verstärken diesen Effekt. Der frühe Vulkanismus der Erde war also weitgehend hausgemacht, da die wirkenden Kräfte im Erdinneren damals wie heute viel dominanter sind als die Gezeitenkräfte des Mondes. Der damals nahe Mond hatte bestenfalls nur einen geringen Einfluss darauf.


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Kommentar von Hooks
07.07.2017, 15:17

Die Erde war nach ihrer Entstehung selbst ein brodelnder Vulkan

Wie kommt das?

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Nein, das lag damals an der immernoch extrem erhitzten Erde bzw. dem Erdinneren.

Die Erdkruste ist erst langsam so abgekühlt wie wir sie heute kennen.

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Kommentar von Hooks
07.07.2017, 10:54

Wie kommst Du darauf?

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Hat sicherlich einen Einfluss darauf gehabt.

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<<  Vor über 4 Mrd. Jahren, waren Mond und Erde sich wesentlich näher.

<<  Woraus schließt Du das?

   Hier hat keiner Ahnung von nix . Weil ja die Mondlandung ein Fake ist ( wie uns die ganzen ===> Asperger verblödeten ===> Autisten versichern )  hat der  Kater  im Mond ( in Wahrheit ein Mann mit vier Beinen; dass er einen Schwanz hat, ist wohl selbstverständlich ) ein Katzenauge aufgestellt, das uns ermöglicht nachzumessen, um wie viel mm sich der Mond pro Jahr entfernt. Du kannst also zurück rechnen .

    Aus NTV / N24 weiß ich ferner, dass wir heute durch Auszählen der Jahresringe paläontologischer Korallen  die Tageslänge unter den Dinos bestimmen können - 21 h .

   Mit Sicherheit ist davon auszugehen, dass die Flutwellen früherer Jahrmilliarden gigantomanisch waren .

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Kommentar von gilgamesch4711
07.07.2017, 13:34

  Ich schließe mich aber mit einer eigenen Frage an; bitte genau lesen . Schon einmal bekam ich Kommentare, aus denen ich unschwer ersehen konnte, dass ich mistverstanden werde .

   Woher stammt der Vulkanismus auf Io? Aus der EXZENTRIZITÄT seiner Umlaufbahn . Der " 4. Hauptsatz " besagt, dass das Universum einen tiefsten Energiezustand E = 0 besitzt ( Unmöglichkeit des Perpetuum Mobile 3. Art ( PM3 ) )  Ein PM3 wäre eine Vorrichtung, etwa ein Io, aus dem du einen unendlichen Vorrat an freier Energie ziehen könntest, ohne die ersten beiden Hauptsätze wirklich zu verletzen .

   Es muss demnach eine Kraft geben, die Ios exzentrizität auf Null herunter drückt ===> Io endet in einem Zustand gebundener Rotation; sein Vulkanismus erkaltet .

   Seit Wann besteht überhaupt Ios Energiequelle? Begann die vor Milliarden, Millionen oder tausend Jahren?

   Letzten Endes entscheidend wird diese Fragestellung für Enceladus und Europa . Das Leben braucht ja mindestens eine Mrd. Jahre, bis es entsteht ,   Stand auf diesen Monden wirklich schon so lange Energie zur Verfügung? Und wie lange noch? In geologischen Zeiträumen .

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Kommentar von SlowPhil
07.07.2017, 13:53

Asperger-Leute sind mitnichten unbedingt „verblödet“, und die Flachschädel - äh, pardon, -erdler sind nicht unbedingt Asperger-Leute oder sonstwie autistisch.

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Kommentar von Hooks
07.07.2017, 15:19

nachzumessen, um wie viel mm sich der Mond pro Jahr entfernt. Du kannst also zurück rechnen .

Wie kommst Du auf die Idee, daß das immer so gewesen ist? Und sich niemals, durch nichts, geändert hat?

Bedeutet das für Dich, daß der Mond anfangs Teil der Erde war?

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Kommentar von SlowPhil
07.07.2017, 16:25

@Hooks

Wir haben Grund zu der Annahme, dass der Mond einst Teil der Erde war.

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Kommentar von SlowPhil
07.07.2017, 18:20

@Gilgamesch

Was haben Dir die Autisten getan, dass Du sie mit Mondverschwörungstheoretikern vergleichst?

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