Vor Sonnenaufgang im Jahre 1889 bezüge?

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Siehe Wikipedia! 1889 bedeutet durch die Aufführung des Dramas „Vor Sonnenaufgang“ nur den Durchbruch des Naturalismus auf dem Theater und die feste Etablierung eines bis dahin fast unbekannten Autors. – In der damaligen Gesellschaft herrschte in Bezug auf Sexualität eine Doppelmoral: einerseits wurde Sexualität nur in der Ehe akzeptiert, andererseits nahmen sich Männer und Ehemänner ihre Freiheiten auch außerhalb der Ehe. Das geschah immer nur heimlich; wenn eine Ehefrau eine Affäre hatte (s. Frau Krause in dem Drama), so musste die das ganz besonders heimlich machen. In der verkommenen Familie des Bauern Krause wird die Doppelmoral deutlich: Frau Krause will die Magd, die eine Sexaffäre mit einem Knecht hat, entlassen; sie selbst aber betrügt ihren Ehemann. Das Verhalten der Frau soll als besonderes Zeichen ihrer Verkommenheit vorgeführt werden. - Der Alkoholismus wurde wie heute scharf verurteilt, galt und gilt als selbstverschuldete Sucht, durch die sich ein Mensch ausgrenzt. Durch G. Hauptmann wurde in seinem Drama „Vor Sonnenaufgang“ eine besonderer, zeittypischer Akzent in die Debatte eingeführt: Der Alkoholismus, auch die Sexgier des Bauern Krause, der sich sogar an seiner Tochter vergreift, sind durch Vererbung vorgeprägt und werden sich als degenerative Merkmale deterministisch auf seine Nachkommen weiter vererben. Das ist dann der Grund, weshalb Alfred Loth später Krauses Tochter Helene, obwohl er sie liebt und sie seine Liebe erwidert, verlässt, denn Loth glaubt an die deterministische Vererbungslehre. Das Drama dürfte heute keine Aktualität mehr haben. da man vom materialistischen Determinismus inzwischen abgekommen ist.

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