Vor der Klasse blamiert?

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6 Antworten

Auf mich wirkt es so, dass diese Probleme hauptsächlich in deinem eigenen Kopf existieren und alles nur wenig mit den äusseren Umständen in deinem Leben sondern viel mehr mit deiner Einstellung und Sichtweise zu tun hat.

Nehmen wir jetzt mal gerade diese Situation, du musst etwas beantworten, worauf du die Antwort kennst. Du wirst nervös. Das ist so und das kannst du auch nicht ändern, aber genau jetzt ist der Moment, wo du reagieren kannst. Du hast die Variante Flucht genommen und das ist nun mal möglicherweise einfach nicht der passende Weg für dich, mit solchen Situationen umzugehen -> sonst würde es dir nämlich jetzt besser gehen.

Eine andere Variante wäre, dass du dir sagst: Okay, ich bin jetzt nervös und habe keine Ahnung wieso, aber das ist nicht so schlimm, ich kenne schliesslich die Antwort und kann diese auch sagen. Und gleich nachdem ich das geschafft habe, gönne ich mir ein Lächeln und freue mich darüber, dass ich meine Nervosität in den Griff bekommen habe.

Sieh solche Angstsituationen als Gelegenheit, dir selbst zu beweisen, was du eigentlich alles meistern kannst. Auch wenn es dann nicht so gut wird, wie du weisst, dass du es gekonnt hättest -> du hast es versucht, du hattest den Mut, es zu versuchen. Und damit bist du schon mutiger als viele andere Menschen auf dieser Welt.

Das Leben ist ein ständiges Lernen, ein ständiges Hinfallen und Wiederaufstehen, ein ständiges Weitermachen. Solche Situationen wirst du immer wieder erleben - fang jetzt damit an, dir ein positives 'Gedankenset' einzuprogrammieren, das zahlt sich nämlich noch dein ganzes Leben lang aus.

Lerne, dich in deiner eigenen Haut wohlzufühlen, geniesse alles im Leben, konzentriere dich, auch wenn es dir schlecht geht, auf das, was schön ist. Sagen wir, du hast einen schlechten Tag und fühlst dich mies und missverstanden und hast das Gefühl, niemand will etwas mit dir zu tun haben -> freue dich am Wetter, lächle über ein Tier, das dir auf der Strasse begegnet, freue dich an den Blumen am Strassenrand oder sei mal mutig und lächle einfach irgendjemanden freundlich an. Hab Freude an den kleinen Dingen, die findest du immer und überall und in ihnen ist das wahre Glück.

Sobald du dich bei dir und in deinem Leben wohlfühlst, wirst du auch auf andere Menschen automatisch eine positive Wirkung haben und besser mit ihnen auskommen.

Du könntest auch einfach mal all deinen Mut zusammen nehmen und jemanden von deiner Schule anlächeln, begrüssen oder mittags beispielsweise fragen ob du dich zu ihnen setzen kannst. Vielleicht denkst du, du bist zu wenig selbstbewusst für das -> tu einfach mal so, als ob du selbstbewusst wärst und mach all die Dinge, die du dann tun würdest. Du wirst merken, Selbstbewusstsein ist Übungssache und der Wille, immer wieder etwas zu tun, was einen aus der persönlichen Komfortzone herauslockt. Dabei wächst es natürlich dann auch immer.

Kurz gesagt, du hast viel zu tun, vor allem in Sachen positiv denken und selbstbewusst handeln. Das ist beides Übungssache und wenn du dran bleibst, wird es dir bald einmal sehr leicht fallen. Aber freu dich über diese Anstrengung, sie zahlt sich aus und macht auch schon in der Übungsphase Spass.

Und wenn's mal negativ ausfallen sollte und du dir denkst 'das hätte ich jetzt besser nicht gemacht/gesagt' oder so, denk dir einfach 'ich freu mich darüber, dass ich den Mut hatte, das zu tun - so weiss ich, dass ich mich dabei nicht wohlfühle und muss mich nicht mehr ständig fragen, was wäre wenn..' Finde im negativen eine Lektion, etwas, das du daraus lernst und dann lässt sich all das Schöne im Leben fast nicht mehr geheimhalten. =)

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Kommentar von AnimeFreeak
22.09.2016, 16:28

Oh, jetzt weiß ich garnicht was ich sagen soll. Das ist einfach so eine tolle Antwort. Das Problem ist tatsächlich in meinem Kopf, es ist zum verrückt werden und gestern im Unterricht wollte ich mich melden war sooo nervös und hab es getan und wurde auch drangenommen. Es war so ein tolles Gefühl, ich weiß einfach nicht was heute los wahr. Ich werde nächste Woche das Mädchen neben mir ansprechen und sie fragen, ob ich mit ihr in der Pause rumhängen kann. Alle sind auch nett zu mir in der Klasse, nur ich mache mir alles kaputt.

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Kommentar von AnimeFreeak
23.09.2016, 00:49

Das ist echt so motivierend! Gerade gings mir wieder schlecht und jetzt habe ich deinen Kommentar gelesen und wieder Hoffnung geschöpft, ich werde nicht mehr nachgeben!

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Wieso solltest Du psychische Probleme haben? Lese ich nicht heraus. 

Es mangelt Dir womöglich an Selbstbewusstsein, dafür hast Du ein viel zu großes Schamgefühl. Beides hat seine Wurzeln in der Erziehung. Und da erlebte Fehler lassen sich korrigieren. Sie sind auf gar keinen Fall eine psychische Krankheit!!!

Womöglich bist Du ein Einzelkind mit bisher wenig Kontakt zu Gleichaltrigen in der Freizeit. Also hast Du auch viel zu wenig Möglichkeiten bisher gehabt, Dich im Umgang mit neuen und mit wechselnd zusammen gesetzten Gruppen zu üben. Das ist auf gar keinen Fall eine psychische Krankheit!!!!

ABER Du hast eine sensible Selbstwahrnehmung. Und Selbstachtung. Beide sind auf gar keinen Fall eine psychische Erkrankung!!!!

Es ist ganz normal, dass es eine Weile dauert, bis ein Mensch in einer neuen Gruppe angekommen ist. 

Mode ist in unserer Gesellschaft, gleich mal aufeinander zuzugehen und irgendwelche Oberflächengespräche zu führen. 

Also sich erst mal vorstellen, nachfragen, aus welchem Grund mit welchem Ziel die andere Person da ist, wo sie herkommt, familiärer, später dann beruflicher Hintergrund, Hobbys.... . Und entsprechend von sich zu berichten. Dass Du dazu bisher nicht gekommen bist aus wesentlichen Gründen, kann nicht auf eine psychische Krankheit deuten!!!!

Sensibilität ist in unserer Gesellschaft eine Eigenschaft, eine Fähigkeit, die nicht modern ist, nicht gewollt. Dafür haben wir sehr viele Depressive in unserer Gesellschaft. Arbeitsunfähig, verrentet, oft in Kliniken.... . Vielleicht ist davon ein Großteil auch sensibel und hat nie davon erfahren, dass Sensibilität eben keine psychische Erkrankung ist sondern gesund!!!!

Es gibt eine Gemeinschaft Hochsensibler. Schaue Dich da mal in Netz nach um. Du wirst dort zahlreiche Tipps, Gedankenanregungen finden. 

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Im Unterschied zu Dir habe ich mich schon früh bewusst dafür entschieden und auch entscheiden können / dürfen, nicht bei der großen Herde dabei zu sein. Und nicht dabei sein zu wollen. Ich gehöre nun mal der Nachkriegsgeneration an. Und habe noch nie ein Interesse an Wiederholung gehabt. 

Ein Erlebnis möchte ich hier mit Dir teilen, welches ich in der Grundschule hatte: 

Zu uns kam eine Albino. Das sind Menschen, deren Haut keine Pigmente bilden kann. Sie haben rote Augen, weiße Haut und weiße Haare. Sie sind halt gegenüber Sonneneinstrahlung arg empfindlich. Deswegen sind sie nicht krank oder so. 

Das Mädchen stellte sich als schlau und fleißig heraus. 

Nach wenigen Wochen kam ich mal wieder spät zur großen Pause auf den Schulhof. Da sah ich eine Gruppe Jungs auf Etwas eintreten, ,hörte, wie sie sich gegenseitig anstachelten. Die Mädchen hatten eine für mich neuen Gesichtsausdruck. Einige schienen sich am Geschehen zu berauschen aus ihrem gewahrten Abstand, andere hatten Abscheu im Gesicht und bestätigten sich gegenseitig, es wäre auch an der Zeit. 

Ich ging hin. Die Jungs tragen auf unsere neue Klassenkameradin ein. 

Da bin ich wütend geworden. In der Regel erinnere ich dann erst mal ein Stück weit nicht. Auf jeden Fall waren wohl anschließend ein paar Jungs verletzt. 

Es kam zu einer Strafanzeige. Wir als Klasse sollten ein Gedächtnisprotokoll schreiben. Unser Lehrer meinte dann dazu, ich sei die einzige Person, welche das Erlebte einfach aufgeschrieben hätte. Alle anderen hätten ihre Vorstellungen, Meinungen, Fantasien mit dem Erlebten vermischt. Ein Teil sogar so sehr, dass vom Geschehen in ihrem Text Nichts zu lesen war. 

Der Lehrer hatte mich schon vorher darauf angesprochen, dass ich immer alleine sei. Nun ging ich nach der Stunde zu ihm hin. Ich sagte ihm, dass ich mit solchen Menschen niemals in meinem Leben verkehren wolle. Da meinte er, dann sei ich aber ziemlich alleine. 

Ich bin nicht alleine. Im Gegensatz zu sehr vielen anderen Deutschen habe ich dafür Freunde, echte Freunde. 

Fast alle diese meine ehemaligen Klassenkameraden sind nicht glücklich geworden in ihrem Leben, haben erreicht, wovon sie träumten. 

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Nimm die anderen nicht so wichtig. Denn Du darfst für Dich an erster Stelle stehen, die wichtigste Person in Deinem Leben sein. Denn Du gehst nur für Dich da hin. 

Gehe zu youtube und gebe da ein

sonnengeflecht

Die Übung ist schnell erlernt und jederzeit nutzbar. 

Gewöhne Dir an, täglich vor dem einschlafen Tagebuch von Hand auf Papier zu schreiben. 

Und für den Fall der Fälle nutze

https://www.nummergegenkummer.de/

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Kommentar von AnimeFreeak
22.09.2016, 16:40

Das war aber mal ein Erlebnis! Ich habe schon psychische Krankheiten (Dazu kannst du dir gerne meine anderen Fragen durchlesen!) aber ich würde mich auch als Sensibel ansehen, auch wenn man mir etwas aus Spaß sagt denke ich den lieben langen Tag darüber nach. Ich hoffe ich kann irgendwann mal so wie du denken, ich habe es langsam echt satt. Danke für die ausführliche Antwort, die war wirklich hilfreich! :)

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Kommentar von AnimeFreeak
22.09.2016, 16:44

Stimmt, tut mir leid! :D

Werde ich machen! Ich will irgendwann nicht traurig auf die Vergangenheit zurückblicken. Eine Frage: Was wurde eigentlich dann aus dem Albinomädchen?

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An Deiner Stelle würde ich mich erst einmal darauf konzentrieren, die psychischen Probleme anzugehen. Mach doch mal einen Termin bei einem/r
Jugendpsychiater/in für eine gründliche Diagnose und evtl. Tabletten, und fange parallel eine Psychotherapie an. Beim Patiententelefon der Kassenärztlichen Vereinigung gibt es die Namen von Therapeuten, die aktuell Plätze frei haben.

Du bist doch gerade gar nicht in der Lage, viel zu lernen und das Gelernte wiederzugeben.

Du kannst Dich zunächst auch von einem Hausarzt krankschreiben lassen, der für Dich z.B. einen Aufenthalt in einer Psychosomatischen Fachklinik
beantragt: das ist KEINE Psychiatrie, Du sollst dort nicht ruhigestellt
werden, sondern das ist eher eine Kur für Depressive, Menschen mit
Angst- und Zwangserkrankungen etc. Es gibt auch Kliniken mit Jugendstationen, dort lernst Du andere junge Menschen kennen, denen es genau so geht wie Dir. Versprochen!

Der Hausarzt kann auch Antidepressiva verschreiben, aber meine Erfahrung ist, dass Fachärzte da ein besseres Händchen haben, weil sie mehr Medis kennen und eher auf dem Stand der Forschung sind.

Sprech doch mal dringend mit Deinen Eltern darüber, dass es Dir schlecht geht und dass Du möchtest, dass die Behandlung Deiner Probleme jetzt im Vordergrund steht; später kannst Du immer noch mal auf ein Berufskolleg gehen - oder einen ganz anderen Weg wählen.

Die ganzen beschriebenen Behandlungsschritte kannst Du paralle angehen: Wenn Du aus einer Klinik kommst, bist Du froh, eine ambulante Therapeut/in zu haben. Und einen guten Haus- und Facharzt brauchst Du sowieso. Und  wenn es Dir deutlich besser geht, dann hast Du auch neue Energie und Idee, wie es schulisch oder beruflich weitergehen kann.

Kopf hoch, sowohl für psychische Probleme/Depression als auch für die Schule gibt es Lösungen - nur eben nicht alles gleichzeitig.

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Kommentar von AnimeFreeak
22.09.2016, 16:33

Danke! Ich habe seit April eine Angststörung, Depressionen und als ich dann Zwangsgedanken bekommen habe habe ich mich sofort in die Klinik begeben da war ich aber nur 3 Tage. Ich habe immernoch Probleme aber bin seit August bei einer Therapie und gehe da auch regelmäßig hin, Antidepressivas werde ich bald bekommen der Facharzt meldet sich nur nicht. Ich denke darüber nach mich erneut in einer Klinik zu begeben oder wie du gesagt hast: Kur! Das hört sich besser an. Ich danke dir so sehr, ich hoffe ich finde einen Weg raus aus diesem Chaos.

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Mir geht's EXAKT genauso. Okay fast😅
Bei Präsentationen habe ich mich schon öfters blamiert. "Freunde" habe ich schon in der Klasse,aber na ja:/ keine richtigen. Fühle mich mehr wie ein Außenseiter, ein Alien.
Also kann ich verstehen wie es dir geht. War zwei Jahre lang keine Freunde in der Schule und hab auch öfters gefehlt. Aber genug von mir.

Wichtig ist,dir klar zu machen um was es dir jetzt geht. Die anderen aus deiner Klasse und deine Außenseiter-Rolle sollten dir egal sein. Hauptsächlich bist du in der Schule um was zu lernen. Und später etwas machen zu können.
Was die Präsentationen betrifft,könntest du zB zuerst mal vor deiner Familie üben. Und später die Anzahl der Leute erhöhen. Als Beispiel : Zuerst nur vor deinen Eltern, dann kommen evtl die Geschwister dazu,die Freunde der Geschwister/Eltern usw. Verstehst du? Einfach Leute nehmen,die dir vertraut sind.
Und woran liegt's, dass du keine Freunde hast? Zu Beginn der 10. hatte ich ein ähnliches Problem. Aber schon zu Anfang,hab ich mir meine neuen Klassenkameraden gut angesehen und mit zwei raus gepickt, die die selben Interessen hatten und nett auf mich wirkten. Es hat zwar eine Weile gedauert,aber wir wurden Freunde:) Gibt's denn keinen in deiner Klasse,der dir zusagt?

Ich wünsche dir alles Gute und viel Glück noch:)🍀🍀

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Kommentar von AnimeFreeak
22.09.2016, 16:35

Hallo! Danke für deine liebe Antwort :)
Das ist eine gute Methode und ich werde sie auch bestimmt durchsetzen! Ich bin immer so still deshalb redet niemand mit mir aber das Mädchen das neben mir sitzt sieht nett aus :) Ich werde sie mal fragen!

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Finds ziemlich gemein wie die ganzen Internetmäuler hier dir gegenüber reagieren, es gibt einfach Menschen die gehen mit jeder Situation anders um.

Einige Sachen kann ich gut nachvollziehen, bin selber ziemlich schüchter, aber ich denke mir halt immer wieder die anderen müssen es doch auch machen, wer weiß wie es denen geht, und dann schaff ich es irgendwann mich zu überwinden.

Leute können fies sein, und schließen all dass aus was anders ist.
Glaub an dich, setzt dir Ziele, Leb DEIN Leben.

Und hör nicht auf solche Gestalten hier..

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Kommentar von AnimeFreeak
22.09.2016, 15:02

Ich hatte die Hoffnung auf eine normale Antwort schon verloren, auf Gutefrage laufen lauter solche gestalten rum die andere nieder machen...
Ich bin extrem schüchtern und du hast recht, einige aus meiner Klasse sehen auch so aus als würde es denen mies gehen ich muss mich einfach überwinden. :)

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Kommentar von amuelue
22.09.2016, 15:07

Traurige Welt echt!

Ja Versuch das beste draus zu machen! Ich weiß es geht nich von heute auf morgen, aber wenn ich die Jahre zurück gucke kann ich mit stolz behaupten etwas selbstbewusster geworden zu sein.

Aber wenn ich an eine wichtige Präsentation denke die ich in einem Monat halten muss geht mir der Arsch auf Grundeis :D

Außerdem hab ich selber viele Freundinnen die sogar noch schüchternen sind und eigl ist es ziemlich lustig weil man gegenseitig weiß was der andere durchmacht sei es alleine zum Arzt zu müssen, irgendwo anzurufen, selbst wenn es "nur" Pizza bestellen ist oder einfach Präsentationen halten... :D

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Kommentar von AnimeFreeak
22.09.2016, 16:42

Hahaha, geht mir auch so! Ich wünschte es gebe Menschen in meiner Klasse die schüchtern sind aber leider nicht…
Man, wenn mein Vater mal will das ich irgendwo für ihn Anrufe bin ich schon kurz vorm ohnmächtig werden oder wenn jemand mal will das ich die Mitarbeiter in einem Geschäft nach einem Artikel frage :D

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Es klingt wirklich sehr nach Überdramatisierung.

Du machst aus einer Mücke einfach einen absoluten Elefanten.

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