Vor- und Nachteile vom Mehrheitsprinzip?

6 Antworten

Das Mehrheitsprinzip ist zumindest im Normalfall praktisch am besten durchsetzungsfähig, weil hinter der Mehrheitsentscheidung auch die Macht dieser Mehrheit steht. Nur dass wir uns in zivilisierten Gesellschaften darauf geeinigt haben, diese Macht nur im Rahmen einer Stimmabgabe und nicht körperlich auszuüben.

Dass Mehrheitsentscheidung ein Naturgesetz sein sollen, glaube ich dagegen nicht. Mehrheitsentscheidungen gibt es in nennenswertem Umfang nur in menschlichen Gesellschaften (Tierrudel sind beispielsweise hierarchisch strukturiert und damit undemokratisch!) und auch da erst seit der Aufklärung. Eine Mehrheitsentscheidung setzt nämlich voraus, dass alle an einer Entscheidungsfindung teilnehmenden Personen gleichwertig und überhaupt berechtigt sind, an der Entscheidung mitzuwirken. Was eine künstliche Situation ist. Natürlich wäre eine Durchsetzung des Rechts des Stärkeren. Das gilt eigentlich auch heute noch in vielen wesentlichen Bereichen unserer Gesellschaft, ohne dass wir uns das so bewusst machen: Am Arbeitsplatz bestimmt zum Beispiel der Chef, in den Familien die Eltern. Obwohl die Angestellten oder Kinder eine Mehrheit sind, die oftmals einen anderen Willen haben (können).

Viel richtiges wurde hier schon geschrieben. Als Ergänzung dazu noch:

Die Anwendung des Mehrheitsprinzip beruht auf der Einigung auf und der Akzeptanz von vereinbarten Regeln und der Annahme, daß alle Beteiligten gleich qualifiziert und am Wohl aller gleich interessiert sind. Siehe Ursprünge der Demokratie im antiken Griechenland (Demos = Volk eines Staates, Kratos = Herrschaft)

Vorteile:

  • Ausgleich von versch. Interessen
  • Verhinderung von Machtmißbrauch und Willkür
  • Befriedung der betr. Gesellschaft
  • Wettstreit der Argumente und Meinungen kann Entscheidungsprozess optimieren

Nachteile:

  • Mehrheit bedeutet nicht automatisch optimale Entscheidung, da1.) nicht jeder automatisch gleich qualifiziert zu einem Thema ist und2.) Egoismen der Einzelnen eine optimale Entscheidung für "das Ganze" verhindern können
  • U. u. langwierige Entscheidungsfindung

Deshalb ist das Militär (und auch meist Familien ;-) hierarchisch gegliedert.

Das Mehrheitsprinzip ist keineswegs ein Naturgesetz, im darwinschen Kontext haben sich, vom Menschen abgesehen, meist hierarchische Gesellschaften durchgesetzt.

Die Nachteile des Mehrheitsprinzip in einer Demokratie hat m. E. Schiller gut zusammengefasst, der den Fürsten Sapieha in "Demetrius" auf dem Reichstag sagen läßt:

Was ist die Mehrheit? Mehrheit ist der Unsinn;
Verstand ist stets bei Wen’gen nur gewesen.
Bekümmert sich ums Ganze, wer nichts hat?
Hat der Bettler eine Freiheit, eine Wahl?
Er muss dem Mächtigen, der ihn bezahlt,
Um Brot und Stiefel seine Stimm’ verkaufen.
Man soll die Stimmen wägen und nicht zählen;
Der Staat muss untergehen, früh oder spät,
Wo Mehrheit siegt und Unverstand entscheidet.

Wie ginge es anders? Die Mehrheit will A, Einzelne wollen B. Sobald Einzelne versuchen B durchzusetzen, werden sie von der Mehrheit überrannt. Davon können Einzelne die Mehrheit nicht abhalten.

veränderungen können aber durchaus durch eine kleine gruppe bewirkt werden, wie nachhaltig diese sind ist dann wiederum eine entscheidende frage

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