Vor - und Nachteile bei Kauf von Anteilen einer Bürger - Energiegenossenschaft

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Hallo Herbstzauberfee,

drei Fragen - drei Versuche:

1) Die 3-5 % Verzinsung sind i.d.R. nicht garantiert. Ob das für Dich ein lukrative Anlage ist, oder mehr "dabei sein ist alles" bedeutet, musst Du entscheiden. 300 € sind ja überschaubar. 2) Normal kannst Du die Anteile auch wieder verkaufen. Du musst halt einen Käufer finden. Eine Rückkaufgarantie (mit entspr. ausgewiesenen Konditionen) ist sehr selten. Käufer auch. 3) Das ist ein Investprojekt in Photovoltaik. Der erzeugte Strom wird von (fast :-(() allen Verbrauchern gesponsort. Du selbst zahlst Deine Verzinsung über Deine Stromkosten wieder zurück. Eine Anrechnung (10% reg. Energie) gibt es hier nicht. Anders wäre es, wenn Eure Energiegenossenschaft ein Nahwämenetz mit reg. Energie aufbauen würde. Da könntest Du ggf. eine Anrechnung finden (aber kaum Verzinsung).

Gruß

Die Fragen sollten dir eigentlich die Initiatoren der Genossenschaft beantworten können.;o)

Ich vermute, die Anlage als solche ist zumindest schon einmal sicher. Die Stadt ist mit im Boot, deine Mitbürger ebenso, das Geld wird vor Ort investiert. Du kannst also jederzeit sehen, was da geschieht und bist an einem sinnvollen Projekt für die Umwelt und für die Energiesicherheit beteiligt. DAS sollte deine Motivation sein. Selbst wenn das Projekt in die Hose geht (Sonne fällt aus oder so), bist du nicht die einzige Betroffene und kannst dir das Leid mit den anderen Bürgern teilen ;)

Da der Gewinn aber nicht garantiert ist und die Rückzahlung nie kurzfristig möglich sein wird, solltest du nur einen Teil deiner verfügbaren Mittel in diese Anlage geben.

Vorab: Ich mache das auch - bei uns sind die Anteile mit einer Stückelung von 500 € zu haben. Die Idee, dass wir die Energiewende ein Stück weit selber in die Hand nehmen und somit auch die Diskussion um den Netzausbau ein Stück weit selber relativieren können (wenn Energie in der Fläche erzeugt wird, braucht sie nicht über weite Strecken transportiert werden, sondern kann in der Fläche verteilt werden - das wäre gerade für Süddeutschland, das ja vom Wegfall der Atomkraftwerke stark betroffen ist, wünschenswert ....) empfinde ich als total wichtig. Dem Argument, dass hier nur derjenige von den Einspeisevergütungen profitiert, der schon "reich genug ist, um sich Kollektoren auf sein Dach zu packen", kann mit diesem Modell begegnet werden. (Auch ein Mieter kann hier profitieren und sich beteiligen !) Der Monopolstellung der Energieerzeuger kann mit solchen Modellen endlich entgegen getreten werden.

Wenn man jedoch nur aus Anlagegesichtspunkten an die Sache herangeht, dann handelt es sich um eine langfristige Beteiligung mit allen Vor- und Nachteilen. Es können Verluste auftreten, die aber durch die langfristige Festschreibung der Einspeisevergütung doch sehr unwahrscheinlich sind. Eine kurzfristige Rückzahlung der Anteile wird nicht so einfach möglich sein - du musst halt jemanden finden, der deine Anteile übernimmt.

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