Von Zinsen leben kann man nicht mehr oder?

15 Antworten

kannte ältere Leute in der Nachbarschaft, die haben früher von 1/2 mio Zinsen gelebt, aber Dank Draghi geht das heute nimmer :/ daher mussten sie auch ans Grundkapital, da sie sich mit Aktien nicht auskannten.

Bei Aktien bedarf es äußerster Wachsamkeit, einen gleichmäßigen Zuwachs hinzubekommen, wenn man sie oft aktualisiert, austauscht, beobachtet, kann man es damit bei 5 mio. locker erreichen. Gruß

Die Zinsen sind heute im Keller und werfen selten genug Ertrag ab, um davon leben zu können.

Aber die Vermögenden haben einen wesentlichen Teil ihres (Finanz)Vermögens in Form von Aktien veranlagt. Diese haben im Schnitt eine Rendite von 5 % im Jahr. Das ist stark schwankend - das geht von +30 % bis -20 %.

Also kann man von den Aktien-Erträgen eines Aktiendepots von 500.000 Euro im Jahr leben. Das sind etwa 25.000 Euro Rendite im Jahr oder 2.000 Euro im Monat. In schlechten Jahren kann man von den Bar-Reserven zehren.

Das Problem ist, wir haben gerade Niedrigzins einerseits und andererseits wollen die Banken keine großen Einlagen mehr. Das versaut die Bemessungsgrundlage für die Bankenabgabe und die Kreditnachfrage ist auch nicht so sonderlich, die Bank weiß nicht wohin mit dem Geld und muss es risikoreicher investieren.

Nehmen wir an, Du bekommst jährlich 1 % aufgrund einer Festanlage mit 5 Jahren. Das sind dann jährlich brutto 50 T€. Darauf Steuern 25 %, also 37,5 T€, vor Sozialversicherung. Nehmen wir klassisch die 50 % vom Einkommen für alles, hätten wir 25 T€ pro Jahr, sofern der Vermögensstock unangetastet bleibt, ca. 2 T€ netto pro Monat.

Aber Du müsstest erst eine Bank finden, die Lust auf eine solche Summe hat, welche sie dann mit 1 % p.a. honoriert. Geht der Zins z.B. auf 0,5 runter, wären es linear nur 1 T€ netto pro Monat, bei 0,2 nur noch 400 €, bei 0,1 % 200 €, wobei dann die Steuereffekte nachlassen, wenn man veranlagt, aber ein angemessener Sozialversicherungsschutz wird dann ggf. prozentual deutlich teurer. Also bei kleiner 1 % wird es schwierig zu prognostizieren. Da müsste man sich genau beraten lassen und extrem aufpassen. Und bei Riesensummen würden die Banken wohl eine für Dich ungünstige Zinsregelung einbauen, die dann rasch Deine Kalkulationen über den Haufen werfen.

Und bei Negativzinsen, die man auf übergroße Beträge erheben kann, wird es Spaß-frei.

"Das sind dann jährlich brutto 50 T€. Darauf Steuern 25 %, also 37,5 T€, vor Sozialversicherung. Nehmen wir klassisch die 50 % vom Einkommen für alles, hätten wir 25 T€ pro Jahr, sofern der Vermögensstock unangetastet bleibt, ca. 2 T€ netto pro Monat."

Er muss mit seinen 50.000 Zinsen ja nicht mehr arbeiten, also zahlt er auch nicht 25% Steuer und hat netto über 3.300 Euro , muss sich aber selbst versichern.

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@napoloni

Ich zahle auf jegliches Einkommen nach § 2 Abs. 1 EStG Steuern, auch auf Zinsen, nicht nur auf Lohn, § 2 Abs. 1 Nr. 5 EStG. Auf Zinsen zahle ich die Zinsabschlagssteuer, wenn ich nicht veranlage.

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@nobytree2

Das ist aber auch für den Fragesteller gestaffelt (§32a Abs. 1). Für die ersten (ca.) 9000 Euro zahlt er zum Beispiel keine Steuer. Also wird er sich das schön über die Steuererklärung zurückholen.

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@napoloni

nur wenn er veranlagt. Aber dann ist er im Steuersatz drin. Oder missverstehe ich das?

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@nobytree2

Im Endeffekt bezahlt er auf Kapitalerträge maximal die 25% Kapitalertragssteuer (+ggf. Soli, Kirche). Wenn er mit seinem Gesamteinkommen (Lohn, Gehalt, Kapitalerträge) unter einem Steuersatz von 25% bleibt, gilt auch für die Kapitalerträge der individuelle Steuersatz.

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