Vom "Verkauf" meines PKWs zurücktreten?

10 Antworten

Ich bin kein Rechtsgelehrter, würde aber mit folgenden Dingen rechnen:

1. Es ist ein von beiden Seiten beschriebenes Dokument, was den Kauf besiegelt. Das fehlende Datum wäre zwar anfechtbar, aber da schon eine Anzahlung getätigt wurde, gibt es ja einen "Kauftermin". Rechtlich eine schwierige Sache. (Einfach mal Rechtsberatung anrufen)

2. Meiner Meinung nach ja. Ein Kaufvertrag wurde geschlossen und die Bedingungen deinerseits nicht eingehalten. Dass das Auto noch auf deinen Vater eingeschrieben ist, vergrößert das Problem noch eher, da die Umstände des Besitzes in deiner Verantwortung liegen. (Ich kann auch nicht den Fernseher des Nachbarn verkaufen, Geld kriegen und dann "Pech gehabt" sagen.)

3. Nein, Käuferschutz.

4. Rechtlich würdest du von meinem Standpunkt aktuell den kürzeren ziehen und müsstest den Käufer zumindestens teilweise auszahlen, wenn du das Auto nicht verkaufst. Such ein persönliches Gespräch, erkläre deine Beweggründe, biete den Kauf der Ersatzteile an und leg vllt. noch einen Hunderter oben drauf, als Zeichen des guten Willens. 

PS: So "Kaufvertrag auf Servierten" Dinger würde ich in Zukunft von abraten :)... 

1. Ist es überhaupt möglich, vom Verkauf zurückzutreten (z.B. das Datum fehlt)?

Nein. Ein fehlendes Datum ist kein Grund, einen Vertrag für ungültig zu erklären.

2. Kann der Käufer mich rechtlich belangen?

Wenn du den Vertrag nicht einhälst, ja.

3. Habe ich als Verkäufer nicht genauso ein 14-tägiges Rücktrittsrecht?

Wieso genauso? Es gibt bei dieser Art des Vertragsabschlusses kein Widerrufrecht.

4. Wie würdet Ihr in diesem Fall vorgehen?

Den Kaufvertrag einzuhalten. Dazu zählt auch, das Auto nicht mehr zu benutzen. Es gehört dir nicht mehr. Jeder Defekt, jede Beschädigung (im schlimmsten Fall ein Unfall mit Totalschaden) würde dazu führen, dass du dem Käufer den Schaden ersetzen musst.

Ebenso ist mein Vater als Halter dieses PKW in den Fahrzeugbrief eingetragen.

Der Halter hat nichts mit dem Eigentümer zu tun. Es ist völlig egal, auf wen das Auto zugelassen ist. Du hast es als Eigentümer verkauft, daran musst du dich halten.

Um dies zu bestätigen, füllte ich handschriftlich einen kleinen Zettel aus...

Die Größe eines Schriftstückes hat keinen Einfluss auf die Rechtmäßigkeit des Vertrages.

Hallo Ferbie,

ein Kaufvertrag muss nicht einmal schriftlich gemacht werden.

Und wenn du willst, kannst du den auch auf einem Bierdeckel verfassen und das Datum weglassen, er ist dennoch gültig.

Kurz und gut - du "musst" dem Käufer gegen den vereinbarten Preis das Fahrzeug aushändigen, wenn er sich nicht damit einverstanden erklärt, dass du es behalten willst.

Machs du es nicht, kann er dich auf Einhaltung des Vertrags verklagen. Ob er das machen wird, steht auf einem ganz anderen Bierdeckel ;-)

Ich kann hier nur Fischer777 beplichten. Ein offenes und ehrliches und vor allem freundliches Gespräch kann wunder bewirken.

Viele Grüße

Michael


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