Vom Autokauf beim Händler nach erfolgter Anzahlung zurücktreten, kein schriftlicher Vertrag?

10 Antworten

Alles ueber Internet und Fernkommunikation? Bei einem Haendler und du bist Verbraucher (wolltest das Auto fuer dich privat)?

Dann hast du doch sowieso ein vierzehntaegiges Widerrufsrecht.

Es ist zudem fraglich, ob hier ueberhaupt schon ein Kaufvertrag zustande gekommen ist. Die Anzahlung spricht eher dafuer, die Absicht zum Abschluss eines schriftlichen Vertrages eher dagegen.

Naja ein Vertrag kommt zustande durch Angebot und Annahme. Das Angebot war das angebotene Auto zu einem bestimmten Preis, die Annahme die Vorauszahlung. Es ist also ein Kaufvertrag entstanden.

An das Widerspruchsrecht hatte ich aber gar nicht bedacht, er kann also vom Vertrag zurücktreten.

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Euch allen schon mal vielen herzlichen Dank!

Ja, bisher war der Kontakt nur fernmündlich und per whatsapp. Das Fahrzeug wäre mein Privatfahrzeug wenn ich es denn wollen würde.

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Nein, das ist kein Fernabsatzgeschäft. Deshalb gibt es auch kein Widerrufsrecht.

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@DerCaveman

§312 c BGB Abs. 1

"Fernabsatzverträge sind Verträge, bei denen der Unternehmer oder eine in seinem Namen oder Auftrag handelnde Person und der Verbraucher für die Vertragsverhandlungen und den Vertragsschluss ausschließlich Fernkommunikationsmittel verwenden, es sei denn, dass der Vertragsschluss nicht im Rahmen eines für den Fernabsatz organisierten Vertriebs- oder Dienstleistungssystems erfolgt."

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@AalFred2

Und was ist mit BGB 312g Abs.1?

(1) Dem Verbraucher steht bei außerhalb von Geschäftsräumen geschlossenen Verträgen und bei Fernabsatzverträgen ein Widerrufsrecht gemäß § 355 zu.

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@DerCaveman

Na, ein Haustürgeschäft war es ja nun offensichtlich nicht.

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@AalFred2

Ein Haustuergeschaeft sicher nicht. Mus es ja auch nicht. Sehr wohl handelt es sich aber um einen Vertrag, der - sofern er ueberhaupt schon geschlossen wurde - ausserhalb der Geschaeftsraeume des Haendlers geschlossen wurde.

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@AalFred2

Ja, da wird es unter "Aktuelle Rechtslage seit der Reform des Verbraucherrechts" recht gut beschrieben. "Hasustuergeschaefte" gibt es im rechtlichen Sinne nicht mehr und seit der Verbraucherrechtreform vor 3 Jahren hat der Verbraucher sehr wohl ein Widerrufsrecht, wenn er mit einem Haendler auf der Strasse ein "Handschlaggeschaeft" taetigt.

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@AalFred2

So langsam ueberzeugst du mich. 

Fuer einen ausserhalb der Geschaeftsraeume geschlossenen Vertrag gem. BGB 312b Abs. 1 Nr.1 und 2 (3 und 4 duerften sowieso auszuschliessen sein) mangelt es vermutlich an der gleichzeigen koerperlichen Anwesenheit von Verbraucher UND Unternehmer (bzw. dessen Vertreter). 

Fuer einen Fernabsatzvertrag nach BGB 312c duerfte es an der Nutzung eines "für den Fernabsatz organisierten Vertriebs- oder Dienstleistungssystems" mangeln.

Gut, dass du so hartnaeckig warst!

 

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@DerCaveman

Danke, aber mein Beispiel war trotzdem Müll. Da hast du recht gehabt und ich nicht nachgedacht.

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Wie blauäugig muss man eigentlich sein, sich für ein Auto im Internet zu entscheiden, das man nie in echt gesehen und Probe gefahren hat und vor allem einem Autohändler Geld zu überweisen, ohne etwas dafür in Händen zu halten wie Fahrzeugpapiere oder Schlüssel.

Da kannst du ja gleich einen Aufruf starten: "Gibts vielleicht jemanden, der Lust hat, mich abzuziehen? Stelle mich gerne dafür zur Verfügung."

Es ist bereits ein Vertrag zustande gekommen zwischen dir und dem Händler, wenn auch nur ein mündlicher. Ihr seid euch wohl einig geworden, was deine überwiesene Anzahlung wohl auch bestätigt. Evtl ist der Händler kulant und erstattet dir deine Anzahlung zurück. Ich würde allerdings darauf bestehen das du das Auto kaufst und komplett bezahlst. Vermutlich wird der Händler ebenso handeln.

Sofern tatsaechlich ein Vertrag zustande gekommen ist, warum dann kein Widerrufsrecht gem. BGB 312g?

Anscheinend hat hier doch ein Verbraucher von einem Haendler gekauft, ausserhalb der Geschaeftsraeume und dann anscheinend auch noch im Fernabsatz. 

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Das hatte ich nicht bedacht, siehe aber auch in die Kommentare unter deiner Antwort ;-)

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Rechtsschutz sinnvoll beim Autokauf?

Hallo zusammen,
Ich habe heute beim Händler einen Gebrauchtwagen gekauft. Den Kaufvertrag habe ich unterschrieben. Die Hälfte der Kaufsumme bezahle ich und die andere Hälfte kommt von meiner Mutter (Inzahlungnahme altes Fahrzeug) da sie kein Auto mehr benötigt.
Das neue Auto wird aber mir gehören und werde auch nur ich benutzen.
Nachdem ich den Kaufvertrag unterschrieben habe und wir nach Hause gefahren sind hat sie gesagt es wäre sinnvoller gewesen wenn sie den Vertrag unterschrieben hätte weil sie eine Rechtsschutzversicherung hat. Bei Problemen bzgl. des Fahrzeug wäre es ratsam nicht auf den Anwaltskosten sitzen zu bleiben.
Ist ihr Gedanke da richtig? Sie hat verzweifelt versucht den Händler noch zu erreichen damit der Vertrag geändert wird aber der war heute nicht mehr zu erreichen.

PS:
Das Fahrzeug wird auch,aus versicherungstechnischen Gründen,auf ihren Namen gemeldet sein.

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Autokaufvertrag ungültig?

Hallo, Habe mir im Januar einen gebrauchten wagen bei einem unseriösen händler gekauf. TÜV war im februar fällig und ich habe keinen TÜV bekommen, dannach bin ich wieder zum händler gefahren da ich ja 1 Jahr Gebrauchtwagengarantie habe. Dieser stellte sich streitig die mängel zu beheben und hat es dann aber doch zusammengepfuscht. Nun hat sich herrausgestellt, dass weitere erhebliche mängel am fahrzeug bestehen. Kostenvoranschlag von der Werkstatt waren 6000€. Nun da ich das vertrauen in den händler verloren habe und auch ehrlich gesgt keine lust mehr auf das auto habe den kaufvertrag mal genauer angeschaut. den kaufvertrag habe ich als käufer unterschreieben der händler hat aber nur unterschrieben dass er eine anzahlung für das fahrzeug erhalten hat und sonst nirgends.

so, ist der kaufvertrag jetzt rechtens oder nicht????? Vielen dank im voraus

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