Vom Arbeitgeber verklagt werden?

5 Antworten

Ich bin 29 Jahre und arbeite in der Verwaltung eines Theaters, wo ich verantwortlich bin für den Ankauf, die Verwaltung und den Wiederverkauf von Karten. Dabei geht es pro Produktion um mehrere tausend Euro und dahet meine Angst vor Folgen einer Kündigung.

Also zunächst einmal: Ich kann ihre Sorge ja verstehen, in der heutigen Zeit ist man ja immer mehr auf die Wichtigkeit eines Jobs etc getrimmt und man möchte es dem AG immer Recht machen - aber Suizid oder ähnliches sind genauso wenig eine Lösung wie weitermachen und einen Burnout riskieren...

Zur Sachlage: Verklagt werden können sie natürlich auf jeden Fall, nur ist die Frage, ob die Sache auch Erfolg hat ;-) Und da sage ich spontan nein.

Es wäre zu prüfen, ob sie grob fahrlässig gehandelt haben. Da ist natürlich viel Auslegungssache des Richters, aber hier mal ein paar grobe Hinweise was da eine Rollen spielen würde:

  • Haben sie ihrem Vorgesetzten oder Mitarbeitern gesagt, dass sie sich überfordert fühlen (ob aufgrund von persöhnlichen Problemen oder dem Chaos der Vorgängerin ist egal).
  • War die Einschulung sinnvoll und konnte man aufgrund der Einschulung die geforderte Arbeitsleistung erbringen, oder war die Einschulung schlecht.
  • Wurden Fehler durch das Mobbing (öffentliches Zur-Schnecke-machen) eventuell aufgrund von Stress provoziert?
  • usw...

Nun mein definitiver Rat: Überlegen sie noch einmal, ob sie in die Aufgaben bei passender Schulung und etwas Zeit (um das Chaos zu entwirren) bewältigen können. Wenn sie dafür eine Chance sehen, versuchen sie noch einmal mit ihrem Chef zu reden. Ansonsten kündigen Sie! Sie machen sich nur kaputt. Ihr Chef wird einen Teufel tun und nicht versuchen, sie aus Rache zu verklagen, denn schließlich würde so ein Verfahren nicht von heute auf morgen erledigt sein.

Auch sind Arbeitsrichter grundsätzlich IMMER gegenüber dem Arbeitnehmer sehr wohlgesonnen, da er ja der kleine Mann bzw. die kleine Frau ist. Ihr Chef müsste schon verheerende Punkte vorbringen um da Erfolg zu haben, wenn er sie verklagt, nachdem sie kündigen. Das müsste mit dem Teufel zugehen, wenn er einen Richter findet, der ihm da zustimmt. Sollte es, wider Erwarten doch zu so etwas kommen (Ich sehe die Chancen dafür bei 3%), nehmen sie nicht den erstbesten Anwalt, sondern einen, der auch was kann (darf ruhig teurer sein). Es ist nicht nur Hollywood-Fiktion dass ein guter Anwalt sein Geld auch wert ist. Der holt ihnen am Ende noch Schadenersatz raus.

Vielen dank für ihre ausführliche Antwort. Dies hilft mir scon mal sehr weiter! Ich denke damit kann ich etwas anfangen.

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