Voltaflex bei Arthrose

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1 Antwort

In dem Alter würde ich in erster Linie versuchen das Leiden zu lindern. Lebensverlängerung sollte an zweiter Stelle stehen. Wikipedia sagt zu Glucosamin, daß es keinen Beweis für schmerzlinderung, wohl aber für Lebensverlängerung gibt. Das sagt eigentlich schon alles.

Wenn du dir im Netz die Studien zu Glucosamin durchließt, dann siehst du, daß es keinen Unterschied zu Placebo-Gruppen gibt. Ergo: Das Zeug hat wenig bis überhaupt keine Wirkung auf Schmerzrückgang oder Knorpelerhalt. ABER: Es wirkt eben genauso wie ein Placebo und der ist nicht zu unterschätzen. Vielfach wird Placebo mit "Einbildung" oder "Wirkt nicht" gleichgesetzt, das ist aber blanker Unsinn. Der Gegenspieler vom Placebo ist der Nocebo und oft befinden wir uns eben in einem Zustand, der den Nocebo begünstigt. Vor allem bei Schmerzen ist dieser Effekt so stark zu beobachten wie sonst nirgends. Schlechte Erwartungen lassen Schmerzen schlimmer werden. Die Ahnung: "Das wird bestimmt immer schlechter" efüllt sich quasi von selbst und führt dazu, daß die Schmerzen tatsächlich schlechter werden. Positive Erwartungen hingegen begünstigen ein Abheilen einer Wunde oder eben die Senkung von Schmerz. Die Idee "Jetzt nehme ich eine Tablette, dann geht es mir wieder besser" wird durch den Placebo zur Wahrheit und wir fühlen uns tatsächlich besser, egal ob die Tablette einen Wirkstoff enthielt oder nicht. Das ist kein Hokuspokus, sondern wissenschaftlich weit mehr belegt als die Wirksamkeit von zig tausend zugelassenen Medikamenten, denen wir blind vertrauen. Und das alles gilt auch für Tiere.

Was ich damit Sagen will: Bring postive Energie in das Leben deines Hundes. Das klingt vieleicht anmaßend, aber so ist es nicht gemeint. Es nutzt ihm wenig, wenn du ihn z.B. mitleidig anschaust, wenn er vor Schmerzen die Treppe nicht herauf oder hinab steigen kann. Es schadet ihm sogar. Was sagst du einem Kleinkind, das bei den ersten Gehversuchen hinfällt und vor lauter Schreck anfängt zu weinen? Du machst kein Tamtam darum, hilfst ihm auf, lächelst es an und redest ihm Mut zu. Dadurch lernt es, daß das Hinfallen nichts Schlimmes ist, sondern zum Prozess dazu gehört - Es verliert die Furcht vor dem Hinfallen. Sicher, dein Dackel ist kein Kleinkind mehr, aber auch er lernt solange er lebt. Und so wie ein hysterisch Herbeieilendes Elternteil dem weinenden Kind ein schlechter Lehrer ist und es zu Mutlosigkeit und Ängstlichkeit erzieht sorgt z.B. das Hinauf Tragen des Hundes für die Bestätigung dass er das nun nicht mehr kann. Man unterstützt ihn im Abbau seiner Kräfte... und das Gegenteil sollte der Fall sein. Ermutige ihn sich zu bewegen, unterstütze ihn dabei mental, leide NICHT mit ihm. Bau ihn auf... und klar, wieso nicht, gib ihm Placebo-Tabletten ohne Wirkstoff, die helfen ihm seinen Placebo anzukurbeln, weil er merkt, daß man sich um ihn kümmert. Aber Glucosamin? Eher nicht.

Ich würde abgesehen davon aber auf jeden Fall Schmerzmittel empfehlen, deren WIrkung ist gut belegt. Die Nebenwirkungen sind zwar nicht ideal, aber er kann dadurch seinen Lebensabend Schmerzfrei erleben.

Hallo belem! Die Antwort kommt reichlich spät, aber ich möchte sie trotzdem geben. Zum ersten Teil Deines Berichtes sag ich mal...das wusste ich alles und ist auch völlig logisch. Ich nehme grundsätzlich (bis jetzt toi, toi, toi) KEINE Schmerzmittel, ich hab noch nichtmal welche im Haus. Aber das ist ein ganz anderes Thema. Jetzt zum 2. Teil: Sei unbesorgt...wir 2 leben jetzt fast 16 Jahre miteinander, er hat seit 13 Jahren eine chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung, die ihn wahlweise alle 2 Wochen bis 2 Monate für ein paar Tage förmlich umhaut für 1-2 Tage. Da gibts schon lange keinen Kommentar mehr zu...ich putze alles weg, was so an Galle hoch kommt (und das in Mengen), ich decke ihn fest zu, wenn er vor Schwäche zittert und fertig ist. Selbstverständlich bekommt er nur sein spezielles Futter, auch das ohne Theater. Fressen tut ers nicht grade mit Begeisterung. Was die berühmte Treppe angeht...ich guck entweder gar nicht hin oder sag, wenn ers geschafft hat:"Supi, mein Jung! Haste wieder toll hingekriegt!" Und das wars. Nein, nein, bemitleiden tu ich ihn auf keinen Fall....warum auch? Mir gehts morgens früh kaum anders, und das erzähl ich ihm auch! Das einzige, was ich mache, ihm durch technische Anschaffungen das Leben erleichtern...sprich :kleine Treppe am Sofa und am Bett, hässliche Teppichbeläge auf der rutschigen Treppe, die ich jetzt allerdings vergrößere, weil er prompt immer am Rand läuft, wo kein Belag ist. Er braucht mit Sicherheit keine Placebo-Tabletten, die ihm signalisieren....aha, man kümmert sich um mich! Er bekommt morgens IM BETT schon seine Herztablette (1 Stunde vor der Mahlzeit), dann später 2 in Tartar gewickelte Tabletten, dann sein Fressen. Abends dasselbe von vorn. Also, ich denke, er weiß, daß ich inzwischen 24 Stunden um sein Wohlergehen bemüht bin und das mit immer mehr Liebe, je älter er wird, und ich weiß, daß seine Zeit ja nur endlich ist. Betüdeln tu ich ihn aber auf keinen Fall..wir sind bei JEDEM Wetter draußen, inzwischen allerdings nicht mehr so lang. Er kann tagsüber zu jeder Zeit rein und raus. Bei wärmeren Temperaturen schone ich ihn sehr...das konnte er noch nie gut vertragen, lässt sich aber ohne weiteres einrichten! Zum eigentlichen Thema....ich hatte gehofft, ich finde den Stein der Weisen mit diesem Voltaflex, aber dem scheint ja nicht so zu sein! Schade! Schmerzmittel werde ich bei ihm erstmal verhindern, weil er nach langer Suche und Experimenten seine jetzigen Medikamente verträgt, ohne wegen seiner Bauchspeicheldrüsenentzündung alles ad hoc wieder auszukotzen (und das im wahrsten Sinne!!!). Jetzt wieder mit irgendwas Neuem anzufangen ist eine schlimme Vorstellung. Ich werde aber beim nächsten TA-Besuch mal nachfragen. Ich danke Dir! LG Tonimama

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