Vollnarkose nach regelmäßigem Ki**en?

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9 Antworten

Hallo,

eine Allgemeinanästhesie ist auch trotz Cannabiskonsum möglich, wenn auch mit einigen zusätzlichen Risiken behaftet. Darunter z.B. der durch den Rauch erhöhte CO-Hb-Anteil, der zu falsch-hoch gemessenen pulsoximetrischen Sauerstoffsättigungen und verringertem "Apnoe-Puffer" führen kann, einer herabgesetzten Reizschwelle zur Auslösung eines Bronchospasmus auf Narkosegase wie Desfluran, Funktionsverlust mancher Areale der Lunge durch Rauchgasschädigung und damit verminderter effektiver Diffusionsfläche, Desensibilisierung gegenüber Narkosemedikamenten, insbesondere der Hypnotika und so weiter.

Die eigentliche Frage ist, wieso du dir mehr Gedanken um einen Vorgang machst, der durch einen erfahrenen Facharzt der Anästhesie zumindest überwacht, wenn nicht sogar durchgeführt wird, anstatt dir Sorgen über deinen offensichtlich über die Maße hinweg bestehenden Cannabiskonsum ohne jegliche Sicherheiten, dass dies deine kurz- und langfristige Gesundheit nicht beeinträchtigen wird, zu machen. Ich gehe davon aus, der Teil deines Namens, die "98", bezieht sich auf dein Geburtsdatum. Machst du dir selbst keine Gedanken, dass du deinem Gehirn, welches in diesem Alter eine hohe Plastizität aufweist, langfristige Schäden nimmt, die dir in naher wie auch ferner Zukunft eine ganze Palette mentaler Störungen und Fehlfunktionen bringen kann? Von dem Tabakrauch an sich mal ganz zu Schweigen.

Ich weiß, dass du diese Antwort nicht hören wolltest, aber der Wahrheit entspricht es dennoch. C'est la vie. Solltest du sonst noch Fragen haben, würde ich mich dennoch freuen, dir dabei helfen zu können.

Gruß und gute Besserung!

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Huhu, also ich wurde im Juli auch operiert mit Vollnarkose und rauche regelmäßig. Ich habe es nicht erwähnt im Gespräch, weil ich nicht dran gedacht hatte und hab glaube ich 3-4 Tage vor der OP das letzte mal gebufft.
Normalerweise passiert nichts - aber man weis ja nie. Erwähne es auf jeden Fall aber nicht erst kurz vorher sondern schon beim OP-Vorgespräch (vielleicht kann deine Mutter draußen warten) und hör rechtzeitig vorher auf damits keine Komplikationen gibt.

Das einzigste was bei mir nach der OP war, war dass ich mich übergeben musste wegen der Vollnarkose, aber das ist bei mir normal, weil ich schon immer einen empfindlichen Magen hab und das direkt drauf anschlägt. Und ich hatte als Kind schon 2x eine Vollnarkose wo ich nicht geraucht habe - und da musste ich mich auch schon übergeben.

Also: Auf jeden Fall erwähnen und rechtzeitig aufhören! :)

Ich hoffe ich konnte dir helfen - viel Erfolg :)

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Kommentar von ihrteddy98
27.11.2015, 19:06

Danke endlich mal eine vernünftige Antwort aus eigener Erfahrung :)

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Um generell auf Nummer Sicher zu gehen, solltest du schon schauen, dass dein Cannabiskonsum zur Sprache kommt und das auch schriftlich dokumentiert ist. Sollte es zu irgendwelchen Komplikationen mit Spätfolgen für dich kommen, sind die unabhängig von dem tatsächlichen Beitrag des Cannabiskonsumes zunächst aus dem Schneider, weil eben nicht vollständig und wahrheitsgemäß Auskunft gegeben wurde. Zumindest können und werden sie sich darauf berufen.

Um mal eine fundierte Anwort zu den möglichen Folgen von Cannabiskonsum für eine Narkose  zu geben, möchte ich auf entsprechende Artikel in der Fachliteratur verweisen:

Eine Untersuchung aus dem Jahr 2009 brachte zu Tage, dass die benötigte Dosis für die Einführung eine Larynxmaske zur Beatmung bei Cannabis-Konsumenten um durchschnittlich 20 % höher war. Wohlgemerkt, durchschnittlich. Einzelne Werte waren dabei bedeutend höher.

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19237981

In einer weiteren Quelle schildert ein Anästhesist, wie schwer es ihm fiel, seinen Cannabis-Konsumenten unter Narkose zu halten:

http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1046/j.1365-2044.2002.288312.x/full

Und um deine Frage zu beantworten: Aus formaljuristischer Sicht sollte dein Kiffen dokumentiert sein,s.o. Du kannst es natürlich in dieser Hinsicht auch drauf ankommen lassen und deinem Anäthesisten beim Termin selber von deinem Drogenkonsum erzählen. Er wird das auch dankbar zur Kenntnis nehmen, weil er dann deine Reaktionen auf die Narkose besser einzuschätzen weiß.

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Es gibt viele Gründe warum man dem Anästhesisten sagen sollte, dass man Drogen nimmt. 1.) Die Narkoseeinleitung und die Intubation könnte schwieriger werden weil die erforderliche Tiefe der Narkose für eine Intubation möglicherweise nicht erreicht wird. Der Pat. könnte wieder aufwachen während der OP. Bei längeren Genuss von Alkohol oder Drogen passt sich die Leber an und kann diese Gifte immer schneller und besser abbauen. Das bedeutet, dass diese Menschen mehr Narkosemedikamente benötigen weil auch die Narkosemedikamente schneller abgebaut werden. Sonst könnten diese Pat. während der Narkose plötzlich aufwachen. 2.) Alkoholiker und Kiffer haben mehr Rezeptoren bzw. die Rezeptoren werden unempfindlicher an denen auch die Narkosemed. andocken. Darum benötigen sie mehr Narkosemedikamente bis alle Rezeptoren besetzt sind. Diese Aussage trifft aber nur zu, wenn vor der OP kein Alkohol oder THC/CBD-Spiegel vorhanden war. War ein Spiegel vorhanden, verstärken sie die Wirkung der Narkosemedikamente (additive Wirkung). Dies führt zu einer tiefen Narkose und kann das Aufwachen verzögern sowie die Atmung beeinträchtigen (Atemdepression). Eine zu tiefe Narkose führt zu einer Hypotonie. Dies kann Lebensbedrohlich werden. Hierbei ganz wichtig! Ein Anästhesist mit viel Erfahrung der die ganzen Komplikationen ausreichend beherrscht bzw. angemessen entgegen wirken kann! LG

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Ja bei diesem Vorgespräch musst du es erwähnen, du wirst sicher gefragt ob du rauchst und dann kannst du es nicht verschweigen. Es kann, aber muss nicht Komplikationen geben wenn das Rauchen verschwiegen wird.

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Du brauchst dem Narkosearzt gegenüber ebenso wenig Angaben über Deinen Cannabiskonsum zu machen wie über etwaigen Kaffee- oder Teekonsum. Die verabreichten Anästetika gehören einer ganz anderen Stoffgruppe an. Es kommt daher zu keinerlei Kreuzreaktionen, zumal kein (psycho)aktives THC in Deinem Kreislauf vorhanden ist, wenn Du einen Tag vor der OP nicht mehr barzt.

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Kommentar von garfield262
08.12.2015, 16:01

Ach ja, du Superheld? Ich denke, du verwechselst den Anästhesisten mit einem Polizisten. Du legst dein Leben in die Hände eines anderen Menschen und hält es nicht für nötig, ihn auf den Konsum psychoaktiver Substanzen hinzuweisen? Du bist ausgesprochen mutig! Sollte dieser Ritt auf einer Rasierklinge jedoch daraufhin vollkommen in den Bach hinunter gehen, beschwer dich bloß nicht bei den Ärzten, die du durch Eigenverschulden bewusst im Unklaren über mögliche Risikofaktoren gelassen hast!

Im Übrigen hat der THC-Konsum deutliche Auswirkungen auf eine Narkose. Die Hypnotika, welche zum Einsatz kommen, basieren zwar auf anderen Wirkmechanismen, das Ziel ist jedoch das gleiche, die Modulation der cerebralen Funktion! Damit können sie sehr wohl wechselwirken! Auch andere Medikamente verschiedener Wirkmechanismen wie Sildenafil (googel den bekannten Handelsnamen, ausgeschrieben scheint er gegen die Nutzungsrichtlinien zu verstoßen) und Nitro oder, um ein allgemeineres Beispiel zu nennen, Betablocker und Phenylalkyamintyp-Calciumantagonisten haben z.T. lebensbedrohliche Wechselwirkungen.

Ganz vorsichtig, was für unfassbar verantwortungslose Ratschläge du hier erteilst!

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Im Anästhesisten Blatt was du ausfüllen musst , steht nehmen oder nahmen sie Drogen ? Also Hör ein Tag vor der OP auf und gut ist da passiert nichts , ich hatte im Oktober vor einem Monat die gleiche OP aber noch mit Mandeln Raus , Polypen , Nasenscheidewand abgeschabt und zurecht gemacht alles in einer OP !!

Gute Besserung

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Generell: sofort aufhören!

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Auf jeden Fall SOFORT aufhören und zur Sicherheit dem Arzt davon erzählen.

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