Volle Bücherregale in der Wohnung - "Statussymbol" für Bildung und Belesenheit?

29 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Ja, das ist so.

Man muss ja nicht gleich wändeweise bis zur Decke Bücher stapeln aber wenn ich eine Wohnung betrete, in der sichtlich nur DVD- und PS-Hüllen aufgereiht sind, bilde ich mir schon ein nicht allzu schmeichelhaftes Urteil.

Die Leute, denen das nicht auffällt, gehören selbst zur Nichtleserfraktion und Bücher, die mir sehr gefallen haben, will ich auch besitzen um jederzeit wieder hineinsehen zu können.

Dann solltest du dir mal die Mühe machen auch die Inhalte der Bücher anderer Leute zu kennen.

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@Dummie42

Das viele Bücher im Schrank rein gar nix über die Bildung aussagen, genausowenig wie fehlende Bücher. Und wenn jemand ne DVD oder Musik CD Sammlung hat sagt das auch nichts über die Bildung aus. Was nutzen tausend Bücher wenn er sie nie gelesen hat? Oder wenns letztlich doch nur Krimis sind? Ist mal unheimlich gebildet wenn man nur Krimi´s liest? Wenn einer tausend CD´s Klassischer Musik im Schrank hat ist er dann ungebildet weil es ja "nur" CD´s sind und keine Bücher?

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Ich lese sehr viel, aber nur sehr wenige Bücher.

Bücher sind sehr ineffiziente Wissensvermittler. Sie enthalten unglaublich viel Füllmaterial und sind in ihrem seriellen Aufbau sehr ungünstig, um sich Wissen anzueignen. Bücher waren zweifellos wichtig für die Volksbildung, als es noch keine anderen Medien gab. Sie sind aber heute nur noch ein Medium von vielen, und dabei noch nicht einmal das effektivste.

Deswegen halte ich nicht allzuviel davon, wenn Menschen damit prahlen, wieviele Bücher sie schon gelesen haben. Und wenn diese Menschen noch glauben, aus demonstrativ hingestellten Büchern über die Belesenheit eines Menschen urteilen zu können, sagt das eher etwas über ihren eigenen Horizont aus.

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@Magnus70

Ach was. Die dekorativ aufgestellten aber nie gelesenen Bücher sind doch ein Klischee, welches nicht stimmt. Ich kenne niemanden, der so etwas tut, weil man sofort auffliegen würde, wenn man auf den Inhalt angesprochen wird.

Meine These funktioniert aber auch umgekehrt. Es genügt mir einem Menschen 2 min. zuzuhören und ich kann dir sagen, ob er Bücher schätzt oder in seiner Schrankwand ausschließlich Videospiele aneinanderreiht.

Bücher als "ineffiziente Wissensvermittler" zu bezeichnen ist schon sehr arrogant. Zu glauben, man könne heute sein Wissen aus den "neuen Medien" beziehen, möglichst noch aus Wikipedia, halte ich für extrem naiv. Auch wenn der Link zweifellos eine bahnbrechende Erfindung ist, sind doch mindestens 90 Prozent aller Webinformationen Datenmüll und ich muss schon einen gewissen Grat der Belesenheit erreicht haben, um aus diesem Webwust die Perlen heraus sieben zu können.

Seit über 20 Jahren muss ich mir anhören, das Buch sei so gut wie tot. Die neuen Medien sind ein zusätzliches Mittel der Recherche, die Quellenüberprüfung findet aber nach wie vor über Bücher statt. Das wird auch das I-Pad so schnell nicht ändern.

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@Dummie42

Aber um zu wissen ob der Mensch dir gegenüber belesen ist musst du trotzdem erstmal mit ihm reden. Und da ist der Punkt. Was du machst ist vorverurteilen.

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@Romjia

Ja, aber das tut nun mal jeder, auch du gerade. :-)

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@Dummie42

Nein ich bilde meine Meinung aufgrund deiner Aussage und nicht aufgrund der Anzahl der Bücher in deinem Schrank.

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@Romjia

lach

Ich glaube dir gern, dass du das glaubst.

Nichtsdestotrotz gilt: Zeige mir wie du wohnst und ich sage dir, wer du bist.

An der Wohnungseinrichtung erkennt man den Menschen und bevor du mir gleich noch was unterstellst, dabei kommt es nicht auf den Preis der Einrichtung an. Man kann sein Proletentum auch auf ausgesprochen teure Weise zur Schau stellen und Geschmack, Stil und Bildung sehr günstig.

Hättest du meinen Beitrag genau gelesen, hättest du bemerkt, dass es mir nicht um die Anzahl sondern die Art der Bücher geht.

Wenn jemand neben seinen Medienhüllen noch Stefenie Meyer und die "Feuchtgebiete" stehen hat, hebt das natürlich nicht unbedingt das Bildungsniveau.

Ist dir aufgefallen, dass das Fazit der meisten Antworten hier lautet, Menschen die Bücher besitzen seien angeberische Blender?

Wir sind mittlerweile in Deutschland an einem Punkt, an dem man sich für ein geisteswissenschaftliches Studium geradezu entschuldigen muss. Ich halte diese Entwicklung für sehr bedenklich.

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@Dummie42

Du scheinst deinen eignen Ausgangstext nicht gelesen zu haben. Da steht lediglich das du dir ein Urteil erlaubst wenn DVD´s statt Bücher vorhanden sind. Und die meisten leute hier gehen nicht von Blendern aus sondern davon das die Anzahl der Bücher nichts zur Bildung aussagt. Ein Blender ist man erst wenn man sich die Bücher zu dem Zweck hinstellt vorzutäuschen das man besonders gebildet ist. Und wie bereits gesagt DU begehst den Fehler die Leute nach solchen Sachen zu beurteilen. Das machen erstens nicht alle und nur weil du es machst bedeutet es nicht das es richtig ist bzw du damit richtig liegst.

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@Romjia

Es ist interessant wie du mir mit ausgestrecktem Zeigefinger ein "DU begehst den Fehler" entgegen schleuderst in einer Frage, in der es gar nicht um Fehler geht und dann noch glaubst, du würdest nicht verurteilen.

In meinem Ausgangstext steht ehrlicherweise, dass ich mir ein Urteil erlaube - wie jeder andere Mensch das auch tut.

Erzähle mir nicht, es gäbe in Deutschland an Bildung interessierte Menschen, die kein einziges Buch besitzen.

Weiterhin schrieb ich ausdrücklich, es kommt nicht darauf an Bücher bis zur Decke zu stapeln aber gute Bücher pflege ich zu behalten, was im Umkehrschluss bedeutet, alle anderen gebe ich weiter, was wiederum besagt, auch mich kann man keinesfalls nach der Anzahl meiner Bücher beurteilen, denn da stehen nur die, die ich immer wieder lesen würde.

Ansonsten gelten für mich die Worte Ciceros:

"Ein Raum ohne Bücher ist ein Körper ohne Seele."

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@Dummie42

Ich habe mich nicht auf die sogenannten "Neuen Medien" bezogen. Ich lese regelmäßig mehrere Wissenschaftsmagazine. Die machen im Regal nichts her, weshalb Du mich als nicht belesen einstufen würdest. Das Wissen aber, das dort in komprimierter und didaktisch hervorragender Weise dargeboten wird, ist einfacher und schneller zugänglich und hält sich besser im Kopf, als ein seriell geschriebenes Buch. Das Gehirn funktioniert nun einmal nicht seriell, sondern vernetzt.

Hinzu kommen dann noch Dokumentationen, die sich über Sehen und Hören vermittln, also mehrere Sinne ansprechen, was das Buch auch nicht kann, ebenfalls aber zu einem besseren Verständnis beiträgt - immer natürlich vorausgesetzt, dass es gute Dokumentationen sind, so wie ich auch voraussetze, dass Du gute Bücher liest.

Und dann gibt es tatsächlich noch das Internet und hier insbesondere Wikipedia, bei dem man mal schnell etwas nachschlagen kann - mit der gebotenen Vorsicht. Aber auch das dauert bei Büchern länger, insbesondere weil es dort ja auch keine Suchfunktion gibt. Und das Wissen, das über diese kurzen, im Vorbeigehen gelesenen Happen vermittelt wird, sollte man auch nicht verachten.

Und deswegen bleibe ich dabei: Das Buch ist eines von vielen Medien, und davon bei weitem nicht das Beste zur Wissensvermittlung.

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@Magnus70

Selbstverständlich zählen für mich auch seriöse Wissenschaftsmagazine zur bildenden Lektüre. Sie verhelfen oft schon mal zu einem guten Überblick über ein Thema, das man dann, wenn man möchte, durch die angegebene Literatur oder eigene Recherche noch einmal vertiefen kann. Ich verschmähe auch keinesfalls Dokumentationen. Überhaupt tendiere ich mehr zu Sachbüchern und Biographien als zu verstaubten Klassikern und Sachbücher muss man keinesfalls immer von der ersten bis zur letzten Seite lesen um an die benötigten Informationen zu gelangen, das wäre ja furchtbar :-)

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Letztendlich muss ich dir doch zustimmen: Auch die Umgebung, in der sich ein Mensch bewegt, sagt viel über ihn aus - ein Eindruck, der sich im persönlichen Umgang mit dem Menschen meist verfestigt und sich nur selten im Nachhinein als "falsch" erweist..

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Das geht mit genau so. Wenn ich mit vollen Bücherwänden angeben wollte, bräuchte ich ja nur auf den Flohmarkt zu gehen und mir ein paar Kisten mit dem dort angebotenen Bücherschrott zu kaufen.

In meinem Bücherschrank stehen so an die 3000 Bücher und die habe ich alle da reingestellt, nachdem ich sie gelesen hatte. Natürlich mit Ausnahme der Nachschlagewerke und Lexika, ethymologischen Wörterbücher (wie dem "KLUGE") und dem "Kulturfahrplan" von Stein.

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Das sagt eher etwas darüber aus, dass ein Mensch Bücher so liebt, dass er sie einfach nicht wegwerfen kann. Ich achte Bücher so, dass ich sie noch nicht mal aufgeschlagen "auf den Bauch" lege.

Im Moment ändert sich das etwas. Wenn ich zu meinen Büchern auch noch die Bücher als gedruckte Ausgaben dazustellen würde, die ich auf dem Handy und dem Kindle habe, dann würde ich selbst nicht mehr ins Woihnzimmer reinpassen. Dabei hab ich die Sachbücher schon ins Schlafzimmer ausgelagert.

Zum Glück zieht meine Frau da mit. und ich musste nicht dieselben Kämpfe ausfechten, wie mit meiner letzten Frau um die Hi End Standboxen, die ich schön, sie aber hässlich fand.

Der Handel bietet zur bildungspolitischen Status-Aufwertung schon seit Jahrzehnten Attrappen mit dem Anschein von Rücken gelehrter Bücher (billiges Pappmachee). Dass ist kein Witz, ich habe das im Handel schon gesehen, weiß leider nicht mehr wo. Damit kannst Du Dich vor Besuchern nicht blamieren: Ungebildete Besucher greifen da gar nicht rein, weil sie gescheite Bücher nicht lesen. Und gebildete Besucher freuen sich über den gelungenen Scherz!    

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