Völlig traumatisiert nach medizinischer Maßnahme beim Frauenarzt - was kann ich dagegen tun?

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12 Antworten

Hi luxurycatlady!

Tut mir Leid, dass du so ein schlimmes Erlebnis bei diesem Frauenarzt hattest. Dieser Arzt hatte so ziemlich alles falsch gemacht, was man nur falsch machen kann. Alleine wie du beschreibst, wie er dich behandelt hat, scheint er überhaupt kein Gefühl dafür zu haben, wie man mit einer jungen Patientin umgehen muss. Denn auch wenn ein Arzt nur wenig sensibel ist und so gut wie kein Fingerspitzengefühl hat, sollte diesem eigentlich bewusst sein, dass der erste Frauenarztbesuch für ein junges Mädchen kein leichter Schritt ist und viel Überwindung dazugehört. Da kann er sein Medizinstudium als Jahresbester abgeschlossen haben, wenn er kein Feingefühl für seine Patienten hat, ist er für mich als Arzt schon durchgefallen.

Das Trauma begann bei dir ja schon vorher, als deine Mutter dich, ohne Vorwarnung, einfach zu dem Arzt geschickt hat. Besser gewesen wäre es, wenn sie mit dir vielleicht zuerst ein vernünftiges Gespräch zwischen Mutter und Tochter geführt hätte. Klar ist es relativ ungewöhnlich, wenn man mit 15 Jahren noch nicht seine Periode bekommen hat und dies dann einmal ärztlich überprüfen lässt. Aber die eigene Tochter direkt zum nächsten Frauenarzt zu schicken, ohne dass diese überhaupt weiß, was sie erwarten könnte, ist alles andere als feinfühlig.

Was sich der Arzt dann aber erlaubt hat, übertrifft noch einmal alles. Alleine dich gegen deinen (mehrfachen) Wunsch zu untersuchen, zeigt schon von extremer Respektlosigkeit dir als Patientin gegenüber. Du brauchst dir überhaupt keinen Vorwurf zu machen, weil du dich dann dazu hast überreden lassen. Mit 15 Jahren traut sich noch nicht so schnell "nein" zu sagen. Die Situation, dass der Arzt dann auch noch wesentlich älter als du war und eine gewisse Autorität und Machtaustrahlung hatte, machte es dann natürlich noch viel schwieriger. Man denkt in so einer Situation dann, ´gut, er ist der Arzt, was er sagt stimmt und muss ich befolgen´. Damit hatte der Arzt dich, wie von dir bereits gesagt, schon manipuliert. Allerspätestens als er auf dem Stuhl deine verkrampften Beine auseinanderdrückte, hätte im klar sein müssen, dass er gegen den Willen seiner Patientin handelt und ihr gerade ein schlimmes traumatisches Erlebnis zufügt. Es klingt jetzt vielleicht etwas hart, aber das geht schon fast in Richtung eines Missbrauchs. Dazu noch bei einer Minderjährigen.

Dein zurückgezogenes Verhalten ist für mich absolut verständlich. Es wird sicher auch eine gewisse Zeit dauern, bis du dies halbwegs verarbeitet hast und einem Arzt wieder vertrauen kannst. Ich rate dir deshalb auf jeden Fall schon einmal nie wieder zu diesem Frauenarzt zu gehen! Wenn du eines Tages wieder bereit dazu sein solltest, würde ich dir auch empfehlen, keinen männlichen Arzt aufzusuchen, sondern wenn dann eine Frauenärztin. Viele bieten, gerade für junge Patientinnen, sogenannte Teenagersprechstunden an, wo die Frauenärztin einfach ein ganz unverbindliches Gespräch mit den Mädchen führt - ohne anschließende Untersuchung, es sei denn, dass dies gewünscht wird. Vielleicht bist du mit jetzt 18 Jahren schon an der oberen Altersgrenze hierfür angelangt, aber ich denke, dass das trotzdem noch gehen sollte. Auch so würde ich trotzdem erst einmal nur das Gespräch mit einer Frauenärztin in deiner Nähe suchen. Berichte ihr in dem Gespräch dann auch von deinem schlimmen Erlebnis, welches du vor drei Jahren durchmachen musstest und deshalb unheimliche Angst vor der Untersuchung hast. Du wirst dann schnell merken, ob die Ärztin darauf behutsam eingehen wird oder eher desinteressiert ist. Sollte Letzteres der Fall sein, würde ich gleich wieder die Arztpraxis wechseln. Notfalls solange, bis du die richtige Frauenärztin gefunden hast.

Das muss jetzt nicht sofort alles passieren. Lass dir Zeit und entscheide für dich, wann du dich wieder halbwegs bereit dafür fühlst, einen Termin bei einer Frauenärztin zu machen. Solltest du psychisch gar nicht mehr in der Lage sein, einen Termin machen zu können, kannst du auch zuerst einmal mit einem Psychologen darüber sprechen. Um traumatische Erlebnisse bearbeiten zu können, hilft immer noch am besten, mit anderen darüber zu reden. Du hast auf jeden Fall schon ein mal sehr viel Mut bewiesen und deine schlimme Erfahrung hier geschildert. Es wird sicher noch viel Zeit benötigen, bis du alles halbwegs verarbeitet haben wirst.

Ich hoffe, dass ich dir ein bisschen weiter helfen konnte. Solltest du noch weitere Hilfe oder einen Gesprächspartner benötigen, kannst du mich natürlich auch gerne über eine PN anschreiben.

LG

luxurycatlady 20.06.2017, 20:18

Danke für die lieben Worte und dass du mich so gut verstehst und dein Mitgefühl zeigst. Das bedeutet mir wirklich viel.:)

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Sunglassgirl 20.06.2017, 20:57
@luxurycatlady

Freut mich, dass ich dich vielleicht ein kleines bisschen aufbauen konnte. In so einer Phase ist es immer sehr wichtig, dass man über das Erlebte sprechen kann.

Es ist auch immer schön zu hören, wenn man helfen kann  :-)

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Mein erster Frauenarztbesuch war auch bei einem Mann (der Arzt hat meine Mutter bei meiner Schwester und mir entbunden), und meine Mutter war dabei. Trotzdem fand ich es unangenehm.

Seither gehe ich zu Frauenärztinnen. Meine derzeitige ist auch Heilpraktikerin. Sie erklärt alles, was sie tut.

Du solltest Dir auch eine Ärztin suchen. Am besten bittest Du gleich um mehr Zeit, damit Du auch Deine Ängste besprechen kannst.

Die Untersuchungen sind nie schön, aber notwendig. Wenn die Angst anhält, solltest Du zu einem Therapeuten gehen.

luxurycatlady 19.06.2017, 15:03

Danke für deine Antwort.:) Ich lebe seit drei Jahren mit dieser Angst und es hilft nichts, weder Meditation, noch Beruhigungsmittel. Ich werde wahrscheinlich einen Therapeuten aufsuchen.

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NetzBeratung 06.07.2017, 16:11

"Seither gehe ich zu Frauenärztinnen. Meine derzeitige ist auch Heilpraktikerin. "

Das ist standesrechtlich unmöglich.

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Habe ich das richtig verstanden, es war ein Mann?  Ich habe da früher auch eine unschöne Erfahrung gemacht. 

Aber du solltest das überwinden. Such dir eine neue Frauenärztin, den du brauchst Untersuchungen. Vielleicht willst du ja mal die Pille bekommen oder bist krank. Dann musst du hin. 

Derjenigen erzählst du deine Befürchtungen. Ein guter Arzt hört zu und zwingt dich zu nichts. Sie erklärt vorher genau was sie macht. Es wird immer etwas unangenehm bleiben auf dem Stuhl. Aber das überwindet man. Es gibt schlimmeres. 

luxurycatlady 19.06.2017, 14:58

Ja, es war ein Mann.:( Mein Hausarzt schickt mich zum Unterbauch-MRT, um mich auf Zysten und Miyome zu untersuchen, die Pille kann ich bei DrEd bestellen und zur Not gibt es noch die Möglichkeit der Kurznarkose. Ich will eher wissen, was ich gegen mein Trauma machen kann, weil es mich so viel Lebensenergie kostet.:/

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Malavatica 19.06.2017, 15:01
@luxurycatlady

Das, was ich geschrieben habe. Gehe das Problem aktiv an. Sowie du merkst, dass es nicht so schlimm ist, bist du auf einem guten Weg. Du hattest einfach nur Pech. Ich habe mir eine Ärztin empfehlen lassen von Bekannten, die ist super verständnisvoll. 

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LeonidB 19.06.2017, 15:07
@luxurycatlady

such dir einen arzt anhand von bewertungen aus dem internet. was kannst du gegen das trauma machen, nur entweder Konfrontation oder langdauernde Psycho Mredikamententherapie. also konfrontation ! das kannst du dagegen machen. Konfrontationstherapie indem du dich zwingst , hinzugehen.

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Wenn es wirklich so schlimm ist empfehle ich 1) dir eine Frauenärztin zu suchen und ihr 2) vorab vlt. eine Mail zu schicken in der du ihr das Problem schilderst. (Gut formuliert und rechtschreibkorrigiert) Wenn du eine gute erwischt kann sie beim Termin dann auf dich eingehen.

Ein Frauenarztbesuch ist alles andere als toll. Auch ich habe mich bei meinem ersten Besuch in deinem Alter geweigert mich untersuchen zu lassen (auch beim zweiten). Ich hatte sogar eine Freundin mitgenommen - was anscheinend auch nicht sooo ungewöhnlich ist.

Ich drück dir die Daumen das du das bewältigst!

Eine Traumatherapie machen am ehesten darauf mehr oder weniger spezialisierte Psychotherapeuten, einen Termin bekommt man erfahrungsgemäß erst nach Monaten.

Es gibt in den meisten Fällen nicht wirkliche fachliche Gründe, Mädchen zu untersuchen. In Belgien, einem Nachbarland mit hochentwickelten Gesundheitswesen, findet der erste Kontakt zum Frauenarzt in der Regel bei der ersten Schwangerschaft statt, die Pille verschreibt dort der Hausarzt (übrigens ab 12). Auch in Deutschland kann die Pille jeder Arzt, unabhängig von der Fachrichtung, verschreiben.

Bis nach belgischer Methode bei Dir ein weiterer Frauenarztbesuch nötig ist, dürfte ausreichend Zeit sein, eine Traumatherapie zu machen.

Wenn du dir selbst helfen möchtest, wäre es eine Möglichkeit, zu einer Ärztin zu gehen und mit ihr zunächst über diese Sache zu sprechen- OHNE dass sie dich anfasst, ohne dass irgend etwas passiert. Das kannst du so klar formulieren und bist heute auch alt genug und selbstbewusst genug dafür, dass du Nein sagen kannst und wirst.

Dein Anliegen ist es ja außerdem, etwas gegen dieses Trauma zu tun. Das kannst du mit Hilfe eines Psychologen. Es dauert eine Weile, bis du einen Termin bekommst (teilweise bis zu 6 Monaten), aber dich hetzt ja auch niemand. Vllt. hebst du dir den Gesprächstermin mit einer Frauenärztin auf, bis du mit deiner Psychologin ein Stück voran gekommen bist und innerlich dafür bereit bist. 

Alles Gute für dich!

Nele

Wenn es ein Mann war dann solltest du es auf jedenfall nochmal bei einer Frau versuchen...Nicht jeder arzt ist gleich..Also hab keine angst..erzähl der Ärztin deine Befürchtungen...Ein guter arzt hört gerne zu u geht auf die Bedürfnisse des Patienten ein...Anders wirst du deine Angst nivht loswerden...Du schaffst das schon...Kopf hoch...

Viel Glück 🍀

Ja, ab zum Therapeuten.

Warum lässt dur dir nicht einfach eine Ärztin von deiner Hausärztin oder einer Freundin empfehlen??

Den Typen würde ich (und glaube du auch nicht) nie wieder aufsuchen. Sehr wohl aber einen knappen sachlichen Kommentar / Bericht auf seiner Internetpräsenz oder einer Ärzte-Bewertungsplatform hinterlassen ;-)

Entschuldige wenn ich wieder mal etwas schroff bin, aber man kann auch wirklich alles übertreiben und zu sehr überdenken.

Such dir einen neuen Arzt - oder von mir aus eine Ärztin - lass dir einen Termin geben und mach dort ein Beratungsgespräch.

Mit Vermeidungstaktik kommst du sowieso nicht weiter. Also Augen zu und durch. Ist sicher nicht so schlimm wie du es dir jetzt wieder ausmalst.

Nele235 19.06.2017, 18:22

Wenn sie der Meinung ist, dass es für sie schlimm ist, wenn sie den ersten Termin als Trauma erlebt hat und deshalb jetzt Panik empfindet allein bei dem Gedanken daran, kannst du nicht einfach behaupten, das sei nicht schlimm. Du kannst nicht beurteilen, wie sie sich fühlt und was sie empfindet.

Niemand würde einem Patienten mit Zahnarztpanik den Tipp geben: Mach dir n Termin beim Zahnarzt und entspann dich.....

Nele

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kann mich nur meinen Vorrednern anschließen, du musst auf jeden Fall einen Therapeuten aufsuchen, denn hier in der Öffentlichkeit kann Dir niemand helfen. :(

Die bande nutzt das teilweise schamlos aus. Der hat dich manipuliert. - was kannst du machen, nur Psychotherapie. oder die schocktherapie, also das wäre daß du dich bewußt zwingst, dich dem auszusetzen und zu einem termin hingehst. Das wäre das beste. also du müßtest dann dahin egal ob weinen oder schreien, es muß trotzdem gehen. da müßtest du einem frauenarzt- dem den du jetzt wählst - vorher bescheid geben. oder melde dich zunächst nur zum gespräch an. Das ist wohl das beste. zuerst darüber reden, und das nächstemal die untersuchung.

luxurycatlady 19.06.2017, 15:07

Wenn man nicht dabei war, kann man auch nicht beurteilen, wie schlimm es tatsächlich war. Es gibt schwarze Schafe, auch unter Ärzten. Wäre es halb so wild, hätte ich dieses Probleme jetzt nicht.

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LeonidB 19.06.2017, 15:10
@luxurycatlady

es kann so schlimm gewesen sein , wie will, daran änderst du jetzt nichts mehr.

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