"Visite", "Hauptsache gesund", "Apotheken-Umschau" u. v. a. m. warnen immer wieder vor zu häufigem Antibiotika-Einsatz. Aber die Ärzte stören sich nicht daran?

4 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hallo,

deine Frage ist sehr interessant und auch gut verständlich. Ich selber habe letztens mit einem guten Bekannten genau über dieses Thema diskutiert. Er arbeitet als Allgemeinmediziner in einer Praxis, ich bin ebenfalls Arzt. Er hat einige Artikel über das Verschreiben von Antibiotika in "Laien-Zeitungen" veröffentlicht. Die Gründe sind ziemlich einfach: Um gegen allmögliche Bakterien vorzugehen hat man oft nur eine Lösung -> Antibiotikum, da dies nicht nur auf ein sehr spezifiziertes Bakterium anspricht, sondern gleich mehrere Arten hemmt. Diese Mikroorganismen können dadurch nicht mehr weiterleben, da es den Stoffwechsel dieser hemmt. Leider ist es aus bürokratischen Gründen, Zeitgründen und Kostengründen nicht möglich bei jedem einzelnen Patienten das genaue Bakterium festzustellen (bei manchen ist dies auch gar nicht möglich). Deshalb werden sicherheitshalber direkt Antibiotika verschrieben. Wir sind uns allerdings in der Tat über Nebenwirkungen, wie den Nachlass der Wirksamkeit etc. bewusst. Jedoch haben wir meist keine Wahl. Oft werden natürlich aber auch Sachverhalte zu extrem dargestellt. Nebenwirkungen gibt es, auch starke, jedoch zeigen viele Meta Analysen (Auswirkungen von verschiedenen anderen Studien zu einer), dass das Antibiotikum immer noch eine der zuverlässigsten und besten Behandlungsmöglichkeiten ist. Ich hoffe, ich konnte dir ein bisschen die Gründe aufzeigen. Natürlich musste ich vieles nun sehr einfach darstellen.

Liebe Grüße

phildoc

Besten Dank für die ausführliche Antwort. Der springende Punkt ist wohl folgender: "...Leider ist es aus bürokratischen Gründen, Zeitgründen und Kostengründen nicht möglich bei jedem einzelnen Patienten das genaue Bakterium festzustellen ..." . Im Sinne der Gesundheit der Patienten wäre dies sicher die beste Möglichkeit (meint eine Verwandte, die MTLA ist). Leider wird hier aus Kostengründen aber gespart. Möglicherweise an der falsche Stelle (vermute ich als Laie)

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das ist mir ungefähr klar, was ich nicht verstehe ist das viele reine schulmediziner gegen die alternativ mediziner schießen.

könnte das was mit lobby zu tun haben?

die entscheidung sollen doch nicht die med. trefen sonder der mündige patzent wenn er es möchte?

es gibt ärzte (schulmed. plus lange extra-ausbildung) die heute noch tee verscheiben bei einer erkältung? muss es immer gleich ein hammer sein? ich habe mich für mehr alte komische mittel entschieden. und bin froh damit.

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@robi187

Hallo,

du hast Recht. Es gilt "wer heilt hat Recht", jedoch basieren die Entscheidungen zur Therapie und Medikamentengabe etc. der Kollegen (Schulmediziner) auf Forschungsergebnissen und Analysen. Diese enthalten keine Nachweise der Wirksamkeit des Tees xy. Auch gibt es viele Ärzte die den Richtlinien folgen. Wieder andere sind davon überzeugt, dass ein Bakterium etc. nur mit einem Antibiotikum oder einer anderen medikamentösen Behandlung vernichtet werden können. Alternative Medizin kann m.E.n Symptome lindern und gut einer Krankheit vorbeugen (s. Immunsystem), allerdings keine heilen. Und das ist der bedeutende Unterschied. Wie kann ich einem Patienten helfen, sodass er keine Schmerzen mehr erleiden muss und wie kann ich einem Patienten helfen, damit er geheilt ist (oder als geheilt gilt)?!

Ich hoffe, ich habe alles verständlich erklärt. Solltet ihr weitere Fragen haben, könnt ihr euch sehr gerne melden.

Liebe Grüße

phildoc

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Die Gesundheitssendungen im Fernsehen sind für medizinische Laien gedacht, nicht für die Fortbildung von Ärzten.

Die wissen mit Sicherheit, dass zu viele Antibiotika verschrieben werden. Zu der Sache mit Deinem Opa kann ich mich nicht äußern, da ich keine Ferndiagnosen stellen kann (wie übrigens auch kein anderer hier. Möglicherweise ist der Hausarzt aber zu einem anderen Ergebnis gekommen als die Orthopädin (die ja auch keine Spezialistin für Hauterkrankungen ist).

Beispiel 2: es ist durchaus möglich, dass bei einer Blasenspiegelung kleine Verletzungen in der Blasenschleimhaut entstehen dadurch auch böse Entzündungen entstehen können. Deshalb wird oft vorbeugend ein Antibiotikum gegeben. Hättest Du das Antibiotikum nicht bekommen und dafür eine solche Entzündung, wäre es Dir vermutlich auch nicht recht gewesen. Insofern ist die vorbeugende Gabe auch nicht sinnlos.

Beispiel 3: Herzlichen Glückwunsch zu Deiner Internetrecherche und der Selbstdiagnose. Wenn Du meinst, auf diese Weise mehr zu erfahren als bei einem promovierten Arzt, dann wende Dich doch in Zukunft immer an den netdoktor. Du sparst Deiner Krankenkasse dafür viel Geld.

Gegenbeispiel: Was meinst Du, wie oft Patienten bei uns in der Praxis mit einer simplen Erkältung kommen und zutiefst enttäuscht diese wieder verlassen, weil sie kein Antibiotikum verschrieben bekommen haben? Offensichtlich sind sie der Meinung, bei einer solchen Erkrankung nach zwei Tagen wieder völlig fit sein zu müssen, was nun mal nicht geht, weder mit noch ohne Antibiose. Wenn aber der Arzt eine solche tatsächlich sinnlose Verschreibung ablehnt, ist er der Böse, der Doktor, "der nichts macht außer Hustensaft", oder noch schlimmer "keine Ahnung hat". Soviel dazu.

Auf den Punkt gebracht! Besser hätte mans nicht sagen können!!! 

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Vielen Dank für die ausführliche Antwort.

Dass es den Netdoktor gibt, ist schon eine große Verbesserung gegenüber dem Vor-Internet-Zeitalter. Dadurch kann man sich manche (aber weitem nicht alle) überflüssigen Gang zum Arzt sparen.

Zum Gegenbeispiel: das sehe ich anders, weil es dabei offenbar um schlecht informierte Patienten handelt, welche weder "Visite" gucken, noch den Netdoktor um Rat fragen.

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Dir bleibt nur eins, deinem Arzt zu vertrauen. Die meisten Ärzte schrecken heute davor zurück, aber wie willst du beurteilen, ob ein Antibiotika notwendig ist oder nicht?

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