Viele Deutsche nach dem zweiten Weltkrieg in Preußen von der sowjetischen Armee ermordet?

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5 Antworten

Es gab tatsächlich äußerst schlimme und brutale Übergriffe. Übrigens fast genau so im von der Roten Armee "befreiten" Ungarn und anderswo, wo die Wehrmacht durch die Sowjete vertrieben wurde.

Obwohl meine Familie eigentlich in Berlin Tempelhof wohnhaft war, waren wir (ich als Säugling und Kleinkind) heilfroh, damals wegen der alliierten Bombenangriffe nach Schlesien evakuiert worden zu sein, wo ebenfalls Familienteile waren.

In unserem Fall haben meine Eltern über keinerlei Übergriffe berichtet. Weder von den Polen, die ja auch genauso arme Schweine waren wie wir, weil sie aus dem von den Sowjets okkupiertem Teil geschmissen wurden, noch von der Roten Armee. (Deren Etappenschweine sind wohl zum Glück Bei uns nicht durchgekommen.

Bemerkenswert ist übrigens, dass ausgerechnet auch sowjetische Frontsoldaten und ein Teil ihrer Offizier sich nicht an den Vergewaltigungen und Morden beteiligt, sondern gegen diese sogar teilweise einschritten. Und das, obwohl die Rote Armee den höchsten Blutzoll aller am 2. Wk beteiligter Armeen zahlen musste.

Ein nicht so seltener Spruch der kämpfenden Truppe an deutsche Frauen war: " Die nach uns kommen sind schlecht."

Später haben sowjetische Soldaten sogar Weißbrot an Frauen mit kleinen Kindern verteilt. Alle Achtung.

Schau mal, wie vor allem die SS und die Gestapo in deren Heimat gewütet hat. Beim Einmarsch wäre ein Teil dieser "Befreiten" wahrscheinlich gleich mitmarschiert gegen Stalin, wenn dieses Gesindel nicht alles verdorben hätte. Hauptsächlich erst so kam es zur Partisanenbildung.

So weit mir bekannt, ging die Zahl der in deutscher Gefangenschaft ums Leben gekommen Soldaten in die Millionen.

Die Zivilbevölkerung im eingeschlossenen Leningrad musste jahrelang ganz erbärmlich hungern und hatte Hunderttausende tote, verhungerte Menschen zu beklagen. Ohne diese Übergriffe in Deutschland damit in irgendeiner Weise  zu rechtfertigen, muss man auch das bedenken.

Noch ein Wort zum Weißbrot der Sowjetarmee. Mein Vater kam früh aus US Gefangenschaft und hatte das Glück, beim Ami in Tempelhof Kohlen schippen zu dürfen. Zu essen bekam er dort schon etwas,  aber er durfte kein Fitzelchen mit nach draußen nehmen. Und das mit mir als Kleinkind, das kann ja ruhig Kohldampf schieben. Er hatte eine Art Ausweis, da hat er mal in der hohlen Hand dahinter einen Keks für mich versteckt. Hätte man den entdeckt, wäre er raus geflogen. Auch das waren Sieger.

Obwohl ich den Amis später sehr dankbar war, dass sie in Westberlin blieben, sonst wären auch wir unter die Herrschaft des Ex-Leipziger Zuhälters geraten.

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Naja, die Deutschen nannten sich selbst auch "Befreier" als sie gen Osten marschierten. Tatsächlich wurden die ersten Truppen im Osten sogar bejubelt ... zumindest vorerst. 

Es ist klar, dass sich ein Land selbst als Retter präsentiert. Indem dies getan wird, wird so gut wie alles vertuscht oder gerechtfertigt. Die Russen marschierten nicht gerade zimperlich in Berlin ein, doch sie waren die Retter ... sie befreiten Deutschland damit (verstehst du die Formulierung dahinter?). Im Endeffekt stimmt es teilweise ja auch, doch das ganze kann man wohl so sehen:"Vom Regen in die Traufe".

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Befreit, indem es keinen Krieg mehr gibt und kein Land, welches andere länder erobert.

Aber stell dir mal vor, wie viele die Sowjetischen Soldaten litten mussten während des 2.Weltkrieges. Stell dir vor, deine Familie wurde von den NS Truppen getötet oder wie du gerade siehst, wie von deinem Kind als Menschenexperimente Fingernägel abgerißen werden.... Du willst Rache und die Rache war halt eben irgendwelche Frauen zu vergewaltigen, Zivilisten zu töten etc.

Und manche sowjetische Soldaten sagten, dass die ganze deutsche Bevölkerung gegen das NS Regime kämpfen sollte, egal ob sie Angst hatten oder nicht. Denn die sowjetische Armee schaffte mithilfe anderer Verbündeten Hitler zu stoppen.

Natürlich war dies nicht in Ordnung, aber die betreffende Sowjetischen Soldaten kann ich schon verstehen.

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Kommentar von kgunther
24.09.2016, 18:57

Du gibst die Kriegspropaganda der Stalin-Ära wieder.

Die deutsche Wehrmacht war wegen ihrer Unterlegenheit (Stalingrad 1:11 !!) in Bezug auf Mannschaftsstärke, Bewaffnung und Ausrüstung voll ausgelastet mit Kriegführen. Sie hatte weder Zeit noch Mittel noch erst recht die Absicht, die Zivilbevölkerung zu schädigen oder erst recht Menschen zu ermorden. In welchem Stalin'schen Landserheftchen hast Du denn gelesen, es wären in Rußland Menschenversuche gemacht worden, indem kleinen Kindern die Fingernägel herausgezogen worden wären? Absurd!

Der Terror gegen die ostdeutsche Bevölkerung war eine vorsätzliche, gezielte staatliche Maßnahme der Sowjetunion, Ostdeutschland menschenleer zu morden, damit das Land anschließend von SU, Polen, CSR (usw.) annektiert werden konnte. Oder dekst Du, die Total-Beraubung und Vertreibung einer Millionenbevölkerung aus einem dichtbesiedelten Gebiet wäre "auf dem Wege freundlicher Überredung" möglich gewesen?

Vertreibung, Morde, Terror, Vergewaltigungen waren gezielte Maßnahmen (Ilja Ehrenburg: "TÖTET, TÖTET !"), um das noch nie dagewesene Verbrechen der Beraubung und Vertreibung und Verschleppung (Zwangsarbeit) der Alliierten (AUCH der West-Alliierten !!) auszuführen.

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Das ist Richtig. Mein Vater sollte gleich nach dem Kriege nach der UDSSR verschleppt werden.Obwohl er aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft entlassen war.Er versteckte sich. An diesen Tage wurden viele Männer grundlos festgenommen und verschleppt.Wir waren in Sachsen Anhalt zunächst  von den Amerikanern besetzt wurden. Nach einigen Wochen zogen die ab und die Russen kamen daher....

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Im Westen mag der Begriff "befreit" ansatzweise richtig sein. Im Osten hat ein schreckliches Regiem ein anders abgelöst.

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