Viele bekommen aufgrund von Vorerkrankungen nur schwer oder gar nicht eine BU-Versicherung. Wäre eine Reform der BU-Versicherungen hilfreich?

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8 Antworten

Eine BU ist ein zivilrechtlicher Vertrag. Da hat der Staat nix darin zu suchen.

Wenn bestimmte Risiken aufgenommen werden sollen bedeutet das eine Beitragserhöhung über alle Risikoeinstufungen hinweg. Entscheiden kann hier quasi der Versicherer alleine.

Ich sehe da absolut keinen Reformbedarf. Das gros der Ablehnung aufgrund Vorerkrankung passiert ja nicht bei BUs für 15jährige sondern irgendwann in den späten 20ern und 30ern. Das heißt, der Verbraucher hat sich das in den allermeisten Fällen selber zuzuschreiben.

Natürlich gibt es Vorerkrankungen von Geburt an. Das ist dann sowas wie persönliches Pech, auch wenn es sich hart anhören mag.


HAllo,

es gibt ja verschiedene Möglichkeiten die Arbeitskraft abzussichern. Ein unabhängiger Fachmann kommt auch auf entsprechende Versicherungslösungen. Kennst du diese? Die können dann nur in abgeschwächter Möglichkeit der Absicherung dargestellt werden, sind aber immer noch ein Schritt in die richtige Richtung.

Und wie bereits hier in der Diskussion bemerkt und angeschlossen an die Empfehlungen des Verbraucherschutzes:

Bitte frühstmöglich erkundigen, beraten und ENTSCHEIDEN.

Ich habe derzeit ständig 25-40 jährige, die aufgrund der mitgebrachten Kopien der Krankenakten ein serh langes anonymes Anfrageprocedere bei den Geselslchaften erfordert.

Und ja, Erkrankungen gibt es auch in jungen Jahren, meine Enkeltochter habe ich ich mit einer BU Option ab Berufsausbildungseinstieg in Höhe von 1.000€ Monatsrente ohne Gesundheitsfragen abgeschlossen, da war sie 1 Monat auf dieser Welt.

Jeder hat das Recht sich zu erkundigen, so gemein wie das klingt.

Anmerkung zu Simonas Hinweis der DRV Azubis: ja das steht so im SGB VI, ich habe jedoch in 20 Jahren ehrenamtlicher DRV Arbeit nicht einen Leistungsfall auf dem Tisch gehabt, das betrifft die DRV Nord.

Beste Grüße

Dickie59

Deswegen schließt man ja eine BU in jungen Jahren ab, wenn man (meist) noch gesund ist und nicht erst wenn man schon allerlei Zipperlein hat und einem genau deswegen plötzlich einfällt "Oh shit, ich bräucht mal ne BU..."

Willst du nun einen Annahmezwang für BU per Gesetz durchbringen, oder was? Das macht es für die betroffenen Personen auch nicht unbedingt billiger, da das insgesamt höhere Risiko sich natürlich auf die Gesamtprämien ausschlägt. Und davon sind dann auch alle anderen Kunden betroffen, sodass unterm Strich vermutlich noch weniger BUs abgeschlossen werden als es ohnehin schon der Fall ist.

Oder halt eine Variante wie der "Pflege-Bahr" aber das Ding ist nun auch nicht das Wahre, was Leistungen angeht und würde im BU Bereich wohl kaum besser aussehen (und ist auch teuer). 

Von daher: Versicherungen nicht erst abschließen wenn sich der Versicherungsfall schon abzeichnet, sondern VORAUSSCHAUEN.

Probleme mit der Gesundheit gibt es wie bei mir auch in jungen Jahren schon.

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@Gilbschleuder

Ja das kann vorkommen und ist natürlich bedauerlich. Ist dann aber tatsächlich, wie es qugart so charmant ausgedrückt hat, persönliches Pech. 

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@Gilbschleuder

Für sozialversicherungspflichtig abhängig Beschäftigte gibt es ein kleiner Trost:

www.deutsche-rentenversicherung.de/Bund/de/Inhalt/6\_Wir\_ueber\_uns/01\_infos\_zum\_unternehmen/03\_unternehmensprofil/012\_selbstverwaltung/03\_verbindliche\_entscheidungen/2007/20070423\_vorzeitige\_wz\_erfuellung\_arbeitsunfall\_berufskrankheit.html?cms\_submit=Los&cms\_resultsPerPage=5&cms\_templateQueryString=vorzeitige+Wartezeiterf%C3%BCllung

bzw. für Berufsanfänger oder Azubis gilt folgendes:

Als Azubi haben Sie dagegen vom ersten Tag an Versicherungsschutz bei Arbeitsunfällen oder einer Berufskrankheit, schon ab dem zweiten Pflichtbeitragsjahr erstreckt er sich auch auf Freizeitunfälle und Krankheiten. Dabei wird bei der Berechnung einer Erwerbsminderungsrente nicht der bisherige tatsächliche – und damit deutlich geringere – Verdienst angesetzt, sondern so gerechnet, als hätten Sie bis zu Ihrem
62. Geburtstag Rentenversicherungsbeiträge eingezahlt.

Nachzulesen bei der DRB (Deutsche Rentenversicherung Bund) bzw. in dem Link hier wg. vorzeitiger Wartezeiterfüllung:
www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Inhalt/1\_Lebenslagen/01\_Ausbildung/02\_Basiswissen/das\_lohnt\_sich\_fuer\_azubis.html?cms\_submit=Los&cms\_resultsPerPage=5&cms\_templateQueryString=vorzeitige+Wartezeiterf%C3%BCllung

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Die BU ist eine Mogelpackung. Diejenigen, die sie haben müssten bekommen sie nicht oder nur gegen aberwitzige Summen und diejenigen, die sie billig bekommen, brauchen sie oft nicht. Dazu kommt noch, dass es wohl keine Versicherung gibt, die sich so oft, zum Teil auf schäbigste Art und Weise, der Leistung entzieht. Wer eine BU abschließt sollte am besten gleich eine Rechtschutzversicherung bei einem anderen Anbieter abschließen.

.... eine Bruchbude kann ja auch nicht versichert werden. Und ich möchte auch nicht, daß meine Beiträge so unters Volk geworfen werden.

Zudem gibt es als Schüler/Student/Azubi beim Abschluß keine Probleme, lese ich jedenfalls immer wider.

Da die Versicherungsunternehmen privatrechtliche Wirtschaftskonzerne sind kann es hier keine „Reform“ von Seiten des Staates geben.
Letztlich muss jeder Versicherer auf der Basis seiner Daten oder aber der Daten des GDV kalkulieren und damit die entsprechenden Tarife schaffen. Diese werden dann in der Kalkulation vom Bundesaufsichtsamt für Versicherungswesen abgesegnet. Allerdings nur auf rein wirtschaftlicher Basis ob der Tarif und die Gestaltung geeignet ist sich wirtschaftlich auch zu tragen.
Wohin Reformen einer Berufsunfähigkeitsabsicherung führen kannst du daran ermessen was im Bereich der gesetzlichen Rentenversicherung passiert ist. Dort bekommen junge Menschen gar keine Berufsunfähigkeitsabsicherung mehr sondern nur noch eine Absicherung in Form einer Erwerbs-Minderung-Rente. Die hier durchgeführte „Reform“ hat dazu geführt das faktisch kaum noch jemand eine Leistung in diesem Fall bekommt.

Entsprechend wichtig ist es einen solchen Vertrag auf privater Basis mit einer Versicherung abzudecken und dies sollte man so früh als möglich tun.

Hey Gilbschleuder

Versicherungen sind in erster Linie gewinnorientiertes Wirtschaftsunternehmen-natürlich nehmen die sich das Recht Risiken möglichst gering zu halten bez. zu meiden. 

Die "Politik" wird sich hier nicht einmischen-sind Versicherungsunternehmen doch schließlich auch verlässliche "Sponsoren". 

Lobbyismus-ein nicht so gerne gelesenes Schlagwort: 

http://www.procontra-online.de/artikel/date/2014/11/lobbyismus-wie-weit-duerfen-versicherer-gehen/

Und hier ein Auszug aus dem Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft: 

Der Gesamtverband deutscher Versicherungswirtschaft (GDV) ist der Dachverband der privaten Versicherungswirtschaft in Deutschland. In ihm organisieren sich rund 460 Versicherungsunternehmen, die zusammengenommen nach Angaben der GDV über einen Kapitalanlagebestand von ca. 1,39 Billionen Euro verfügen. 

!!Der GDV ist eingetragen im Transparenz-Register der EU und wendet im Jahr 2014 für EU-Lobbyarbeit zwischen 2.500.000 € und 2.999.999 € auf!!

..

natürlich nehmen die sich das Recht Risiken möglichst gering zu halten bez. zu meiden. 

Spricht irgendetwas dagegen?

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Eine Versicherung ist ein Wirtschaftsunternehmen und kein Sozialverein. SIe versichern ein Risiko. Wenn bei dir das Risiko höher ist, ist es auch teurer. Das hat nichts mit Gemeinheit oder Reformbedarf zu tun.

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