Viele arme und wenig reiche Menschen - Wieso?

17 Antworten

Historisch (und in gewissem Sinne auch heute) hängt alles von Deiner Geburt ab.

Wenn vor 3000 Jahren Dein Vater an einer günstigen Stelle seinen Acker angelegt hat und stark genug war um diesen Ort zu verteidigen konnte er mehr ernten als jemand der an anderer Stelle schlechtere Bedingungen hatte. Und tendenziell konnte er sich mehr Söhne, mehr Frauen usw. leisten. Seine Kindere waren gesünder weil bessere Nahrung und schlauer weil weniger Mangel im Mutterleib und in den ersten Lebensjahren. Mit mehr Söhnen und Frauen und Enkeln konnte er bzw. die Sippe die Vormachtstellung ausbauen.

Und so ist das heute auch noch so.

Welche Chancen hat ein Mädchen in einem streng islamischen Land wie Afghanistan wo sie mit dem Tode bedroht wird wenn sie in die Schule geht und die natürlich keinen Computer oder Zugang zu Lehrbüchern hat geschweige denn die Möglichkeit einer Ausbildung im Verhältnis zu einem entsprechendem Mädchen das in Europa oder den USA aufwächst. Das afghanische Mädchen muss schon extrem clever, mutig usw. sein um auch nur in die Nähe des Niveaus eines Vergleichsmädchens hier zu kommen.

Das alles kann man bejammern oder versuchen auszugleichen. Aber am Ende des Tages war es dieser Kampf untereinander um die besten Ressourcen immer der Weg des Erfolges von Lebewesen und hat uns Menschen zur vorherrschenden Spezies auf diesem Planeten gemacht. Aus Gleichheit entsteht nicht die gleiche Innovation der gleiche Fortschritt.

Und natürlich gibt es weniger Reiche als Arme.

Hier gibt es eine zweite Antwort:

Menschen organisieren sich in Gruppen (genetisch bedingt).

Vereinfacht gesagt besteht jede Gruppe aus:

  1. Dem Alphatier (das hat das Sagen)
  2. Dem Betatier (der zweite Mann im Staat)
  3. Dem Clown (manchmal auch Schamane oder Priester)
  4. Der Schönen (manchmal wird auf die verzichtet)

und dem Rest - dem Gefolge.

Natürlich will jeder seine Position verbessern und deshalb entsteht ein Machtkampf aber lassen wir das mal beiseite.

Jeder aus dem Gefolge will nicht gleich sein sondern in der Rangordnung im Gefolge besser da stehen, mehr haben oder einfach nur überleben. Da das Alphatier das Sagen hat übernimmt es auch die Schlichtung von Streitigkeiten und die Verteilung der Beute. Also ist jeder vom Gefolge interessiert einen möglichst guten Draht (entweder direkt oder über das Betatier, den Clown, der Schönen) zum Alphatier zu haben.

Das bedeutet er muss etwas für seinen Ansprechpartner machen. Ihm das Fell putzen, etwas von seiner Beute abgeben, ihm Schönreden usw. lässt sich in jedem historischem Roman gut nachlesen. Also häufen sich Sachen beim Alphatier usw. an während beim Gefolge ein Gefälle eintritt. Wer sich rechtzeitig gut mit dem Alpha gestellt hat der steht etwas besser da als der sich nicht gut stellen konnte. Und so entsteht Reichtum, Armut, Mittelschicht.

Selbst wenn wir das inzwischen durch Demokratie, Menschenrechte und Justiz abgeschwächt haben. Es ist noch immer in unseren Genen und lässt sich gut in Kleingruppen beobachten. Z.B. in Vereinen.

letztlich liegt das in unseren Genen.

In der Evolution haben sich die Arten weiterentwickelt, die ihrem Nachwuchs bessere Lebensbedingungen bieten konnten. Fähigkeiten zur Nahrungssuche, zum Entkommen vor Raubtieren .. die Evolution eben.

Und so entwickelt sich auch die Menschheit, wir streben nach Sicherheit für unsere Familie, nach Anerkennung, nach Macht, nach materiellen Gütern, nach Gesundheit etc etc. ... So ziemlich alles menschliche Verhalten ist so zu erklären: sowohl der Künstler der goldene Schallplatten oder heute clicks und Follower sammelt. Die Frau die den reichen Mann bevorzugt, selbst wenn sie kinderlos ist, ist es der Urtrieb, dem Nachwuchs die besseren Chance zu verschaffen. Der Angestellte, der mehr schafft als der andere, und zum Manager aufsteigt. Der Unternehmer der mit seiner Erfindung Millionär wird ..

Erfolg bedeutet aber Ungleichheit, wenn ich mehr habe, haben andere weniger.

Das zu verdammen ist gegen die menschliche Natur. Das zum alleinigen Regulativ zu machen, ist aber auch nicht erstrebenswert, ist gegen unsere Vorstellungen von Menschenrechten und sozialer Verantwortung (Eigentum verpflichtet). Darum finde ich Ungleichheit nicht schlecht, solange der Staat die soziale Komponente sicherstellt.

Auch wenn immer gejammert wird, ich halte Deutschland für eine Gesellschaft in der der Unterschied arm/reich so gering ist wie kaum irgendwo. Hunger leidet niemand, Krankenversicherung hat auch jeder .. ganz arm gibts also im Prinzip nicht. Und die "Besserverdienenden" zahlen im weltweiten Vergleich ziemlich hohe Steuern.

Liebe E1lena,

wie kommst du auf die Idee, dass es so ist? Es ist sicher nicht deine Erfahrung, wenn du in Westeuropa lebst. In vielen anderen Regionen kann man auch nicht von vielen Armen und wenigen Reichen sprechen.

So wie hier sind auch anderswo wenige richtig arm. Bei denen spielen dann oft Krankheiten, Drogen oder Schicksalsschläge, die zu Krankheiten oder Drogen geführt haben, eine Rolle. Dann gibt es in den Gesellschaften wie in unserer etwas mehr als mehr reiche als die richtig armen und eine breite Mittelschicht, der es - weltweit betrachtet - sehr gut geht. "Umlageempfänger" hatte ich noch nicht dabei. Da kann man (wie in Westeuropa) eher Glück haben. Z. B. in den USA sind die Umlageempfänger sehr wenige. Da ist man dann auch schnell bei den richtig armen. Der Grund? Was mit Umlageempfängern passiert ist immer politisch so gewollt. Wie viel die haben entscheidet die Mehrheit der Bevölkerung an der Wahlurne!

Es gibt aber Regionen, in denen ist unser Begriff von Reichtum oder Armut nicht zu verwenden. In denen ist man reich, wenn einem viele Kinder geschenkt wurden und dass andere mehr haben für die Menschen ganz normal, weil das schon immer so war und nie angezweifelt wurde. Da spielt dann auch die Religion eine Rolle. Unzufrieden sind diese Menschen, die nach unseren Begriffen richtig arm sind, in der Regel nicht wegen ihres fehlenden Wohlstandes sondern aus den Gründen, aus denen Reichtum auch nicht glücklich macht.

Dann gibt es andere Regionen, da sind wenige richtig reich und viele arm. Es gab mal eine Zeit (Industrialisierung), da haben sich die einen Familien Imperien aufgebaut, in denen die Bevölkerung für ziemlich einfache Jobs wenig Geld bekommen hat. Manche Länder (Bangladesch) wirken in der Zeit steckengeblieben.

Vor allem in Südamerika, vereinzelt auch in vielen anderen Ländern gibt es noch Großgrundbesitzer, denen mit dem Land auch die Dörfer auf dem Land "gehören" (kennst du "Der kleine Lord"?). Wenn der Großgrundbesitzer nicht nett ist, sind seine Arbeiter arm.

Armut hat aber oft auch politische Gründe. Das "Experiment" des Kommunismus wird in Nordkorea immer noch praktiziert. Im Kommunismus funktioniert das mit den wenigen reichen und vielen Armen - wie man dort sieht - auf Dauer ganz perfekt.

Aber auch Korruption, Vetternwirtschaft, Staatsbankrott und viele Sachen, die in einigen Staaten halt passieren (manchmal auch in demokratischen) sorgen dafür, dass Unternehmer unverhältnismäßig reich werden, während für den unteren Rand der Bevölkerung immer weniger übrig bleibt. Vor allem dann, wenn es insgesamt nicht wirklich viel zu verteilen gibt!

Nicht unterschätzen solltest du, dass jeder überall Fehler machen kann. Jeder darf rauchen (was er will), jeder darf Alkoholiker und jeder spielsüchtig werden. Es darf auch jeder etwas total Dummes machen (irgendwas kaufen, das er sich „eigentlich“ nicht leisten kann z. B.) und es kann auch jeder so richtig Pech haben. Wenn man das Geld, das man eigentlich als Reserve für Notfälle gebraucht hätte, in Tattoos oder einen viel zu teuren Urlaub gesteckt hat und es passiert was (Chef kann Gehalt nicht mehr zahlen), ist man arm. Dazu gibt es nur in einem Teil der Welt Systeme, die denen in D ähnlich sind und vielleicht auch diesen Menschen helfen.

Du hast also keine ganz einfache Frage gestellt. Meine Antwort hat Aufsatzlänge. Ich denke, man sollte froh sein, wenn man in einem System wie in Deutschland lebt. Man muss sich aber im Klaren darüber sein, dass die Mehrheit in vielen anderen Ländern ein System mit hohen Steuern und dafür einem sozialen Fangnetz, an das wir gewöhnt sind, aus religiösen oder anderen Gründen nicht wollen würde.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Weil nicht jeder die Voraussetzungen erfüllt um reich zu werden/sein:

Um reich zu werden braucht man den Mut gegen den Strom zu schwimmen und auf eigene Verantwortung zu handeln.

Um reich zu werden braucht man die Intelligenz um neue Einkommensquellen und Chancen zu finden.

Um reich zu werden braucht man den Fleiß mehr, besser und härter zu arbeiten als andere.

Um reich zu werden braucht man die Disziplin seine Ziele zu verfolgen und nicht in negative Verhaltensweisen zu fallen.

Dann brauch man noch die 4 G's (Gedanken, Geduld, Geld und Glück) und dann wird man praktisch automatisch reich.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Das klingt jetzt aber schon sehr nach "How to be rich in 10 easy steps"... an der Realität leider vorbei. Genügend Menschen erfüllen nicht einmal eine einzige dieser Voraussetzungen und sind reich, mal ganz zu schweigen vom Erben...

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@guitarbassman

Erben und Lottogewinner sind was anderes. Wenn man genau hinsieht, dann findet man bei jedem der aus eigener Kraft reich geworden ist mindestens eine dieser Eigenschaften.

Nutze mal dein Gehirn, wer ist denn alles aus eigener Kraft reich geworden?

Unternehmer = Ohne den Mut braucht man es erst gar nicht erst zu versuchen.

Profisportler = Mit dem Motto: "Dabei sein ist alles" und "Ab und zu mal etwas trainieren" schafft man es nie bis ganz nach oben (Ehrgeiz, Disziplin und Fleiß)

Erfinder= Intelligenz neue Geldquellen zu erschließen.

Investoren= Intelligenz und Mut.

Bankräuber = Intelligenz und Mut.

Und auch Gutverdiener wird man nicht wenn man faul, dumm und feige ist und keinen Ehrgeiz hat.

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@Solenostemon

Gutverdiener wird man vor allem, wenn man reiche Eltern hat. Abitur, danach Studium und schon hat man einen sehr ansehnlichen Verdienst, und wie kommt man da durch? Mit Eltern die sich die Nachhilfe leisten können und die keine großartigen Probleme haben, sodass man sich ganz stressfrei seine gesamte Kinder und Jugendzeit auf die Schule konzentrieren kann. Zudem ist weder Schule noch Studium billig, auch das muss gewährleistet sein. Wir leben nach wie vor in einem feudalen System, das eine ganz klar Abgrenzung zwischen Ober- und Unterschicht unterstützt. Der Übergang von einer Schicht in die andere ist kaum schaffbar und tatsächlich wie etliche Statistiken beweisen schaffen es auch nur wenige. In unserem System bleibt man im Normalfall in der Schicht, in die man geboren wurde.

Die genannten Punkte mögen in etwa gestimmt haben vor ca. 50 Jahren, heute sind sie nicht mehr anwendbar. Wie sieht es denn mit der Kunst aus? Einmal in einer Castingshow gewesen und du bist die größte Nummer auf dem Planeten, siehe Justin Bieber. Hollywood: die meisten die es wirklich schaffen sind Menschen, die sowieso schon in den Kreisen verkehren. Klar kommt immer mal wieder jemand von außen neu hinzu, in den letzten Jahren sogar einige, trotzdem hat man die besten Chancen wenn man schon mit einem Fuß in der Türe steht.

Aber gut, ich spring mal auf den Zug auf, und versuche die "Checkliste" reicher Menschen zu vervollständigen:

  • Skrupellosigkeit: man muss schon skrupellos sein, wenn man sich am Leid anderer bereichern kann. Menschenrechte? Nein danke.
  • Asozialität: Mitmenschen? Was ist das? Ich hab mehr Geld als ich in 10 Leben ausgeben könnte, was mache ich damit? Genau! Ich verdopple es.
  • Glück: es gibt genügend Menschen, die solche Werte wie Du sie nennst mit sich bringen, und dennoch nie die Chance haben werden, an das große Geld zu kommen. Welche Chancen hat denn beispielsweise ein junge aus dem brasilianischen Ghetto im Gegensatz zu einem deutschen Jungen aus reichem Familienhaus, selbst wenn der brasilianische Junge mehr dieser Eigenschaften besitzt?
  • Kontakte: es geht doch nichts über Kontakte. Kennt man die richtigen Leute findet man immer irgendwie einen Weg an Geld zu kommen, es sei denn man ist wirklich abgrundtief blöd und kann nicht einmal 1 und 1 zusammenzählen.

Die Zeit der "Self-made" Millionäre ist vorbei. So sehr mir dein Szenario auch gefällt, so simpel funktioniert die Welt nicht mehr. Es gibt sowohl viele Reiche, die keine dieser Eigenschaften mit sich bringen, als auch viele Arme, die viele dieser Eigenschaften besitzen. Die genannten Aspekte mögen gelten in einem utopischen System, in so einem leben wir aber nicht. Bei uns kommen noch Aspekte zum tragen wie mangelnde Chancengleichheit, Ausbeutung, Überangebote, ungleiche Behandlung aufgrund von Hautfarbe, Geschlecht, Herkunft, etc.

Eine so einfache Gleichung wird unserer Welt absolut nicht gerecht.

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@guitarbassman

Wenn du das glaubst, dann viel Spaß beim Pfandflaschensammeln, vielleicht merkst du ja irgendwann einmal wie es tatsächlich läuft und wenn du Glück hast ist es dann noch nicht zu spät für dich den Weg in ein finanziell besseres Leben zu gehen.

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@Solenostemon

Keine sorge, bin auf nem guten Weg! Und das beste daran: es geschieht nicht auf kosten anderer!

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