viel kostet ein flugschein?

...komplette Frage anzeigen

2 Antworten

Hallo,

die Bundeswehr ist eine der wenigen Organisationen, bei der Du für Deine Pilotenausbildung nichts bezahlen musst, sondern - da Du ja schon Soldat bist - sogar ein Gehalt bekommst. Die Kosten werden aus dem Verteidigungshaushalt bezahlt, also vom Steuerzahler.

Ja, es gibt gewaltige Unterschiede. Als Pilot bist Du in erster Linie Soldat und Offizier und erst in zweiter Linie Pilot. Und die Aufgabe eines Soldaten ist es, zu töten, Punkt! Das Flugzeug ist dabei nur ein Hilfsmittel zum Transport militärischer Nutzlasten.

Dementsprechend wird beim Militär sehr viel manuell geflogen, unter Umständen sehr tief und das auch noch unter Feindeinwirkung. Dafür braucht man schon einen besonderen Typ von Mensch. Piloten müssen auf Kommando aggressiv werden, aber auch auf Kommando wieder auf Null herunterkommen können und das ohne Diskussionen.

Deshalb mustert die Bw auch die "harten Jungs" und Top-Gun-Gucker aus, genauso wie die "Luschen". Nur 2 % aller Bewerber für den fliegerischen Dienst schaffen es ins Cockpit eines Kampfjets. Für 2012 geht die Bw von 1600 Bewerbungen aus, übernimmt aber nur 59 für alle Dienste und nur 2 bis 3 als Fighterpilot (war mal eine Info auf Spiegel online).

Kampfpiloten haben es am schwierigsten, wenn es um die Umschreibung einer Militärlizenz geht. Ihnen fehlt ein wichtiger Baustein der zivilen Ausbildung, nämlich das MCC-Seminar, das "Multi-Crew Coordination Concept", also die Zusammenarbeit der Crew in einem Zweimann-Cockpit. Ein Kampfflugzeug mit 2 Mann Besatzung ist KEIN Multi-Pilot Airplane (MPA)!

Deshalb schreibt das LBA eine Lizenz nur um, wenn dieses Seminar nachgewiesen wird und dazu mindestens 500 Flugstunden auf einem MPA. Das ist für die Kameraden schwierig. Aber da sie Berufssoldaten sind, spielt das weniger eine Rolle. Sie steigen zwar mit 41 aus dem fliegerischen Dienst bei einem Geschwader aus, können aber noch als "Scheinerhalter" fliegen, auch wenn sie dann eine Funktion in einem Stab einnehmen.

Piloten eines Transporters, wie C-160 "Transall", P-3 "Orion", einer Bombardier oder der Airbusse der Flugbereitschaft haben es natürlich leichter. Die Ausbildung ist an die zivile Vorschrift der JAR-FCL 1 angelehnt, wird zum Teil bei der Verkehrsfliegerschule der LH in BRE gemacht und beinhaltet eben auch das MCC, da diese Maschinen ja mit Kapitän und Copilot geflogen werden. Deshalb werden vom LBA auch einige militärische Flugstunden anerkannt.

Noch einfacher ist für Hubschrauberpiloten. Hier werden auch Stunden anerkannt und die Ausbildung erfolgt nach den Regeln der JAR-FCL 2. Da braucht ein Pilot nur noch ein ziviles Typerating auf einem Muster, dass bei einem Unternehmen geflogen wird. Die Umschreibung der Lizenz ist dort also am einfachsten.

Also, die Unterschiede sollten klar sein: Zivil heißt langsam und sicher. Hier geht ein Pilot kein Risiko für Flugzeug und Passagiere ein. Militärisch heißt schnell und gefährlich. Hier geht der Pilot - wie jeder Soldat - hohe Risiken ein, um den Willen der politischen und militärischen Führung unter Einsatz seines Lebens durch- und umzusetzen.

Ich hoffe, ich konnte etwas Licht ins Dunkel bringen.

man kann bei der Bundeswehr nicht einfach so einen Flugschein machen

Was möchtest Du wissen?