Videoreviews - Tipps und Technik?

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1 Antwort

Also erstmal muss ich sagen, dass Du mit Reviews ein gutes Thema ausgesucht hast, mit dem es sich sogar ganz gut verdienen lässt ;) 10.000 Abos vorausgesetzt... Ich würde Dir aber empfehlen, später auch Deinen Horizont zu erweitern und aktuelle Technik, CD's und DVD's zu besprechen und nicht nur die eigenen Favoriten.

Ich versuche mal, ein bisschen Klarheit in alle Deine Fragen zu bringen:

Ausstattung

Für den Anfang reicht sicher Dein Smartphone aus. Wenn Du aber in einen Camcorder investieren möchtest, lass Dir gesagt sein, dass Du mit eine DSLR besser beraten wärst. Reicht Dir 1080p aus, würde ich zur Canon EOS 600D oder aufwärts raten. Das Standard-Objektiv kannst Du weglassen, investiere lieber in ein 24-70mm f/2.8 ;) Anfangs würde auch eine Festbrennweite, z.B. EF 50mm f/1.8 für ca. 90 Euro reichen.

Zum Ton würde ich auf jeden Fall auf eine externe Lösung gehen. Also z.B. eines der Rode VideoMics, das Du direkt auf die DSLR aufstecken kannst, oder jedes beliebige (hochwertige) Richtmikrofon plus externes Aufnahme-Gerät (siehe z.B. Zoom, allerdings nur die mit XLR-EIngang).

An Licht reichen für den Anfang zwei Softboxen aus, kann auch Noname sein, allerdings sind die meistens nicht besonders lichtstark.

Für den Schnitt reicht Magix natürlich aus. Einfacher und »stabiler« sind da nur iMovie bzw. Final Cut Pro, aber dazu müsstest Du wohl das System wechseln ;)

Begleitender Blog

Gerade in Deinem Bereich ist ein begleitender Blog auf jeden Fall eine Empfehlung wert. Ich würde aber von Anfang an auf eine eigene Domain und auf eigene Blogsoftware setzen. Ich kann da nur WordPress empfehlen (wordpress.org). Die Installation ist recht simpel und es gibt unzählige Hilfen, wenn Du mal nicht weiter weißt.

Urheberrecht

...ist tatsächlich eine gute Frage ;) Grundsätzlich könntest Du Dich mit Deinen Reviews als Journalist verstehen, solange Du objektiv berichtest und Dich nicht (von eigenen oder fremden) Präferenzen beeinflussen lässt. Dann würden Dir ein paar mehr Wege offen stehen. So kannst Du beispielsweise die entsprechende Presseabteilung kontaktieren und Dir (Bild-)Material schicken lassen, dass speziell für diesen Fall lizenziert ist. Auch Trailer kannst Du dann ohne weiteres für Deine DVD-Kritik heranziehen (Achtung, Quellenangabe!).

Da die Situation GEMA-YouTube noch immer nicht geklärt ist, würde ich aber abraten, Musikbeispiele, die nicht ganz klar zur weltweiten Veröffentlichung lizenziert sind, heran zu ziehen. Deine CD-Kritik dürfte also eher kurz ausfallen. Da hilft auch das Recht auf das Großzitat nicht viel.

Grundsätzlich ebnet Dir auch der Weg über die Presseabteilungen oder der Direktkontakt zum entsprechenden Unternehmen einige Vorteile. Wenn Du irgendwann genügend Zuschauer hast, dass Du für diese Unternehmen interessant wirst, werden sie Dir auch kostenlos Rezensions-Exemplare zusenden und Dir den einen oder anderen Weg durch das Urheberrecht ebnen. Aber immer genau nachfragen, was Du darfst und was nicht!

Disclaimer: Ich bin kein Anwalt und kann daher nur über meine Erfahrung berichten.

Vermarktung

Hier gebe ich mal einen Zusatztipp... Gerade bei Deinem Themenspektrum bietet sich mehr an, als nur die AdSense-Werbung von YouTube/ Google. So kannst Du auch Affiliate-Marketing betreiben. In Deinem Fall würde ich das Amazon-Partnerprogramm empfehlen. Die Links packst Du dann in die Videobeschreibung (Achtung, Kennzeichnungspflicht!). Ab einer bestimmten Reichweite (10.000+ Abonnenten) kannst Du auch direkt mit den Unternehmen verhandeln. Lass Dich aber nicht in Deiner unabhängigen Meinung beeinflussen.

Im Blog würde ich auf das gleiche Marketing setzen. Also AdSense (für Webseiten) und Affiliate-Werbung wie Amazon. Ab einer bestimmten Reichweite (100+ UU/Tag) bietet sich auch Direkt-Marketing an. In dem Fall verhandelst Du dann direkt mit der Marketing-Abteilung der Firmen für die Werbeplatzierung.

Werbung würde ich immer von Anfang an schalten, damit sich die Zuschauer/ Leser daran gewöhnen. Denke aber bitte an den Gewerbeschein und die Steuer.

Impressum

Sowohl die YouTube-Seite als auch Dein Blog brauchen natürlich einen Impressum, insbesondere, wenn Du geschäftsmäßig handelst (also ab der ersten Werbeeinblendung). Ich empfehle da die Generatoren von eRecht24. Klicke da auch auf redaktionelle Inhalte.

Dann erstmal viel Erfolg dabei. Rückfragen gerne.

hausrabenschrei 07.02.2015, 22:45

Wo... danke erst einmal für die ausführliche und gut gegliederte Antwort. Verzeih mir bitte, wenn meine etwas weniger gegliedert und weniger ausführlich wird... Ich komme grade frisch von der Arbeit.

Kannst du denn einen guten Hoster für ein WP-Blog empfehlen? Direkt von WP scheint mir doch ein wenig kostenintensiv zu sein.

Was die Ausstattung angeht... Puh.... die 600D ist nicht wirklich günstig für mich als wenig verdienende Person und Anfänger. Auf der Bucht gibt es gerade eine FuJiFilm Finepix HS20 EXR recht günstig... Was hältst du davon?

Marketing und so, kommt später, wobei ich kleinere Werbebanner ggf von Anfang an setzen sollte immer im gleichen Bereich, damit sich der Leser später nicht vom Erscheinungsbild umgewöhnen muss... sieht sonst zu sehr nach "Ach, nun hat er genug Leute, nu verkauft er sich" aus.

Allerdings hatte ich es eigentlich nicht als Einnahmequelle gedacht. Die Videos eigentlich mehr oder weniger aus Spaß und den Blog als Begleiterscheinung und Supportmaßnahme. Nun wirds beides... Youtube und ein Blog. Wobei ich überlege, den Blog mit Reviews und privaten Meinungen zu alltäglichem zu füllen. Einerseits riskant, weils zu durcheinander sein könnte andererseits könnte es evtl eine gewissen Nähe aufbauen. Was meinst du?

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musikuss78 08.02.2015, 04:56
@hausrabenschrei

Die selbst gehostete Version von Wordpress ist natürlich nur wenig geeignet, da stimme ich Dir zu. Hoster gibt es ja viele, ich empfehle immer gerne hosteurope.de - es gibt billigere, aber nicht mit so einem unschlagbaren Support.

Die 600D ist eigentlich schon eine Einsteiger-DSLR und tatsächlich sogar ein Vor-vorgängermodell. Canon empfehle ich insbesondere deshalb, da die Kameras schon einige Videofunktionen mitbringen, wo andere Hersteller noch immer versagen. Und Du kannst sie auch noch mit Drittsoftware (Magic Lantern) weiter aufwerten, wenn Du möchtest.

Die Fuji-Kamera kenne ich nicht selbst und kann da nicht wirklich aus Erfahrung sprechen. Was mir aber das Datenblatt sagt, wirst Du nicht lange damit Freude haben, insbesondere, wenn Du indoors drehst. Der Sensor ist im Vergleich zu DSLRs, ja sogar zu manchen Bridge-Kameras mächtig klein geraten. Damit wird sie insbesondere bei Low-Light sehr zum Rauschen neigen. Hinzu kommt noch der fehlende Mikrofon-Eingang und sehr wenige Frame-Einstellungen. Die Highspeed-Funktion kannst Du bei der Auflösung sowieso vergessen. Und ich kenne die Software nicht, kann also nicht sagen, ob sich die Video-Funktion überhaupt einstellen lässt.

Wenn ich das entscheiden müsste, würde ich lieber erstmal mit dem Smartphone (mit einem kleinen Stativ) anfangen und mir erstmal zumindest eine 600D ansparen. Meinetwegen sogar mit Standard-Objektiv, denn Objektive kann man ja später immer noch nachrüsten. ;) Aber teste ruhig auch mal die Kamera aus, wenn Du kannst.

Die Frage Spaß und Monetarisierung stellt sich bei mir nicht. Natürlich sollte man es nicht nur wegen des Geldes machen, zumal es unter Umständen auch einige Zeit braucht. Aber YouTube kann noch so viel Spaß machen - Du wirst Unmengen an Zeit und Arbeit da reinstecken. Zeit, die Du vielleicht sogar entbehren musst. Da finde ich es nur fair, dass man für seine Mühen auch belohnt wird. Außerdem wird es harte Zeiten geben, in denen Du Dich fragst, warum Du das eigentlich machst. Und dann können ein paar Zahlen als Ziel ein guter Motivator sein, um Dich über die Durststrecke hinweg zu bringen.

Schau Dir auch ruhig mal ein paar YouTuber an, die was in Deine Richtung machen. Beispielsweise Felixba für Technik-Reviews oder DVDKritik (Robert Hofmann) für die Film-Reviews. Da kann man auch schon eine ganze Menge lernen. Im übrigen lebt ersterer sogar von seinem Hobby.

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