Verzichten Vegana/ Vegetarier grundsätzlich auf Fleisch?

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10 Antworten

Veganer (jetzt im Sinne von Veganer, nicht sich vegan ernährende, das ist ein Unterschied) sind seit den 70ern eingebunden in eine das Leben umfassende Ethik, die zentralen Ausdruck im Memorandum der Vegan Society findet. Selbst die Haltung von Haustieren wird eigentlich schon als nicht artgerecht abgelehnt. Da ist es recht egal, ob man dem Bauern um die Ecke vertraut. Eine Ausnahme wird bei Medikamenten gemacht, da in vielen Ländern Tierversuche bei Medikamenten Vorschrift sind.

Streng genommen, jetzt etwas übertrieben, dürften echte Veganer noch nicht einmal einen Apfel essen, der auf einem Laufband transportiert wurde, welches durch einen Lederriemen angetrieben wurde. "The manufacture and/or development of the product, and where applicable
its ingredients, must not involve, or have involved, the use of any
animal product, by-product or derivative." [aus den Vegan Trademark standards der Vegan Society]

Vegetarier sind zwar deutlich weniger homogen, also streuen auch die Gründe für den Verzicht auf Fleisch, aber es bleibt Fakt, daß ein Vegetarier kein Fleisch ißt (schon eine Frage der Definition, auch Pescetarier sind keine Vegetarier). Die Ethik unterscheidet sich dahingehend von Veganern, daß sie nicht jegliche "Grausamkeit" von Tieren ablehnen (wozu schon die Tierhaltung selber gehört), sondern jegliche Tötung von Tieren (dazu gehört auch das Essen selbst ... also nix da mit frischer Auster o.ä.), was aber auch Produkte wie Lab oder Gelatine beinhaltet. Also auch hier keine Ausnahme im nachgefragten Sinn.

vermutlich würde ich sehr ,sehr sehr lange überlegen und dann zu dem Entschluss kommen das ich es eigentlich nciht brauche, es mir trotzdem wiederstrebt und irgendwo auch durch die konditionierung auf vegane kost nicht mehr schmecken würde. Also ne. Ich glaub nicht. Allerdings kann ich mir dieses fiktive scenario irgendwie nur schwer vorstellen.
Ich hatte oft genug "den Bauern um der Ecke ". Deren Vieh war auch weder Genmanipuliert noch mit Antibiotikern/etc. vollgestopft. Aber dann gab es immer viele Missstände im Sinne einer artgerechten Haltung. Und irgendwie ist eine "ordentliche Schlachtung " ja auch Definitionssache und meine ist das es einfach mal keine schöne Art gibt ein Tier zu töten.

NEIN!!! Meiner Meinung nach entscheidest du dich sobald du Vegetarier und erst recht wenn du Veganer wirst gegen den Konsum von Fleisch. Auslegungssache ist das ganze bei Gelatine (weil es sich hierbei nicht direkt um Fleisch handelt aber doch dem Tier nach dem Tod entnommen wird) und Fisch ( weil dieser ja offiziell nicht als Fleisch gilt). Bevor ich Vegetarierin geworden bin habe ich auf gute Tierhaltung geachtet und sowieso nur Biofleisch vom Bauer des Vertrauens ;) und auch dieses nur in kleinen Mengen konsumiert. Ich habe damals gesagt, dass ich meinen Fleischkonsum reduziert und auf bestimmtes Fleisch beschränkt habe aber nicht dass ich Vegetarierin wäre.

Ich hoffe ich konnte dir helfen

Kommentar von PolluxHH
30.06.2016, 07:24

Fisch gilt nur religiös (im Kontext der römisch-katholischen Konfession) nicht als Fleisch i.w.S. (der Begriff Fleisch ist im deutschen Lebensmittelrecht und damit i.e.S. nur auf Teile von warmblütigen Tieren  beschränkt, nicht auf wechselwarme Tiere). Dies ist deshalb relevant,. weil die "Fleischlosigkeit" der Vegetarier sich nicht auf das Lebensmittelrecht bezieht, sondern auf die Summe von tierischen Produkten, welche eine Tötung der Tiere erfordert / beinhaltet (Gelatine wird aus Knochen gewonnen, also von getöteten Tieren). Kirchenrechtlich sieht es ähnlich aus, hier wurden die jüdischen Fastenregeln zunächst grundsätzlich übernommen, wobei Fisch (später) ausgenommen wurde, um diesen in Fastenzeiten als Nahrung zulassen zu können. Die kirchliche Definition ist auf Vegetarier, da nicht religiös orientiert, nicht übertragbar.

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Nein, natürlich kann jeder selbst entscheiden, was er wann ißt.

Aber die Bezeichnung "Vegetarisch" oder "Vegan" schliesst den Verzehr von Fleisch egal zu welchem Zeitpunkt aus. Wenn man doch ab und zu welches zu sich nimmt, naja dann ist die Bezeichnung eben nicht ganz treffend. Sowas würde man Flexitarier nennen.

Menschen die sich aus ihrer persönlichen Überzeugung für diese Lebensweise entschlossen haben, würden sich von positiven Haltungsbedingungen nicht wieder umstimmen lassen.

Der vorzeitige Tod des Tieres an sich ist für diese Menschen inakzeptabel.

Kommentar von Jonas711
29.06.2016, 20:47

Ich habe durchaus schon Vegetarier getroffen, die sich aufgrund ihrer persönlichen Überzeugungen (Unzufriedenheit mit der Massentierhaltung, etc.) für eine gänzlich vegetarische Ernährung entschieden haben, aber bereit waren, das bei einer entsprechenden Änderung der Tierhaltung wieder aufzugeben. Kam mir auch komisch vor (wäre ich selbst nicht bereit zu), existiert aber durchaus. Man sollte also nicht verallgemeinern ...

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Vegan / Vegetarisch = Kein Fleisch

Entweder ganz oder gar nicht. Menschen, die von sich behaupten, sie seien Vegetarier / Veganer (wie es übrigens richtig geschrieben wird) , obwohl sie Fleisch essen, haben keine Ahnung oder sind einfach nur sau blöde. Das ist quasi wie "Ich bin Atheist, bete jedoch zu Allah." Es funktioniert einfach nicht :)

Kommentar von ISOO734745tf
29.06.2016, 20:30

Na ja ich glaube das ein geringer Anteil der Menschen aus ideologischen Gründen Vegan oder Vegetarier werden, weswegen dies eher ein schlechter Vergleich ist. 

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klar kann man das machen aber dann ist man nicht vegan

ja, das ist sinn der sache..der vegetarier isst kein fleisch und der veganer verzichtet auf alle tierische produkte

Veganer essen generell keine tierischen Produkte (Milch, Eier,...) und
Vegetarier essen nur kein Fleisch...
Veganer, als auch Vegetarier essen kein Fleisch, auch wenn sie den Bauern kennen ;)

Vegane Ernährung  bedeutet sich ohne  tierische Produkte  zu ernähren. 

Kommentar von ISOO734745tf
29.06.2016, 20:25

Ach was du nicht gerade schreibst... darauf währe ich niiiiemals drauf gekommen..NICHT!

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Nahrung aufgenommen wird und man sich vergewissern kann das die Schlachtung Ordnungsgemäß zugeht.

Man kann bei fast allen Fleischprodukten davon ausgehen, dass die Schlachtung ordnungsgemäß abläuft. Die deutsche Schlachtverordnung gilt ausnahmslos für JEDEN gewerblichen Schlachter. Selbst auch für Privatzüchter. Man kann nicht einfach den Knüppel übern Kopf ziehen, wie es einem gerade beliebt. Das würde gegen die Tierschutzgesetze inklusive Schlachtverordnung verstoßen. Und die Betriebe werden dahingehend auch von den Veterinärämtern kontrolliert.

Könnte man den dann mit guten Veganen gewissen gelegentlich Fleisch konsumieren???

Nein. Veganer verzichten immer dogmatisch auf Fleisch.

Ist klar das dies in der Praxis eher unwahrscheinlich ist,

Was ist in der Praxis unwahrscheinlich? Dass die Schlachtung ordnungsgemäß ist? Das ist sogar die Regel, weil sonst die Schlachtbetriebe Schnurstracks mit dem Staatsanwalt zu tun hätten.

Gruß
Omni

(BG)

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