Verursachen Religionen nur Ärger und Krieg?

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DAS ERGEBNIS BASIERT AUF 14 ABSTIMMUNGEN

Nein, weil... 50%
Jain, weil.. 35%
Ja, weil... 14%

24 Antworten

Nein, weil...

ich jetzt hier doch einfach mal meine empörten Gedanken preisgeben muss.

Ich kenne mich mit den großen Weltreligionen nicht genug aus, um hier die Geschichte jeder einzelnen sprechen zu können. Aber ich kann für meine Religion - das Christentum - wenigstens im Ansatz versuchen, diese Problematik zu klären.

Christopher Hitchens hat einen ähnlichen Satz geschrieben, wie er hier thematisch angedacht war: "Die Religion vergiftet alles." Dieser Satz bringt meiner Meinung nach ziemlich auf den Punkt, was die Gegner des Christentums meinen. Jedoch hat Hitchens diesen Satz wohl nicht in großem Nachdenken verfasst.

Um nur einmal kurz ein Beispiel zu nennen, das ironischerweise Hitchens auch nannte, ist der 11.September 2001. Hier dankt er den Menschen, die die Entführer des Flugzeuges, das auf das weiße Haus gesteuert wurde, an der Vollendung ihres Planes gehindert haben. 

Eine kleine Anmerkung meinerseits: der Anführer der Gruppe, die zu den Piloten vorgedrungen sind, war ein Christ, der aus der Moral seiner Religion gehandelt hat.

Vergiftet die Religion wirklich alles?

(Das nur nebenbei)

Nun stellt sich die Frage, ob vom Christentum Gewalt ausgeht.

"Mein Reich ist nicht von dieser Welt; wenn mein Reich von dieser Welt wäre, so hätten meine Diener gekämpft, damit ich den Juden nicht überliefert würde, jetzt aber ist mein Reicht nicht von hier." Johannes 18,36

Dies ist also eine klare Absage Jesus gegenüber Gewalt. Bei Lukas wird es noch deutlicher:

Steck dein Schwert in die Scheide, denn alle, die das Schwert nehmen, werden durch das Schwert umkommen.

Jesus hat Gewalt verabscheut. Da Jesus der Stifter des Christentums ist, kann man davon ausgehen, dass Friede für Jesus auch im Christentum hochgeschätzt wurde. 

Aber das Christentum hat doch die grausmamen Kreuzzüge veranstaltet!

Das heilige Land wurde lange zeit christlich regiert. Dies änderte sich jedoch 637, denn damals kamen die Sarazenen in Palästina an die Macht und die Christen blieben ca. 300 Jahre lang unbeteiligt. Allerdings änderte sich dies mit den Fatimiden, die 969 an die Macht kamen. Die Verträge zwischen Islam und Christentum wurde für ungültig erklärt und die Christen wurde verfolgt. Papst Sylvester II rief darauf in etwa zur Jahrtausendwende zur Befreiung der Christen auf; jedoch ohne Reaktion. Papst Urban II rief schließlich auf dem Konzil von Clermont zum ersten Kreuzzug auf, um die Christen nach über 100 Jahren der Unterdrückung zu befreien. Der erste Kreuzzug hatte seinen Erfolg. Er befreite die Christen. Die restlichen Kreuzzüge waren jedoch im Allgemeinen ziemlich erfolglos, sodass die Kreuzzüge zunehmende grausamer wurde und auch Kritik an ihnen aufkam.

Man muss die Kreuzzüge - zumindest teilweise - auch unter dem Aspekt der Ritterlichkeit verstehen. In der sogenannten "Hereditas Christi" wollten die Ritter die Wurzeln dieser Religion verteidigen und ihre Mitbrüder im Glauben an Christus befreien. Eine Grausamkeit war hier nicht vorgesehen. Dass dies einige Male übertrieben wurde, lässt sich nicht leugnen.

Ein weiterer Punkt wäre da das politische Interesse, das die Osmanen 1683 bis vor die Tore Wiens führte.

Fazit: Das war jetzt leider nur kurz und knapp. Aber diese kurze Auflistung hat gezeigt, dass die Gerüchteküche viel verbreitet. Es gibt allerdings auch einige Dinge, die pseudoreligiöse Menschen im Namen ihrer Religion getan haben, die man nicht leugnen kann. Dann scheinen sie aber die Botschaft ihrer Religion missverstanden zu haben. Allerdings ist dieses Wort "nur" etwas deplaziert, denn die Religion hat durchaus Gutes gebracht (was ich jetzt hier hoffentlich nicht auch noch aufzählen muss, das kann jeder selbst am Dienst seines Nächsten erfahren).

Nun sei doch noch kurz anzumerken, wie viel Ärger es denn gäbe, wenn es keine Religion gäbe. Ein Beispiel ist der Vergleich zwischen der römischen Inquisition (93 Tote) und der spanischen Inquisition (zwischen 1540 und 1700 827 Tote; insgesamt 1500 - 10000; nicht nur kirchlich, sondern auch staatlich) mit Russland und China des 20. Jahrhunderts (85 000 000 Tote).

Anthropos 29.03.2016, 02:26

Das ist wirklich etwas knapp, aber für eine Antwort in einem Onlineforum eigentlich zunächst ausreichend. Ich werde hier wahrscheinlich einiges an Kommentaren abgeben müssen.

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Nein, weil...

Die Menschen, die nach Ärger, Streit und Krieg suchen, um ihre eigenen Ziele über die von anderen zu stellen, immer einen entsprechenden Vorwand finden. 

Religion, oder treffender einen Gott als Vorwand zu nutzen, scheint für viele ein so edles Ideal zu sein, dass man dafür zumindest unter den Gläubigen und unter denen, welche die Religion als Organisation fürchten, viele Gefolgsleute findet. 

Wenn aber die Leute verzweifelt genug sind, kann man auch so ziemlich jeden anderen Grund ebenso als Vorwand für derartige Anfeindungen nehmen. 

Zum zweiten Punkt der Frage ob Religionen nur Ärger und Krieg verursachen ist dem ebenfalls nicht so. Religionen, wovon mir insbesondere das Neue Testament der Bibel recht vertraut ist, haben eigentlich das Ideal, dass durch Nächstenliebe, uneigennützige Hilfsbereitschaft, Verständnis und so weiter, Menschen dazu inspiriert werden, besser zu werden - nicht weil sie glauben, sondern weil sie danach streben, ihr Leben nach diesen Idealen auszurichten. Es gibt aber auch nicht umsonst verschiedene Kirchen, denn diese verschiedenen Kirchen legen ihre Schwerpunkte in verschiedenen Punkten der Lehre der Bibel unterschiedlich. Manche sogar in dem Sinne, dass der Glaube allein wichtig sei, während die Bibel etwas ganz anderes aussagt, nämlich das der Glaube ohne Werke tot sei und selbst die besten Taten (http://www.bibleserver.com/text/EU/Jakobus2,14-26) ohne die Liebe nutzlos (http://www.bibleserver.com/text/EU/1.Korinther13,1-3). Während diese Schriftstellen offenbar nicht "direkt" die Aussage Christi enthalten, findet man im Matthäusevangelium durchaus auch eine Schriftstelle, in welcher beides recht deutlich ist: http://www.bibleserver.com/text/EU/Matthäus25,31-46.

Diese Beispiele stehen eindeutig dafür, dass, sofern man wirklich nach dem lebt, was die Bibel lehrt, zumindest vom Christentum kein Nährboden für Ärger, Streit oder gar Krieg ausgeht.

Ja, weil...

Religionen müssen abgrenzen und denunzieren, ansonsten verlieren sie ihre Daseinsberechtigung. Sie müssen von anderen Religionen behaupten dass sie im Unrecht sind, denn ansonsten würden sie zugeben selber im Unrecht zu sein und sich somit als Lügner outen.

Dadurch schaffen sie eine Konkurrenz zwischen ihren Anhängern und denen anderer Glaubensrichtungen, die man bis heute sehen kann. Viele fühlen sich beleidigt und angegriffen, wenn sie sehen wie sich jemand der/die anderer Religion ist in ihrer Komfortzone als solche/r zu erkennen gibt.

Solange es Religionen gibt, wird es religös motivierte Verbrechen geben, denn eines ist klar, je intensiver ein Mensch seiner Religion folgt, desto leichter ist er manipulierbar.

Nein, weil...

Religion lehrt, dass Macht von Gott kommt.

Was aber stimmt, ist dass immer wieder Religion als Rechtfertigung für Krieg ausgenützt worden ist. 

Jain, weil..

Meistens haben Kriege und Konflikte einen unreligiösen Grund (z.B. zwei staaten kloppen sich um Rohstoffe) die religiösität wird dann immer als eigentlichen Grund genannt um den Konflikt zu legitimieren  (z.b. "die sind ungläubig. ..und haben tolle Rohstoffe" ) 

Jain, weil..

Es hat seine guten und schlechten Seiten...aber Krieg verursacht es nicht, es wird meiner Meinung nach als Mittel eingesetzt...

z.B. Nehmen wir an, es gibt viele Gläubige. Ich kann jetzt nicht sagen, wir greifen ein Land an, weil wir mehr Grund und Kohle haben wollen. Ich sag, für Gott und verbreitung der Religion tun wir das. Alle sind dabei, Kämpfen ja für das Gute und Gott usw...und hinterfragen tut man es nicht, da die meisten naiv sind. D.h. die Religion wird dazu verwendet um eigene Interessen durchzusetzten. 

Kommt auf die Religion an. Ich Glaube nicht, dass das fliegende Spagettimonster jemals Kriege ausgelöst hat. Generell wäre es wohl friedlicher gedacht gewesen, wenn sich nicht jede Religion als die einzig wahre Religion darstellen würde und dieses aggressive Missionieren hilft keinem.

Ich kann trotzdem nicht verstehen, warum Menschen für Glauben töten. Es ist mir ein Rätsel.

Religion kann Hoffnung spenden. Historisch gesehen existiert Religion jedoch nur um Massen zu kontrollieren und Taten zu rechtfertigen.

Powermax1990 29.03.2016, 00:00

Die Konttrolle wird vor allem in Teilen vom Islam und im Hinduismus noch so gelebt werden.

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Max242 29.03.2016, 00:01

Ich weiß nicht ganz was du damit sagen möchtest, jedoch möchte ich nur sagen, dass so ziemlich jede Religion zur Kontrolle genutzt wird/wurde.

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Ja, du musst nur mal in die Geschichte schauen.

Christentum hat eine Blutspur sonder gleichen hinter sich, und heute ist der Islamismus das, was früher das Christentum war.

Und Untersuchungen zeigen, dass es sogar im Hinduismus zur Zeit Fundamentalismus gibt.

Selbst im Namen von Atheisten wurden schon schlimme Dinge verübt.

Das Problem liegt darin, dass jeder seine Ansicht auf Welt und Religion als DIE richtige ansieht.

Würde sich jeder ein bisschen zurücknehmen und andere in ihrem Glauben lassen, könnte man auch mit Religion perfekt und gewaltfrei leben.

Es gibt aber immer Spinner.
Selbst in Deutschland gibt es diesen unsinnigen Begriff der
"Religiösen Gefühle".

Der Fundamentalismus kehr in unser Zeitalter wieder stärker zurück.
Untersuchungen haben auch gezeigt, dass die beiden "Enden", also streng gläubig und streng ungläubig wieder Zuwachs bekommen.

So könnten sich die Religionskriege in den nächsten Jahrzehnten noch verschlimmern.

Der altbekannte Satz
" Du wirst daran glauben, oder du wirst dran glauben "
Passt perfekt zum menschlichen Verständnis von Religion.

Früher ja.
Heute werden sie leider als Vorwand benutzt wie andere das hier schon gesagt haben.
Religion bewirkt aber auch Gutes. Feiertage, Gemeinsamkeit/Gemeinschaften, Hilfe, Sinn im Leben...
Natürlich findet man diese Sachen auch anderswo, aber in Religionen ist dies besonders ausgeprägt.

LG theonce 😊

Jain, weil..

Religionen verursachen nicht nur Krieg und Ärger (aber auch).

Und Krieg und Ärger werden nicht nur von Religionen ausgelöst (sondern haben auch andere Ursachen).

Jain, weil..

Ja natürlich die Kreuzzüge waren kriege aus Religion aber oft geht es auch um Land oder Rohstoffe

Ruffy5286 29.03.2016, 00:05

So ähnlich wie mit der Demokratie haha. Wenn man irgendwo viel Erdöl findet, dann liefern die USA gern die nötige Demokratie.

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Nein, weil...

... Menschen machen Religionen und Menschen führen Kriege ( auch im Nahmen ihrer Religion )

Nicht nur, aber oft genug, um ihre Existenz als für den Menschen unvorteilhaft zu betrachten.

Ansichtssache!
Manche können ohne Religion nicht leben, andere machen sie für alles Leid in der Welt schuldig. Schlussendlich hat aber immer noch der Mensch die Schuld am Krieg.

Jain, weil..

sie kann die menschen zusammen führen

aber wenn radikale sie zu ihren zwecken missbrauchen und alles verdrehen bringt sie ärger

Religion an sich nicht. Nur ihre Verbreitung mittels Krieg und /oder Terror.

Denn schließlich geht es auch bei Religionen größtenteils um Macht und Einfluß. Und nicht um Glauben.....

Nein, weil...

Mit Religionen, egal welcher, ist es leicht Menschen zu beeinflussen. Laut den Predigern wartet am Ende des Lebens Himmel oder Hölle.

 „Wenn du machst was ich sage, kommst du in den Himmel, wenn nicht, dann in die Hölle.“

Seit Urzeiten nutzen sogenannte Priester oder Prediger, die den Menschen vorlügen sie seien das Sprachrohr eines Gottes, die Angst der Menschen für ihre eigene Zwecke.

Bei Kriegen ging es noch nie um Religion. Es ging schon immer um Macht Einzelner, die Gruppen und ganze Völker, oft unter dem Deckmantel irgendeiner Religion, aufhetzten, um ihre Macht auszuweiten oder zu festigen.

Religion ist immer Mittel zum Zweck.

Also die Religion hat noch niemanden gerettet. Aber schon viele wurden in ihrem Namen getötet.

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