Vertragsverlängerung gültig?

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5 Antworten

Es gilt nur, was Du schriftlich hast. Wenn Du einen Vertrag mit dem Studio hast, den Du unterschrieben hast, gilt der, auch wenn Dein Chef so nett war, während Deiner Tätigkeit weniger von Dir zu verlangen. Merke Dir für die Zukunft: Immer alles schriftlich vereinbaren.

Vor dem Gesetz gelten mündliche Vereinbarungen genau so wie schriftliche.

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Das ist etwas kompliziert, wichtig ist jetzt eigentlich, dass Du irgendetwas schriftlich nachweisen kannst. Wenn die Beträge von Deinem Konto abgebucht werden, dann sieht man, dass Du zwar einen Vertrag für 26€ pro Monat abgeschlossen hast, aber nur 20€ bezahlst. Das ist dann natürlich immer etwas merkwürdig und legt nahe, dass eine mündliche Zusatzvereinbarung geschlossen wurde. Ein Arbeitsverhältnis kann nicht mündlich gekündigt werden, das sollte Dein Chef eigentlich wissen ;) Dein Arbeitsvertrag läuft also weiter, und zwar solange, bis Du die Kündigung schriftlich erhältst.

Ich gehe mal davon aus auch wenn ich keinen schriftlichen Arbeitsvertrag habe das dennoch die schriftliche Kündigung nötig ist?

Würden die Kontoauszüge denn als Beweis reichen?

Danke für deine Antwort!

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@KingDomeOne

Ganz genau, die Kündigung muss schriftlich vorliegen. Die Kontoauszüge sind schonmal ganz gut, da sie Deine Glaubwürdigkeit stützen. Am besten kann das leider nur ein Anwalt beantworten.

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(upps, falscher Thread - gelöscht)

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Grundsätzlich gelten mündliche Vereinbarungen genau so wie schriftliche. Eure Vereinbarung zur Preisvergünstigung ändert daher die vorherige Vereinbarung, deine Kündigung löst das Vertragsverhältnis auf.

Allerdings kann durch AGB vereinbart werde, dass die Kündigung der Schriftform bedarf. Dort solltest du nachsehen. Wenn das dort steht, ist deine mündliche Kündigung unwirksam, es sei denn, sie wurde explizit vom Studio angenommen und bestätigt.

Das Problem bei mündlichen Vereinbarungen ist deren Nachweisbarkeit. Nicht nur, dass der andere sie komplett bestreiten kann, es gibt hierbei auch oft Missverständnisse. Dein Chef sagt, der andere Vertrag sei auf Eis gelegt, du sagst, er sei zum red uzierten Preis weiter gelaufen. Wer Recht hat, wird man nicht mehr feststellen können.

Ich würde mich damit nicht herumplagen, sondern mich vielmehr auf die Frage konzentrieren, wie du den Vertrag nun außerordentlich aus wichtigem Grund fristlos kündigen kannst. Da scheinst du mir jedenfalls gute Karten zu haben.

Vielen lieben Dank für eure Antworten!

Und ja es gibt glücklicherweise einen Zeugen. Meinem guten Kumpel gehts genau so, gleicher Vertrag, gleiches Arbeitsverhältnis, gleiche Kündigung.

Also dann hätten wir die mündliche Vereinbarung, die wir gegenseitig bezeugen können und die Kontoauszüge.

Für mich Gründe genug einen Anwalt aufzusuchen und dann weiter zu verfahren.

Ich halt euch natürlich auf dem laufenden!

Leider kann man keinen schriftlich getroffenen Vertrag durch mündliche Vereinbarungen aushebeln ( Ich lasse nun einmal andere Länder und Sitten wie z.B. in Japan ausser acht ) oder durch eine Absprache "auf Eis legen" .

D.h. daß die vertraglich vereinbarte Leistung durch einen schriftlichen Vertrag von beiden Seiten zu erbringen ist, so lange der Vertrag läuft.

Was sich mir nicht erschließt, ist ob Du nun zwei schriftliche Verträge getroffen hast, oder nur einen ?? Falls nur einen, ist dieser trotz mündl. Vereinbarung immernoch gültig.

Falls zwei , - löst der neuere den Älteren ab, falls der Vertragsgegenstand der selbe ist . Beispiel : Vertrag alt = 26EUR , Vertrag neu = 20 EUR - hier müsstest Du als Laie nicht den alten vertrag kündigen, wenn Dir der selbe Vertrag (günstiger) schriftlich angeboten und von beiden Seiten unterschrieben wird.

Danke für deine schnelle Antwort!

Nein leider ist der günstigere der beiden, der der mündlichen Absprache.

Dieser ist sozusagen der "Mitarbeitertrainingsvertrag". Aber wie gesagt, wurde dies leider nicht schriftlich geregelt.

Also keine Chance da rechtlich was dagegen zu machen?

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Leider kann man keinen schriftlich getroffenen Vertrag durch mündliche Vereinbarungen aushebeln

Wie kommst du darauf?

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@Ratirat

Du bist als Kläger immer in der Beweispflicht. Wie willst Du denn beweisen, das es überhaupt eine mündliche Vereinbarung gibt ??

Aussagen wie .... "aber hat doch gesagt daß,..." zählen nie vor Gericht. Da zählt nur das Blatt Papier.

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@wolfman74

Du bist als Kläger immer in der Beweispflicht.

Wenn das so wäre, gäbe es ja gar kein Problem. Kläger wäre schließlich das Studio. (Es stimmt allerdings nicht.)

Wie willst Du denn beweisen, das es überhaupt eine mündliche Vereinbarung gibt ??Aussagen wie .... "aber hat doch gesagt daß,..." zählen nie vor Gericht.

Unsinn, sorry. Natürlich sind die mündlichen Aussagen ein wesentlicher Bestandteil bei der Urteilsfindung. Sonst bräuchte man ja gar keine Gerichtstermine mehr, sondern könnte rein nach Aktenlage entscheiden.

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@Ratirat

Natürlich sind die mündlichen Aussagen ein wesentlicher Bestandteil bei der Urteilsfindung.

Korrekt! Außerdem werden hier (wie sehr, sehr oft) zwei Themen vermengt.

Einerseits geht es um das Bestehen eines Vertrages, andererseits um dessen Beweisbarkeit. Diese beiden Themen haben aber nichts miteinander gemeinsam.

Schriftlich getroffene Vereinbarungen (Verträge) können einseitig (durch z.B. Kündigung oder Anfechtung etc.) oder zweiseitig (z.B. durch einen Aufhebungsvertrag) aufgehoben werden. Ein Aufhebungsvertrag ist ein Vertrag, der nicht der Schriftform bedarf - dennoch hebt er die ursprüngliche Vereinbarung auf.

Mündliche Verträge sind stets vor Gericht schwer beweisbar. Dies geht aber durchaus, wenn es z.B. einen Zeugen gibt.

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@Ratirat

Recht haben und Recht bekommen sind immer zwei paar Schuhe.

Auf welcher Grundlage soll sein Anwalt ihn den bei unserem Rechtssystem , in dem selbst Klagen wegen Vergewaltigungen im Sand verlaufen, wenn das Opfer nicht körperlich verletzt ist, keine DNA von Dir bei Ihr gefunden wird, keine Zeugen vorhanden sind und Du als Angeklager keine Kratz und Beisspuren hast . ????

Das ist nun ein krasses Beispiel, aber ähnlich gelagert . Du beschuldigst jemanden, kannst es aber nicht beweisen.

Der Studiobetreiber muss doch lediglich sagen , " habe ich nicht gesagt " . oder "nur unter anderen Voraussetzungen, das er weiterhin bei mir arbeitet.., da hat er holt falsch verstanden ....."

...fertig !

Soll nun der Richter zu Gunsten des Klägers entscheiden, nur weil er Klagt ???? Das wird er niemals tun . Hier herscht Aussage gegen Aussage = nicht schuldig .

Klage abgewiesen und Prozess beendet .

Auf der einen Seite vieleicht eine Sauerei, aber irgendwo auch menschlich und nachvollziehbar. Keiner will für etwas , was nicht beweisbar ist bestraft werden und auch nicht bestrafen.

sorry, das ist leider das pure und "wirkliche" Leben .

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@wolfman74

Recht haben und Recht bekommen sind immer zwei paar Schuhe.

Ein alter Grundsatz, den du aber offenbar vermischt (s.o.)! Du hast natürlich Recht, dass ein Anspruch, der nicht bewiesen werden kann, schwer durchsetzbar ist. Aber deswegen kannst du nicht sagen, dass er nicht besteht, oder dass Aussagen vor Gericht nicht zählen würden.

Auf welcher Grundlage soll sein Anwalt ihn den bei unserem Rechtssystem , in dem selbst Klagen wegen Vergewaltigungen im Sand verlaufen, wenn das Opfer nicht körperlich verletzt ist, keine DNA von Dir bei Ihr gefunden wird, keine Zeugen vorhanden sind und Du als Angeklager keine Kratz und Beisspuren hast . ????

Dieser Satz hat kein Ende... Auf welcher Grundlage soll sein Anwalt ihn denn...? Und weiter? Im übrigen sprichst du hier vom Strafrecht. Der hier angesprochene Anspruch ist aber zivilrechtlicher Natur.

Der Studiobetreiber muss doch lediglich sagen , " habe ich nicht gesagt " . oder "nur unter anderen Voraussetzungen, das er weiterhin bei mir arbeitet.., da hat er holt falsch verstanden ....." ...fertig !

Wenn er wirklich sagt, dass der Vertragspartner das nur falsch verstanden hat, dann könnte ein Anfechtungsgrund vorliegen - oder aber wegen eines Dissenz gar kein wirksamer Vertrag?! Der Studiobetreiber sollte also vor Gericht schon aufpassen was er sagt. Zudem weißt du doch gar nicht, ob es hier nicht evtl. doch einen Zeugen gibt, der den Vertragsschluss mitbekommen hat?! Schon gibt es für den Vertrag einen Beweis und deine Formel Aussage gegen Aussage ist passé...

Im Übrigen: schuldig ist man im Strafprozess. Im Zivilprozess ist man beschwert, aber nicht schuldig.

Keiner will für etwas , was nicht beweisbar ist bestraft werden und auch nicht bestrafen.

Schon wieder: Eine Strafe gibt es im Strafrecht. Im Zivilrecht hingegen gibt es Zahlungsurteile - aber keine Strafe!

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@Grinzz

Du hast mir eine Menge Tipparbeit erspart, Grinzz! :) Fast genau das wollte ich heute früh auch alles antworten, hatte aber keine Zeit.

Nur eine Ergänzung noch zum Thema "Der Studiobetreiber muss doch lediglich sagen": "Lediglich" ist eine extreme Verharmlosung. Er sollte sich verdammt gut überlegen, ob er wirklich wegen der paar Euro eine gerichtliche Falschaussage treffen will, die mit mindestens 3 Monaten Knast, im Falle der Vereidigung sogar mit mindestens einem halben Jahr Gefängnis belegt ist!

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@Ratirat

Du hast mir eine Menge Tipparbeit erspart, Grinzz! :)

Immer wieder gern ;-)

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