Vertragsbestandteile

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1 Antwort

20 Tage Urlaub entsprechen dem gesetzlichen Mindesturlaub bei einer 5-Tage-Woche; das Bundesurlaubsgesetz BUrlG § 3 schreibt 24 Werktage (Montag bis Samstag, also bei einer 6-Tage-Woche) vor; es sind immer 4 Wochen.

Wenn Du 20 Tage Urlaub hast, legt das bei Dir eine 5-Tage-Woche nahe.

Mit einer 5-Tage-Woche sind 42,5 Stunden Arbeitszeit aber nicht zu vereinbaren. Das Arbeitszeitgesetz ArbZG erlaubt in § 3 pro Arbeitstag regelmäßig 8 Stunden, bei einer 5-Tage-Woche also 40, einer 6-Tage-Woche 48 Stunden; vorübergehend und mit Ausgleich dürfen es auch ausnahmsweise 10 Stunden sein.

Wenn die Verteilung Deiner Arbeitszeit auf die Wochentage (z.B. Montag bis Freitag) nicht vertraglich festgelegt ist, kann das gravierende Nachteile für Dich haben:

Zum Einen gibt es erfahrungsgemäß Probleme zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer wegen der genauen Berechnung des Urlaubsanspruchs, das gilt auch für Ansprüche im Krankheitsfall; zum Anderen kann der Arbeitgeber dann aufgrund seines Direktionsrechts nach der Gewerbeordnung GewO § 106 festlegen, an welchen Tagen der Woche - Montag bis Sonntag - Du arbeiten musst!! Falls möglich, solltest Du da also eine Regelung suchen!

Die Verteilung der Arbeitszeit ist nicht festgelegt. Tagschicht, Nachtschicht, Feiertage, alles kann sein - Hotelbranche (Empfang). Was rätst du mir? Ich habe bereits signalisiert, dass ich morgen noch nicht unterzeichnen, sondern den Vertrag erst mit nach Hause nehmen möchte. Auch tendiere ich dazu, erst am 15. anzufangen statt am 8. Mmmh - alles nich so einfach. Grundsätzlich habe ich aber das Gefühl, dass man mich will, was auch für mich gilt. Aber eben, die Details...

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@Kananabuzzili

Wenn Du mit der Flexibilität, die offensichtlich von Dir erwartet wird (in der Hotelbranche ja auch üblich), gut leben kannst und Du der zu erwartenden Situation grundsätzlich positiv gegenüber stehst: okay!!

Ansonsten kommt es ja auch sehr entscheidend darauf an, wie sich ein Arbeitsverhältnis entwickelt, wie die Atmosphäre ist, die Kollegen/Kolleginnen sind, der Arbeitgeber/Vorgesetzte sich verhält. Wenn eine "Grundzufriedenheit" gegeben ist, dann fällt es auch leichter zu "investieren" und auch den einen oder anderen Nachteil (sollte er sich zeigen) in Kauf zu nehmen.

Aus der Situation eines bestehenden Arbeitsverhältnisses heraus ist es im Fall, dass sich das Arbeitsverhältnis doch nicht so positiv wie erwartet oder erhofft entwickeln sollte, dann immer noch einfacher, nach einer neuen Stelle Ausschau zu halten.

Noch eine Anmerkung zur nicht festgelegten Verteilung der Arbeitszeit:

Zwar hat der Arbeitgeber das erwähnte Direktionsrecht, er darf es aber nicht willkürlich, sondern nur nach "billigem Ermessen" ausüben; d.h. er muss zwingend bei seinen Entscheidungen die berechtigten persönlichen Interessen des betroffenen Arbeitnehmers berücksichtigen und mit den Belangen des Betriebes abwägen: überwiegen objektiv die >Interessen des Arbeitgebers, darf er seine Entscheidung nicht gegen dessen Willen durchsetzen.

So weit das Recht, aber das sind nun einmal zwei verschiedene Dinge: "Recht haben" und "Recht bekommen" ... ...

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