Verteidiger von Mörder-wieso?

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19 Antworten

In einem Rechtsstaat ist das nun mal so, dass sich niemand selbst verteidigen muss.

Der Rechtsanwalt tut lediglich seine staatsbürgerliche Pflicht, wenn er versucht, für seinen Mandanten das beste aus der Situation zu machen.

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  1. Wenn alles von vornherein so sonnenklar wäre, bräuchte man überhaupt keine Verhandlung. Diese Sonnenklarheit muss erst im Zuge der Verhandlung verifiziert werden.
  2. Wenn alles sonnenklar ist, ist dem besten Verteidiger bewusst, dass er den Angeklagten nicht heraus reißen kann, selbst wenn er wollte.
  3. Selbst wenn jemand mit 100 %iger Sicherheit jemanden ermordet hat, gilt es zu prüfen, ob es Fakten gibt, die sich strafmildernd auswirken könnten.
    Der Verteidiger ist nicht dafür da, um den Kopf der Leute unberechtigt aus der Schlinge zu ziehen, sondern dafür, dass der Angeklagte unter Berücksichtigung der Umstände ins bestmögliche Licht gerückt wird.

    Hat der Angeklagte ein psychisches Problem? Wurde ihm gedroht? Wurde er unter Druck gesetzt? Sind die belastenden Beweise wirklich sicher? Handelt es sich um einen Wiederholungsfall? Ist der Angeklagte verzweifelt? Wurde er Angeklagte angestiftet? Wurde dem Angeklagten geholfen?...
    Das muss alles geklärt werden und da ist ein Rechtsbeistand, der sich entsprechend auszudrücken vermag, unbedingt von Nöten.
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Zunächst mal, sorgt der Verteidiger für die Prüfung der "sonnenklaren Beweise". Sind diese wirklich so eindeutig? Oder gar gefälscht? Gibt es entlastende Momente? Ist wirklich ein Mord anzunehmen oder war es nur Totschlag?

In einem absolut zweifelsfreien Fall wird ein Verteidiger keinen Freispruch erwirken können. Er wäre auch dumm, darauf hin zu arbeiten. In diesen Fällen wird vielmehr versucht, entlastende Momente zu finden, um das Strafmaß zu drücken.

Vor Gericht gilt jeder bis zum Beweis seiner Schuld als unschuldig. Diesem Grundsatz folgend hat jeder Beschuldigte das Recht, sich gegen die Vorwürfe zu verteidigen. Anwälte übernehmen diese Verteidigung gegen Honorar.

Stell dir einfach nur mal vor, wenn das, was du eigentlich willst, Realität würde. Dann würden Menschen, die des Mordes beschuldigt werden, keinen Rechtsbeistand mehr bekommen. Ihnen würde die Möglichkeit zur Verteidigung genommen.

Ausserdem: Wer bestimmt, ob ein Fall nun eindeutig ist oder nicht?

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Ich denke du hast eine falsche Vorstellung von Verteidigung. Das Ziel eines Verteidigers ist es nicht zwangsläufig einen Freispruch zu bekommen. Das wäre in einem Fall wo der Mörder "zweifellos" feststeht auch gar nicht möglich. Alleine die Forderung des Verteidigers wäre absurd. Unabhängig der Umstände hat der Angeklagte immer ein Recht auf Verteidigung. Es geht eben in diesem Fall nicht darum ob er es getan hat oder nicht. Das Warum, die Umstände spielen im deutschen Strafrecht (wie übrigens in so ziemlich jedem modernen Strafrecht) eine grosse Rolle. 

Ich geb dir ein Beispiel. Wenn eine Person A einer Person B mit einer Pistole einen Schuss in den Bauch feuert. Person B überlebt, was ist das dann? Es ist absolut sicher dass es Person A war. Sie gesteht, zusätzlich gibt es 5 glaubwürdige Zeugen, 2 Überwachungskameras und noch eine Tonaufnahme. Doch was hat Person A nun getan? Versuchter Mord? Körperverletzung? Fahrlässige Körperverletzung? War es ein Unfall? 

Genau das müssen Verteidiger, Staatsanwalt und Richter nun herausfinden. 

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Es hat auch schon Fälle gegeben, wo sich Leute zu Unrecht irgendwelcher Taten für schuldig bekannt haben.

Eine Verteidigung ist auch in klaren Fällen nötig, weil ja neben der Feststellung der Schuld auch die richtige Anwendung des Rechts notwendig ist.

ES könnteja bei Tötung auch Totschlag statt Mord sein.

Es könnte auch ein besonderer Fall vorliegen, der die Feststellung der besonderen schwere der Schuld möglich macht.

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Weil im Rechtsstaat auch ein Verbrecher Recht auf einen fairen Prozess hat. Daher wird ihm ein Verteidiger beigeordnet, der die Interessen seines Mandanten vertritt.

Übrigens gehört das nun mal zum Berufsbild des Anwalts, insbesondere wenn man Fachanwalt für Strafrecht wird. Als Arzt kannst Du Dir ja auch schlecht vornehmen, Dich nur um Gesunde zu kümmern.

Sind die Verteidiger dann WIRKLICH DAFÜR, dass ein zweifelloser Mörder wieder auf freien Fuß gesetzt wird?

Mit der persönlichen Meinung des Anwalts hat das nichts zu tun.

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Es geht ja nicht nur um einen Freispruch, der bei einem überführten Mörder eh nicht in Frage kommen wird. Sondern vielmehr um das Strafmaß und um die Umstände.

Gibt ja verschiedene Gründe warum jemand mordet und da gibts natürlich erhebliche Unterschiede, was das Strafmaß anbelangt.

Um das zu klären gibts eben den Verteidiger.

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Bevor das Urteil rechtskräftig wird, ist man ja kein Mörder, sondern nur des Mordes angeklagt.

Und der Weg von der Anklage zur Verurteilung hat nach rechtsstaatlichen Regeln zu funktionieren, und die sehen nun mal eine gerichtliche Verteidigung vor.

Sonst können wir uns gleich ein Beispiel an Präsident Duterte von Indonesien nehmen, der ja meint, Tatverdächtige am besten gleich durch Todesschwadronen abknallen lassen zu können und sich anscheinend nicht mehr genau daran erinnern zu können, wie oft er selbst bei solchen Aktionen schon mitgemacht hat.

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bronkhorst 22.09.2016, 12:25

Duterte ist Präsident der Philippinen, nicht von Indonesien.

Nicht, dass es einen großen Unterschied manchen würde...

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Dass ein Schwerverbrecher einen Verteidiger hat, ihn sogar gestellt bekommt, ist zuerst eine Frage der Fairness, der Rechtsstaatlichkeit. Der Angeklagte hat ist mindestens 2 Volljuristen, manchmal sogar 4 oder 5, ausgeliefert, er selbst ist blutiger Laie. Er weiss letztlich doch gar nicht, was mit ihm geschieht. Und das unabhängig von der Tat. 

Vergleiche es mit einem Schachspiel. Ein Schachmeister sitzt auf der einen Seite, auf der anderen jemand, der noch nicht einmal die Spielregeln kennt. Natürlich verliert der Laie. Jeder würde sagen, dass das doch logisch ist, man spielt nicht gegen einen Profi, wenn man selbst die Regeln nicht kennt. 

Der RA ist zunächst dafür da, zugunsten des Angeklagten dafür zu sorgen, dass dieser ein rechtsstaatliches Verfahren bekommt. Er ist oft nur der einzige, den der Angeklagte noch hat. Was der RA selbst von der Tat des Angeklagten hält, das ist zweitrangig, ein guter RA trennt Gefühle und Beruf. 

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Hallo,

Unabhängig von der sehr guten Ausführung whabifan noch ein Gedanke:

Das Recht auf einen Verteidiger ist eine der Grundsäulen unseres Rechtsstaates. Auch wenn mich berufsbedingt manchmal diverse Konfliktverteidiger nerven. JEDER Mensch hat Anspruch auf juristische Vertretung. Du kannst diesen Grundsatz nicht aufweichen, denn sobald du einmal eine Ausnahme einführst, werden es ja immer mehr.

Ein Beispiel?

Wenn ein Mörder zweifelsfrei feststeht kriegt er keinen Verteidiger mehr!

Und wenn ein Mörder fast sicher feststeht auch nicht mehr!

Und eigentlich ein Totschläger auch nicht!

Und Vergewaltiger dann auch nicht!

Usw. usw. ... das geht nicht. Daher hat einfach JEDER Anrecht auf einen Verteidiger...

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Die Verurteilung erfolgt im Gericht auf Basis der Gesetze.
Doch kennt sich nicht jeder mit den Gesetzen genau aus und den Regeln des Gerichts.
Es gibt Umstände die ein Urteil zu Gunsten oder Ungunsten des Angeklagten verändern können.

Die Aufgabe eines Verteidigers ist für den Angeklagten das beste herauszuholen was unter den Umständen möglich ist.

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1. Weil jeder das Recht auf einen Verteidiger hat. 2. Es ist einfach deren Job, mit dem sie ihr Geld verdienen.

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Weil ohne Verteidiger kein rechtsstaatlicher Prozess stattfinden kann.

Also entweder: kein Rechtsstaat
Oder: kein Prozess

Beides nicht gut also muss einer den Job machen.

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Jeder Mensch hat dieselben Rechte.. somit hat auch jeder das Recht auf einen Verteidiger.

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Ob jemand ein Mörder ist, wird vor Gericht entschieden. Bis zur Verurteilung gilt jeder als unschuldig.

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In einem Rechtsstaat hat selbst ein moralisch völlig degenerierter Mörder eine Anrecht auf einen fairen Prozess hat. Und dazu gehört eben, daß er einen Verteidger hat. 

Das ist auch völlig in Ordnung ist, ich würde es nicht wollen, daß ein Gericht festlegen kann, wer eine faire Verhandlung verdient hat und wer nicht. Wir sind ja nicht in Russland oder in der Türkei oder so.

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"Es is jemand ohne Zweifel der Mörder"

Genau das soll/wird ja in einem Prozess bestätigt. Bis es so weit ist hat jeder das Recht auf Verteidigung!

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Geld und weil jeder die gleichen Rechte hat.

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Ich denke mal um jemanden zu haben, mit dem man sich berät und sich vielleicht die Strafe mindert

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