Versuchter Raub auf Tankstelle, welche Konsequenzen?

11 Antworten

Dein Freund wird in Untersuchungshaft bleiben, soweit bzw. solange ein Haftgrund gem. § 112 StPO vorliegt. Derartige Fragen sind natürlich stark einzelfallabhängig. Angesichts der Tatsache, dass du mit deinem Freund einen 3-Monate alten Sohn hast, dürfte zumindest der Haftgrund der Fluchtgefahr zu verneinen sein. Je nachdem wie dein Freund sich im Gefängnis oder zuvor verhält, könnte dagegen der Haftgrund der Verdunkelungsgefahr vorliegen. Das liegt - mehr oder weniger - in seinen Händen.

Fragen zur Höhe der Strafe sind im Normalfall schon nicht zu beantworten. Im Jugendstrafrecht ist es unmöglich.

Je nach Art der eingesetzten Waffe wird man deinem Freund zumindest einen versuchten schweren (§ 250 Abs. 1 StGB) oder sogar einen versuchten besonders schweren Raub (§ 250 Abs. 2 StGB) vorwerfen. Im Erwachsenenstrafrecht sieht das Gesetz hierfür eine Freiheitsstrafe von 3 bzw. 5 bis 15 Jahren vor. Derartige Strafen können nicht mehr zu Bewährung ausgesetzt werden (§ 56 StGB).

Im Jugendstrafrecht gelten jedoch andere Regeln. Insbesondere gilt der oben genannte Strafrahmen nicht (§ 18 Abs. 1 S. 3 JGG). Dieser sollte nur die Schwere der Straftat, die dein Freund wohl begangen hat, verdeutlichen.

Je nachdem wie umfangreich sein Vorstrafenregister ist, kommt bei deinem Freund jedoch auch im Jugendstrafrecht eine Freiheitsstrafe (bzw. Jugendstrafe) zwischen 6 Monaten bis 10 Jahren in Betracht. Diese kann zur Bewährung ausgesetzt werden (§ 21 JGG).

Wobei ich nur ergänzend anmerken möchte, dass man auch im Jugendstrafrecht nur bis zu 2 Jahre zur Bewährung aussetzen kann.

Da wir ja nur auf einer Internetseite sind, kann man ja einfach mal Tipps abgeben ;-) Irgendwas zwischen glatt 2 Jahre und 3 Jahre wird's vermutlich werden. Schwerer Raub endet auch bei Jugendlichen häufig mit Knast. Erst Recht, wenn es vorher schon Auffälligkeiten gab.

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@skyfly71

2-3 klingen vernünftig... trotzdem versuche ich derartige Schätzungen (insbesondere im Jugendstrafrecht) nicht abzugeben.

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Er konnte gestern wieder nach Hause und es wird auch keine Gerichtsverhandlung geben. 

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@LindaMeier17

Hi Linda, wieso kam es eigentlich zu keiner Gerichtsverhandlung? Netter Staatsanwalt? :)

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Dies kann man ´Pauschal nicht beurteilen dass wird ein Gericht machen .     S ucht euch einen Anwalt. Der die Gaspistole hatte und bedroht ist in U-Haft  § 112 StPO. bis der Richter über einen Endgültige  Entscheidet.

Seht ihr zu das ihr dem Rechtsanwalt die volle Wahrheit sagt, sonst wenn von hinten denn noch was kommt, dann ist der Rechtsanwalt auch machtlos.
Hört mit sowas auf ihr verbaut euch euer ganzes Leben , denkt auch an eure Familie und eure Zukunft.

Mit freundlichem Gruß

Bley 1914

Auch der Versuch eines bewaffneten Raubüberfalls ist strafbar. Es wird also zu einer Gerichtsverhandlung kommen. Ob euer Kind ein Grund ist auf die U-Haft zu verzichten oder nicht, wird dir hier keiner sagen können. Ich vermute aber, dass es keinen Grund spielt, da du ja als fürsorgende Person noch da bist.

Es kommt ebenfalls auf die Einzelfallentscheidung an, ob es nach Verurteilung zu einer Haftstrafe kommt. Mit 17 wird er nach Jugendstrafrecht verurteilt werden, was normalerweise mildere Strafen nach sich zieht. Die Benutzung einer Gaspistole erschwert jedoch wieder den Straftatbestand und damit die Strafe.

Das Strafmaß liegt nach § 250 StGB bei Freiheitsstrafe nicht unter 5 Jahren. Minder schwere Fälle liegen immer noch bei 1-10 Jahren Freiheitsstrafe.

Das von dir genannte Strafmaß bezieht sich allerdings nur auf das Erwachsenenstrafrecht und gilt ausdrücklich nicht für Jugendliche (§ 18 Abs. 1 S. 3 JGG). Die mögliche Dauer einer Jugendstrafe beträgt 6 Monate bis 10 Jahre.

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