Verstößt das Verbot von Marihuana gegen das Grundgesetz Und werden verurteilte Konsumenten möglicherweise später mal entschädigt wie jetzt Homosexuelle die?

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10 Antworten

Der Staat kann nach dem Grundgesetz ein Verhalten verbieten, das er für schädlich hält. Und der Konsum von Drogen ist für den Betroffenen, aber auch für die Gesellschaft schädlich. Deshalb wird das Verbot wohl nicht verfassungswidrig sein. Selbst wenn es mal als verfassungswidrig angesehen wird (z.B. weil ja Alkohol auch nicht generell unter Strafe gestellt wird), dann wird man trotzdem keine Entschädigung dafür bekommen.

Bei Homosexualität wird man das anders sehen müssen. Denn hier geht es um eine Verhaltensweise, die einerseits vermutlich genetisch bedingt ist und andererseits für andere Menschen keinerlei Schaden anrichtet. Jemanden nur zu verurteilen, weil er z.B. schwul ist, er aber niemandem schadet, das verstößt gegen die Menschenwürde. Insoweit kann man der Meinung sein, dass Verurteilte eine wenigstens symbolische Entschädigung bekommen sollten.

Kommentar von AalFred2
03.11.2016, 09:52

Aber der Konsum ist doch gar nicht verboten.

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nein, da muss ich dich enttäuschen!

Nur der Konsum von Cannabis ist nicht strafbar, alles andere schon. Denn im Betäubungsmittelgesetz wird nicht der Konsum, wohl aber Anbau, Herstellung, Handel, Einfuhr, Ausfuhr, Abgabe, Veräußerung, verboten.

Kommentar von derfiesefriese
03.11.2016, 09:46

Haha, dieses alberne Kindergesetz...gib mir Deine IBAN, umnd ich gheb Dir ne Menge Kohle, wenn Du mir sagen kannst, wie ich OHNE ES ZU BESITZEN KONSUMIEREN SOLL. Also ein Blabla-Gesetz, damit der Staat seiner Fürsorgepflich nachgekommen ist ;-)

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Verstößt das Verbot von Marihuana gegen das Grundgesetz?

Nein. Es gibt ein Urteil des Bundesverfassungsgericht, wonach es kein 'Recht auf Rausch' gibt.

https://de.wikipedia.org/wiki/Cannabis-Beschluss

Kommentar von voayager
03.11.2016, 10:33

Dieses Urteil ist weltfremd und inhuman. Schon seit der Steinzeit genehmigt sich die Menschheit Räusche und es tradierte sich in sämtlichen Kulturen und in sämtlichen Gesellschaftssystemen. Es wurde bis jetzt in allen Ständen, Klassen und Schichten Drogen genutzt, ganz egal was irgendwelche rote oder schwarze Roben da beschließen und verkünden, inklusive der Exekutive und der Legislative.

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Du darfst das GG nicht so abstrakt also nur vom moralischen Standpunkt aus bewerten. Dessen Auslegung hängt auch davon ab, wer am Drücker und wie groß eine oppositionelle Bewegung ist. Homosexuelle wurden nur deshalb entschädigt, weil mittlerweile ein entsprechend großer Druck aus der Gesellschaft nach deren Anerekennung besteht, durch bloße gedankliche Überlegung hätte sich da nichts getan. Erst der Drucvk von Unten hat dann die Richter und den Gesetzgeber bewogen, den entsprechenden Kurs zu wechseln. Genau so wird es auch bei den Cannabis-Konsumenten sein. Im ganz realen Leben legt man selten die Elle "richtig oder falsch" an, vielmehr geht es um die Bedienung bestimmter Interessen. Nur in der Schule und in den Medien wird uns was Anderweitiges vorgegaukelt.

Wenn also genug Druck aus der Gesellschaft kommt, Cannabis-Konsumenten ihre Rechte durch Kundgebungen einfordern, dann wird das noch immer vorherrschende Verbot aufgeweicht, die Legalisierung erreicht und als nächster Schritt dann die Rehabilitation erwirkt.

Geschenkt wird einem im Allgemeinen nichts, alles muß erkämpft werden. Machbar isses auf jeden Fall, dass später mal eine rehabilitation wegen Drogenkonsum erfolgt. Es muß eben "nur" in etlichen Kampagnen erkämpft werden.

Recht oder Unrecht sind nichjt selten relative Begriffe, die einem Wandel im Laufe der Zeit unterliegen.

Kommentar von sadlady80
03.11.2016, 09:53

beste Antwort. genau so sieht es aus

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Kommentar von AalFred2
03.11.2016, 09:56

Wie willst du jemanden wegen etwas rehabilitieren, was heute schon nicht strafbar ist?

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Nein.

Nach heutiger Rechtsauffassung nicht. Ob die sich zukünftig verändern wird und wie, steht einnstweilen in den Sternen.

Ein  Verstoß gegen das Grundgesetz kann gar nicht vorliegen, da der Konsum von Marihuana nicht verboten ist.

Das gilt übrigens auch für alle anderen Substanzen die man so zu sich nehmen kann.

Der Konsum von Marihuana ja vielleicht nicht, und wenn das in (medizinischen) Einzelfällen erlaubt würde, würde/hätte dieser Konsument sicher nicht gegen das Gesetz verstoßen.

Aber das dealen damit verstößt sicher gegen das Grundgesetz (Recht auf Unversehrtheit).

Kommentar von voayager
03.11.2016, 10:35

Der Konsum ist gleichfalls illegal, brauchst ja nur Cannabis bei dir zu Hause anpflanzen und züchten, schon erscheint die Polizei, wenn sie davon erfährt.

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über Drogen im allgemeinen zu sprechen hat uns bis jetzt nicht weitergebracht! Es gibt nämlich unzählige und welche die man garnicht verbieten kann!

Es ist ja nicht verfassungswidrig, einen Stoff zu verbieten, also wird das nicht passieren. Außerdem ist es doch ein Meilen weiter Unterschied, ob man homosexuell ist oder ob man irgendeinen Stoff konsumieren möchte.

Kommentar von Blindi56
03.11.2016, 09:42

Wobei man mit Konsumieren ja nur sich selber schadet, was jedem frei steht.(Oder man bekommt es evtl. mal aus medizinischen Gründen verschrieben). Man darf nicht damit handeln....

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Wann ist denn das letzte Mal ein Cannabiskonsument im Knast gelandet? Allein der Vergleich ist schon vollkommen schräg.

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