verschwindet die galaxie nach einer zeit?

12 Antworten

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Unsere Galaxie wird sogar ganz sicher verschwinden, beim Universum ist es nicht ganz sicher. Und auch nicht sicher, wie. Wie derastronom schon geschrieben hat, ist aus den Beobachtungsdaten, die uns heute vorliegen noch nicht erkennbar, wie die Zukunft des Universums genau aussehen wird. Es hängt im Wesentlichen davon ab, wieviel Masse, dunkle Materie und dunkle Energie im Universum enthalten ist.

Zuerst zur Zukunft der Michstraße (und aller anderer Galaxien):

Alle Sterne, die Du siehst, haben eine endliche Lebensdauer von etlichen Millionen bis ein paar Milliarden Jahren, je nach ihrer Masse. Danach enden die Fusionsprozesse in ihrem Inneren. In einer Galaxie nimmt durch den Lebenszyklus mehrerer Sterngenerationen insgesamt die Dichte des interstellaren Wasserstoffes ab. Dadurch können irgendwann keine neuen Sterne mehr entstehen. In der Milchstraße erreichen wir diesen Zusatand, wenn die Andromedagalaxie sich mit der Milchstraße vereinigt. Dabei wird es zwar kaum zu Sternzusammenstößen kommen, jedoch verliert die neue Galaxie dabei ihre interstellaren Gaswolken und es können keine Sterne mehr entstehen.

In der Galaxie sammeln sich also auf lange Sicht Stern"leichen" und schwarze Löcher. Die Lichter gehen im wahrsten Sinne des Wortes aus.

Danach wird es schwieriger und etwas spekulativer und hängt wie gesagt von der im gesamten Universum enthaltenen Masse ab.

Big Crunch:

Wenn genug anziehende Masse im Universum enthalten ist, dann wird sich die heute beobachtete Expansion des Universums umdrehen und das Universum stürzt wieder in sich zusammen (also nicht nur die Masse, sondern auch der Raum.) Am Ende steht ein heißer, dichter Zustand, dem Urknall nicht unähnlich. Ob es sich jedoch um einen neuen Urknall handelt, ist nicht sicher. Auch einen "unendlichen Zyklus aus entstehendem und wieder zusammenfallenden Universum gibt dieses Szenario nicht wirklich her - wegen der Hauptsätze der Thermodynamik wächst die Zykluszeit, weshalb es in der Vergangenheit irgendwann einen ersten Zyklus gegeben haben muss.

Wir brauchen aber gar nicht so sehr, darüber spekulieren, denn im Moment ist der Big Crunch das unwahrscheinlichste Modell, denn es scheint viel zu wenig Masse im Universum zu sein. Nach Beobachtungen beschleunigt sich die Expansion eher, als dass sie verlangsamt. Das nächste mögliche Szenario wäre dann der

Big Chill/ Big Whimper:

Entspricht die Gesamtmasse im Universum ziemlich genau einem kritischen Wert, dann endet das Universum ziemlich langweilig.

Entsprechend den sogenannten „Großen Vereinheitlichten Theorien“ der Teilchen-physik (GUT) lebt auch die normale Materie nicht unendlich lange: die Protonen sollten demnach zerfallen. Auf lange Sicht (sehr lange Sicht) ist die Materie also nicht stabil und zerstrahlt. Über die Hawking-Strahlung könnten dann auch die schwarzen Löcher zerstrahlen. Damit befindet sich dann im ewig expandierenden Universum eigentlich nur noch Strahlung. Durch die Expansion sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass sich 2 Photonen begegnen sehr gemütlich gegen Null. Das bedeutet, dass das Universum langsam in den Zustand höchster Entropie geht, absolut nichts mehr passiert und somit die Definition von "Zeit" (als logisches Anordnen verschiedener Zustände) keine sinnvolle Anwendung mehr findet.

Vielleicht wird es aber auch doch noch spektakulärer:

Big Rip:

Wenn viel zu wenig Masse im Universum ist, dann beschleunigt sich die Expansion immer weiter; so sehr, dass irgendwann die beschleunigte Expansion die ganze Struktur der Raumzeit - und alles, was in ihr ist - zerreißt. Das Universum wird durch die beschleunigte Expansion in diesem Szenario buchstäblich zerrissen - und zwar noch, bevor die Materie Zeit hatte, zu zerfallen, wie beim Big Chill.

Das sind die 3 wichtigsten momentan diskutierten Szenarien. Daneben gibt es auch noch Szenarien, nach denen eine Art Phasenübergang das Universum zerstören könnte. Welches nun letztlich zutrifft, ergibt sich jedoch noch nicht eindeutig aus den Beobachtungsdaten.

Fest steht nur: Wenn Physiker das Ende des Universums diskutieren, sind sie gründlich im Kaputtmachen, denn in allen fraglichen Szenarien, ist am Ende einfach alles kaputt. Niemand macht so gründlich etwas kaputt, wie Physiker

;-)

Da wirfst du aber Perlen vor Säue. Die Simpel schaffen es nicht, einen Satz in Grosschrift zu beginnen. Sie glauben, grossartige Fragen oder Gedanken zu haben, scheitern aber erbärmlich schon im Kleinsten.

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@Tigrillo

Wenn ich so argumentiere, darf ich gar nicht antworten, weil ich selber meine Kommas immer mit dem Salzstreuer im Text verteile. (Und gerade bei so langen Texten zu faul zum Durchlesen bin, was man leider meist bemerkt)

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2/3 der langen Antwort sind irreal, weil seit einigen Jahren klar ist, dass die Expansion stattfindet.

Als Antwort bleibt nur der big rip

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@weckmannu

Echt? Da weißt Du dann mehr als ich. Mein letzter Kenntnisstand ist, dass der Big Rip auf den Modellrechnungen von Caldwell, Kamionkowski & Weinberg (2003) beruht und dass die momentanen Messfehler aus den WMAP-Daten den w-Parameter noch nicht endgültig auf einen Wert festlegen, bei dem ein Big Rip unumgänglich ist. Dass der Big Crunch inzwischen als unwahrscheinlich gilt, hatte ich erwähnt.

@ whysoseriious

Danke für das Sternchen, ich freu mich =D

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In einigen Milliarden Jahren vielleicht, das weiß keiner. Und selbst wenn, dass wir das erleben, ist eher unwahrscheinlich

und "wahrscheinlich" wird alles, raum, zeit und materie in ca. 40 milliarden jahren durch die expansion verschwinden. theorien sagen allerdings aus, dass danach eventuell wieder alles von vorne losgeht, also ein neuer urknall.

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