Verschreiben Psychiater schnell psychopharmaka oder ordnen sie erst eine Therapie an?

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7 Antworten

Grundsätzlich braucht die Behandlung einer Störung im Bereich des Seelenlebens oder der Psyche eine Psychotherapie, für die Psychotherapeuten zuständig sind.

Psychologen, von denen hier oft die Rede ist, haben mit Therapie nichts zu tun, es sei denn, sie haben sich durch eine Zusatzausbildung im Bereich Psychotherapie qualifiziert. Dann steht aber nicht mehr der Psychologe, sondern der Psychotherapeut im Mittelpunkt.

Für eine Psychotherapie ist ein Mindestmaß an Beziehungsfähigkeit erforderlich, damit erfolgreiche Gespräche möglich sind. Die wird über Psychopharmaka (Medikamente), die vom Psychiater zu verschreiben sind, hergestellt. Zumindest sollte es so sein.

Erst mit ausreichender Beziehungsfähigkeit kommt eine Psychotherapie in Frage, jedoch verschreibt ein Therapeut in der Regel keine Medikamente, es sei denn, er ist ärztlicher Psychotherapeut.

enala 22.01.2017, 13:33

danke! ich habe aber des öfteren gehört, dass z.b.ein Hausarzt kein methylphenidat verschreiben dürfte, sondern nur ein Psychiater. Und sind Psychiater nicht eher klinisch, und Psychologen geistlich?

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Chinama 22.01.2017, 13:36
@enala

Wer was verschreiben darf ? Das weiß ich nicht.

Ja Psychiater gehen eher von einer Krankheit aus, während Therapeuten (nicht Psychologen!) von einem inneren Konflikt ausgehen.

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In die Deutschland sieht die Richtlinie vor, dass eine medikamentöse Therpahie immer nur zusammen mit einer anderen Theraphie durchgeführt werden sollte. Natürlich halten sich nicht alle Psychiater exakt dran, aber zu 99% wirst zuerst oder zustätzlich eine Gesprächstheraphie machen müssen oder soetwas wie Neurofeedback, die Medikamente werden dann dazugegeben, wenn die Therpahie nicht ausreichen, oder dein Problem unheilbar ist, wie zB.: ADHS oder eine bipolare Störung. Dann kriegst du die Medikamente definitiv sofort, aber auch erst nach einer Evaluation und Prüfung der Notwendigkeit, ergo: mehrstündige Tests zu deinem geistigen Zustand, eine medizinische Untersuchung und Gespräche mit mindestens zwei Psychiatern.

Ich hatte meine erste Psychotheraphie mit 5 Jahren, mit 11 bekam ich meine ersten Medikamte, mit 14 habe ich sie abgesetzt - dann habe ich vor kurzem, jetzt bin ich 17, realisiert, dass ich sie wieder brauche, meine Psychiaterin drum gebeten, dann musste ich wieder einen einstündigen Test machen und einen Bluttest beim Hausarzt machen und jetzt gehe ich alle 6 wochen zu meiner Psychiaterin, rede über die Wirkung und alle 18 wochen oder so werde ich von einer zweiten Psychiaterin "interviewt", jedes mal bekomme ich ein Rezept für die Medikamente. Die reichen dann auch gerade so für 6-8 Wochen. Ich mache auch keine Psychotheraphie mehr. Wenn du bereits mal eine Theraphie gemacht hast, dann geben sie dir die Medikamente unter Umständen  auch ohne eine Theraphie.

Aber das wird alles recht streng von den Krankenkassen, den Behörden und den Ärzten kontrolliert. Man bekommt nicht einfach so Medikamente, wie es in den Medien häufig dargestellt wird.

In erster Linie ist es Aufgabe eines Psychiaters eine Diagnose zu stellen, denn die Zeit für eine Therapie haben sie bei der Anzahl ihrer Patienten i.d.R. nicht. Also verweisen sie die an Psychotherapeuten.

Und nicht bei jeder psychischen Erkrankung ist eine medikamentöse Behandlung notwendig.

Psychiater sind nur dann auch Psychotherapeuten, wenn sie eine entsprechende Zusatzausbildung haben. Ein gut arbeitender Psychiater verschreibt aber auch keine Psychopharmaka wie Smarties.

In deinem Falle würde dich der Psychiater erst mal zum Neurologen schicken, um zu schauen, ob deine Konzentrationsschwäche eine organische Ursache hat.

Also erstmal Psychater können dir kein medikament verschreiben,das müsste dann wenn dann ein diensthabender Arzt machen und selbst das würde er erst nach einem Gespräch mit dir machen. und glaube dass sie das lieber innerhalt einer Therapie  machen würden..

nnblm1 22.01.2017, 13:02

Psychiater sind Ärzte - und sie verschreiben auch Medikamente.

Ohne Vorstellung und Diagnose jedoch wird eher kein Psychiater was verschreiben.

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wilees 22.01.2017, 13:11
@nnblm1

Also erstmal Psychater können dir kein medikament verschreiben,.....

Wenn Du nicht einmal weißt, was ein Psychiater ist, solltest Du vielleicht nicht solche Aussagen in den Raum stellen.

.....das müsste dann wenn dann ein diensthabender Arzt machen


Was soll dies aussagen? Jeder Arzt, den jemand während seiner Sprechzeiten aufsucht ist im "Dienst".

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enala 22.01.2017, 13:53

das sollte mehr eine Frage als eine Aussage sein...Ich habe nichts dagegen wenn man mich berichtigt

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das wird wohl mit der diaknose zu tun haben und mit der scihtwiese des arztes ?

aber man kann auch da eine 2 meinung einholen?

Psychiater dürfen keine Medikamente verschreiben. Das macht der Hausarzt, oder der Neurologe. Das kommt darauf an, wer Dich überwiesen hat

wilees 22.01.2017, 13:03

Im Zusammenhang mit einer psychischen Erkrankung verordnet vorrangig ein Facharzt für Psychiatrie = Psychiater Medikamente.

( Neurologen befassen sich im Allgemeinen eher mit körperlichen Störungen des Nervensystems und weniger mit seelischen Erkrankungen. )

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sabbelist 22.01.2017, 13:06
@wilees

Das ist nicht richtig. Ein Hausarzt kann Sie ebenso verschreiben.

Sollte man zu einem Neurologen überwiesen worden sein, wird auch Dieser solche Medikamente verschreiben.

Ausschlaggebend ist, an welchen Arzt man sich vor dem Besuch des Psychologen gewandt hat

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wilees 22.01.2017, 13:21
@sabbelist

Richtig ist, dass Hausärzte und Neurologen Psychopharmaka verordnen können. Allerdings wird i.d.R. ein verantwortungsbewußter Hausarzt zur genaueren Diagnostik seinen Patienten an einen Psychiater überweisen.

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sabbelist 22.01.2017, 13:23
@wilees

Natürlich überweist der Hausarzt zum Psychologen. Das habe ich in meiner Antwort ja auch geschrieben

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nnblm1 22.01.2017, 14:01
@sabbelist

Leider ist es tatsächlich so, dass auch viele Allgemeinmediziner insbesondere Antidepressiva verschreiben, ohne überhaupt etwas zu diagnostizieren. 

Fachlich korrekt wäre es jedoch, wenn zur Verschreibung von Psychopharmaka ein Allgemeinmediziner an den dafür zuständigen und auch ausgebildeten Psychiater überweist.

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nnblm1 22.01.2017, 13:04

Die Hausärzte machen das zwar leider oft, aber Psychopharmaka-Verschreibungen gehören ganz klar in die Hände von Psychiatern (Fachärzte für Psychiatrie).

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