Versäumnisurteil nach Autounfall, dann?

...komplette Frage anzeigen

8 Antworten

.... es ist grundsätzlich möglich, wenn ein Beklagter trotz Ladung nicht erscheint oder seine Bereitschaft zur Verteidung nicht anzeigt, trotz gerichtlicher Verfügung und somit nach so einem Urteil eine Wiederaufnahme beantragt, ein anders lautendes Urteil bekommt.

Ich verstehe nur nicht, warum sollte der Beklagtre einen Anwalt bezahlen und seine Versicherung außen vorlassen, wenn diese alle Kosten und Lasten übernimmt.

Wer hat sich denn da nun verzockt?

Wenn Du sofort nachdem Klage gegen Dich eingereicht wurde, Deinen Anwalt informiert hast, trifft ihn die Schuld für dieses Versäumnis! Ich bezweifle daher, ob Du einen wirklich zuverlässigen und kompetenten Anwalt eingeschaltet hast! Um sicher zu gehen, dass auch Deine Versicherung informiert wurde, würde ich umgehend Kontakt mit dieser aufnehmen und mich auch beraten lassen, wie Du weiter vorgehen sollst! Auf den Rechtsanwalt würde ich mich nun nicht mehr verlassen!

Hallo.

Da ist ein Termin gewesen der Versäumt wurde.
Das ist das was ein Anwalt immer machen muss.
Du hast den falschen Anwalt.
Er muss aber versichert sein. Wenn er nicht in Gang kommt, dann schreib das der Anwaltskammer. Auch die Versicherung. Die haben oft eigene Anwälte und regeln das.
Natürlich kann man Einspruch einlegen, Ich würde das machen und da sagen das der Anwalt das Regeln wollte.
LG und viel Glück und Erfolg.

Du warst der beklagte und nicht die Versicherung. Wieso hast du diese Klage nicht an deinen Versicherer weiter geleitet?

Dass dein Anwalt ein Urteil als "nicht wichtig" bezeichnet, zeigt nur, dass du den falschen Anwalt hast.

Zu einem Versäumnisurteil kommt es nur, wenn du da einfach nicht erscheinst.

Hast du die Vorladung denn überhaupt deinem Anwalt übermittelt?

Ich habe es nicht weitergeleitet, weil der Anwalt mir so gesagt hat. Er meinte, dass ich und die Versicherung immer zusammen verklagt werden. Ich habe mit ihm heute noch mal besprochen. Er sagt, dass er es erstes mal in seinem Leben gesehen hat, dass nur der Fahrer(ich) verklagt wurde, nicht Versicherung.

Er sagt, dass ich nichts verloren habe, weil der Prozess noch nicht abgeschlossen ist. Es sei genug, dass ich jetzt Versicherung informiere und dass wir Einspruch gegen Versäumnisurteil einlegen.

Ich habe keine Vorladung bekommen, nur Verfügung. Und das habe ich direkt mit dem Anwalt übermittelt. Ich verstehe wirklich nicht, wie er 2-Wochen-Frist verpassen konnte.

0
@fayfim

Dann frag deinen "Anwalt". 

Dass er eine Frist versäumt, disqualifiziert ihn eigentlich vollkommen.

1

Also um mal ein paar Missverständnisse aufzuräumen:

Bei einem Autounfall ist immer der Mensch der den Schaden verursacht hat bzw. der Fahrer und/oder Halter der der verklagt wird oder Schadensersatz leisten muss.

Aber im Normalfall hat er eine Versicherung die das für ihn übernimmt. Und damit hat er auch die  Pflicht die Versicherung über alle Dinge die auf ihn zukommen (Klagen, böse Anrufe, Schreiben von gegnerischen Anwälten usw.) der Versicherung mitzuteilen. Nur so hat diese die Gelegenheit zu reagieren. Weil der Kläger hat keinerlei Verpflichtung von sich aus mit der Versicherung umzugehen - er kann sich immer an den Menschen halten (nur kann der eben seine Versicherung beauftragen das zu regeln).

Deshalb heißt das auch "Haftpflichtversicherung" - ich habe eine Versicherung für meine Haftpflicht.

Und was Du konkret gemacht hast oder auch nicht, keine Ahnung. Jedenfalls nimmt man sich in dieser Konstellation einen Anwalt wenn man den Gegner verklagen will aber nicht wenn man sich verteidigen will. Weil die Verteidigungsaufgabe ist die Aufgabe der Versicherung.

Ok - also 1. alles der Versicherung offen legen (die weiß schon alles mag sein aber sicher kannst Du Dir nicht sein) und mit denen direkt reden, anrufen, klären. Denn wenn Du ein Urteil zu Deinen Lasten bekommst ohne das die Versicherung eingreifen kann dann wäscht diese ihre Hände in Unschuld und Du bleibst auf der Schadenssumme sitzen.Von den Anwaltskosten den Du selbst beauftragt hast mal ganz zu schweigen.

Und die Aussage Deines Anwaltes "passiert zum ersten Mal" ist lustig. Das passiert andauernd - zwar nicht oft aber regelmäßig. Weil die gegnerischen Anwälte sind auch nicht doof.

Darüber hinaus stellt sich die Frage ob Du denn mit den 50% zufrieden sein solltest - das wäre eigentlich eine Frage an Deinen Anwalt.

Und für die Zukunft: Ein Autofahrer ohne Rechtsschutzversicherung ist ein Idiot. Es kann ihm immer was passieren und auch der Staatsanwalt ist mit einer Körperverletzungsanklage auch nie weit entfernt. 

Wurde der Anwalt von der Versicherung beauftragt? 

Wurde die Versicherung als Gesamtschuldner mit verklagt oder wirklich nur du?

Wenn Klage gegen dich erhoben wird bist du verpflichtet dies umgehend deiner Versicherung mitzuteilen und dieser auch die Führung des Rechtsstreits zu überlassen. Wenn der Anwalt ursprünglich von der Versicherung beauftragt wurde, kann man wohl argumentieren, dass du davon ausgegangen warst, dass dadurch die Versicherung von der Klage erfuhr. 

Wenn das aber ein Anwalt ist den du auf eigene Faust beauftragt hast, hast du ein fettes Problem. Das ist eine Obliegenheitsverletzung und kann zur teilweisen Leistungsfreiheit der Versicherung führen. Dann kann es passieren, dass du bis zu 2.500€ des eigentlichen Schadens an die Versicherung zurückzahlen musst und auf den Anwaltskosten bleibst du auch noch sitzen. 

Ich weiß nicht, ob die Versicherung mit verklagt wurde. Auf der Verfügung und Versäumnisurteil steht nur mein Name. Der Anwalt habe ich selber gefunden. Er wurde nicht von der Versicherung beauftragt. Da hat eigentlich der Rechtsanwalt Schuld. Kann man nichts dagegen tun? Sollte er nicht Versicherung informieren?

0
@fayfim

Der Anwalt habe ich selber gefunden.

Ja, das habe ich befürchtet. Dicker, fetter Fehler. 

Ein Anwalt der halbwegs etwas von seinem Fach versteht hätte sicherlich die Versicherung informiert und auch keine Fristen verpasst (was ja offensichtlich passiert ist). 

Ich denke schon, dass du Chancen hast für den dir (bald) entstandenen Vermögensschaden gegenüber dem Anwalt Schadenersatz geltend zu machen. Aber das ist natürlich mit weiterem Aufwand (und einem weiteren Anwalt) verbunden und im ersten Moment bist du erstmal der Dumme. 

Du solltest nun so schnell wie möglich deine Versicherung kontaktieren und fragen wie es weitergehen soll. Vielleicht stellen die dir noch einen Anwalt zur Abwehr der Ansprüche. Dem jetzigen Anwalt solltest du umgehend das Mandat entziehen. 

1
@NamenSindSchwer

danke für die Antwort. Ich habe noch eine Frage, wenn ich fragen darf. Wie läuft es jetzt? Was könnte den Einspruch gegen Versäumnisurteil bringen? Oder bringt was überhaupt? Lohnt sich?

0
@fayfim

Wenn das urteil rechtskräftig ist, zahlst du erst mal.

1

Versäumnisurteil bedeutet, dass es einen Gerichtstermin gegeben hat, zu dem weder du noch dein Anwalt erschienen sind. Wie konnte das passieren?

Ich habe keinen Gerichtstermin bekommen. Nur eine Verfügung mit 2 Wochen frist.

0

Also ich an deiner Stelle würde mir dringend einen anderen Anwalt suchen....

1

Versicherung anrufen 

Was möchtest Du wissen?