Verrät man die Opfer, wenn man sich mit den Tätern versöhnt?

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9 Antworten

Wenn du mit einem Täter sprichst und dich vielleicht auch in bestimmten Dingen gut verstehst, bedeutet das ja nicht, dass du seine Tat gut findest. Insofern verrätst du das Opfer nicht. Allerdings, wenn das Opfer dir sagt, des es ihm wehtut, wenn du mit dem Täter Freundschaft schließt, m,usst du dich entscheiden, ob du dem Opfer zusätzlich wehtun willst.

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Ich sehe nicht ganz, wie du diesen Menschen vergeben solltest, wenn sie nicht dich, sondern andere verletzt haben... das ist ja nicht wirklich deine Sache.

Anfreunden - dagegen spricht nichts. Aber tu nicht einfach so, als wäre alles in Ordnung. Als Freund hast du das Recht und die Pflicht, diese Person auf ihr Fehlverhalten aufmerksam zu machen! 

Mache einen Unterschied zwischen der Person und ihren Handlungen. Die Person sollst du lieben, aber ihre schlechten Entscheidungen und Handlungen sollst du nicht gutheissen.

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Das ist ein philosophisches Fass ohne Boden. Ich tendiere (ganz kurz gesagt) zu folgender Sichtweise:

"Versöhnen" kannst du dich nicht stellvertretend, das können nur die "Opfer" - wenn sie es denn wollen. 

Und ob du Eisessen "darfst" kann man pauschal nicht beantworten. Wenn das, was die Person tut, etwas ist, das du für wirklich verwerflich hältst und du sie nicht überzeugen kannst oder willst, es nicht mehr zu tun, sondern wirklich "unbefangen" mit ihr Zeit verbringen möchtest...ich würde sagen, das ist ein Problem, weil du der Person damit das Gefühl gibst, dass ihr Verhalten keinerlei Konsequenzen hat für ihren alltäglichen Umgang. Ich fände das falsch. Das aber wiederum ist psychologisch ein Fass ohne Boden...

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Du kannst dich auch mit einer Person verstehen oder versöhnen, selbst wenn du eine Tat von einer Person nicht in Ordnung findest. Es kommt natürlich absolut auf die Tat und den Charakter der Person an. Nur wenn du eine Person magst, heißt das nicht, dass du alle seine Handlungen unterstützt. Ach man.. ich weiß was du meinst..

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Jesus sagte ja, dass man allen vergeben sollte. 

Nein, das hat er nicht so gesagt, wie es von dir rüber kommt.
Allen, die "umkehren" (bereuen) kann vergeben werden - ist doch logisch, denn der der nicht umkehrt ist ja noch in der (ungerechten) Tat drin.
Jesus hat am Kreuz dem neben ihm vergeben der bereute, dem anderen der noch lästerte nicht.
Er hat auch denen vergeben "... die nicht wissen was sie tun", also keinen Zugang zu einem Unrechtsbewußtsein hatten.
Es geht also in deinem Verhalten zu anderen, die "gefehlt" haben, immer darum, ob du dich durch eine Annäherung an diese mit ihrem Unrecht "verbündest" oder nicht - ein klares Kriterium, aber du bist trotzdem "gefordert".

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Eine sehr gute Frage, die wirklich schwierig zu beantworten ist. 

Zunächst zur Vergebung: Vergebung ist nur von Seiten des Betroffenen möglich. Nur er kann versuchen sich gegenüber dem, der ihn geschädigt hat, versöhnlich zeigen. Als Unbeteiligter kannst Du einem Menschen, der in Deinen Augen "Schlimmes" getan hat, nicht vergeben.

Richtig schwierig wird die Sache jedoch bei der Frage, ob man sich als Unbeteiligter mit so einem Menschen anfreunden sollte. Gesellschaftlich besteht ganz klar die moralische Forderung, dass man gegenüber einem sog. "Übeltäter" dessen Bedürfnisse nach Zuwendung und menschlichem Kontakt zurückweisen sollte. Er soll ja kollektiv für sein unmoralisches Tun bestraft werden, und Kontaktverweigerung ist in allen sozialen Gruppierungen weltweit eine harte Strafe.

Allerdings gibt es natürlich auch die Pflicht zur Reintegration, d.h. die Forderung, dass man eine Strafe nur zeitlich begrenzt ausüben sollte. Damit wäre nach einiger Zeit die Bemühung mit so einem Menschen wieder in Kontakt zu kommen sicher eine moralisch gebotene Aktivität, besonders dann, wenn man bei dem Betreffenden den Willen zur moralischen Besserung klar ablesen kann. So ist denn auch in unserer Gesellschaft immer dann, wenn "Übeltäter" eindeutig Reue gezeigt haben, der Wille zur Reintegration das dominierende Motiv. Ich denke hier an Uli Höhnes, Erik Zabel und Michel Friedmann, die alle öffentlich klare Bekenntnisse ihrer Schuld und den Willen zur Besserung geäußert haben, und die dann nach recht kurzer Zeit wieder das Wohlwollen der Öffentlichkeit auf sich ziehen konnten.

Die hartnäckige Verweigerung der Schuldanerkenntnis - wie etwa im Falle von Jan Ulrich - führt dagegen zur unbegrenzten Verurteilung und Ablehnung. Er wird gesellschaftlich wie ein Aussätziger behandelt, woran man ablesen kann, wie ungemein wichtig es in sozialen Gemeinschaften ist, sich seinem Fehlverhalten gegenüber einsichtig und reuig zu verhalten.

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Jeder Mensch ist auch ein Stück für sich selbst verantwortlich - und nicht für andere. Es kommt also nicht darauf an was andere über dich denken, bzw. wie andere über die denken mit denen du zu tun hast.

Versöhnen kannst du dich ausserdem nur wenn die entsprechende Person dir etwas angetan hat. Das Beispiel hinkt also.

Jesus sagt, wir sollen uns, soweit es an uns liegt, mit allen Menschen vertragen. Auch mit denen, die nicht so "nett" sind. Gerade sie haben es nötig!

Sofern du einen guten Einfluss auf die Person hast, ist da nichts einzuwenden - schwieriger ist es wenn es umgekehrt so wäre. Und so kannst du ein Beispiel von Nächstenliebe leben!

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Eine sehr kontrovers diskutierete Frage.


Menschen, die absolut davon überzeugt sind, dass Vergebung eine gute Sache ist, sind hoffentlich noch nie in einer wirklich ernsten Situation gewesen, in der ihre Maxime gefordert war.

Denn wenn man selbst betroffen ist, ändert das die Sache erheblich.

Damit will ich nicht sagen, dass man nicht generell so denken sollte. Immerhin haben wir den Anspruch an uns selbst, niedere Instinkte zu überbrücken und endlich einen friedlichen Planeten zu schaffen.

Der Kindermörder:
Es gab in einer deutschen Stadt mal den Fall, dass eine Mutter, deren Kind von einem Verbrecher vergewaltigt und ermordert worden war, dem Täter vergeben hat. Ihrer Aussage zu Folge sei ihr Jesus Christus begegnet und sie hätte die Vergebung empfangen und so weiter.
Das ist wohl eines der krassesten Beispiel zu dieser Thematik und aus meiner Sicht ganz ehrlich keinen Meter nachvollziehbar.

Jeder hat eine zweite Chance verdient:
Ein Argument für Kindermörder - so hart es klingt. Würden sich nicht jeder eine zweite Chance wünsche, würde er einen Fehler begehen? Jeder, sag ich.

6. März 1981
Ein andere Fall aus Deutschland: Eine Mutter erschießt den Mörder ihres Kindes im Gerichtsaal. Seitdem gibt es erhöhten Polizeitschutz für derartige Gerichtsverhandlungen.
Wir könnten die Frau ja mal fragen, ob es ihr Kind wieder lebendig gemacht hat oder ob es ihr danach besser ging. Ich sag das natürlich so provokant daher aber es steckt natürlich auf beiden Seiten der Medaille etwas an Nachvollziehbarkeit.

Letztendlich sollte sich diese Frage jeder selbst beantworten.


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Jesus hat mit solchen Typen wohl herzlich gelacht - und ihnen gesagt, dass das, was die getan haben sch××××× gewesen ist!

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