Vermittlungsauftrag

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4 Antworten

Guten Morgen nochmals! Ich habe eine Ergänzung ggf. Richtigstellung zu RUEDI: Ein Händler darf Vermittlungsgeschäfte vornehmen, wenn er aber so dämlich ist (wie von Harry geschildert) und die Rg. über das Autohaus schreibt, steht der verkaufende Hdl. sehr wohl in der Gewährleistungspflicht. Fraglich ist nur ob 1 Jahr (wenn er die Gewährleistung im Kaufvertrag reduziert hat - was er vom Gesetzgeber her darf, weil es sich um einen gebrauchten Gegenstand handelt) oder 2 Jahre, wenn er sich zur Gewährleistung gar nicht geäussert hat.

Das mit dem Getriebe ist denn auch recht einfach zu klären - wenn der Händler nicht schon im Kaufvertrag auf einen Mangel beim Getriebe schriftlich hingewiesen hat, und nur dann kann er die Gewährleistung für das Getriebe ausgrenzen, haftet er auf jeden Fall. Sollte er dies jedoch schriftlich fixiert haben, bezweifele ich das es dann zu einem Kaufvertrag gekommen wäre.

Im übrigen muß nicht Harry (Käufer) den hier genannten Mangel beweisen! Auf keinen Fall sogar!!! Denn auch hier spricht der Gesetzgeber im Sinne des Verbrauchers (also Käufer) sehr klar: Bei einer 1jährigen Gewährleistung (von der gehen wir jetzt mal aus!) sagt der Gesetzgeber, das der Verkäufer innerhalb der ersten 6 Monate in der Beweislast steht. Also muß der Verkäufer nachweisen, und nu wird es etwas kompliziert, das schon ein Mangel bei Abschluss des Kaufvertrages vorgelegen hat. Nur so kann er sich vor den Gewährleistungsansprüchen vom Käufer schützen, weil es dem Käufer dann bei Vertragsabschluss schon bekannt war, das ein Mangel vorgelegen hat. Wenn der Verkäufer aber sagt, das bei Vertragsabschluss inkl. Auslieferung alles i.O. gewesen sei, ist das defekte Getriebe durchaus vom Verkäufer zu rep./instandzusetzen/ern. wie auch immer. Erst nach dem 6. Monat greift hier die sogenannte Beweislastumkehr - hier muß dann der Käufer nachweisen, das der Wagen lt. Vertrag und bei Auslieferung i.O. gewesen ist und erst jetzt defekt.

Die Realität sieht wahrscheinlich so aus, das der Händler eine andere Rechtsauffassung hat wie der Käufer und da stimme ich dann wiederum Ruedi zu, dann wirst Du als Käufer um einen Rechtsanwalt wohl nicht herum kommen. Meine Meinung ist aber die, das Du gute Chancen auf Hilfe im Sinne eine Rep./Instandsetzung oder gar ein neues Getriebe hast.

Ruedi 09.03.2010, 07:02

Die Beweislastumkehr gilt nur für die zeitliche Komponente, nicht für das Vorliegen eines Mangels selbst!!! Dies hat der BGH, entgegen heftiger Kritik seitens der Literatur, bereits so entschieden. Im Übrigen besteht innerhalb der ersten 6 Monate die Beweislastumkehr; nicht danach. ;-)

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Guten Morgen! Na das ist wohl ein Fall für Nepper, Schlepper, Bauernfänger... oder so ähnlich. Nun, der Fall ist lt. oben stehender Schilderung klar. Wenn die Rg. vom Autohaus geschrieben ist, steht der Händler auch in der Gewährleistungspflicht. Interessant wird es, wenn der Hdl. auf der Rg. die Gewährleistung ausgeschlossen hat (was er im übrigen nicht darf - er kann die Gewährleistung zwar auf ein Jahr reduzieren!), dann steht er für 2 Jahre in der Gewährleistungspflicht. Also, der Hdl. muß für den Getriebeschaden gerade stehen - ob er will oder nicht. Jedoch bräuchte ich schon mehrere Details aus dem Kaufvertrag... Steht als Verkäufer das Autohaus/Händler oder der Vorbesitzer drin? Ist das Thema Gewährleistung in irgend einer Weise im Vertrag thematisiert? Steht evtl. etwas von einen defekten/mangelhaften Getriebe drin? Wenn ich hierzu die Antworten bekäme könnte ich noch genauer antworten. Schönen Gruß & bis später, M.St.

Ruedi 08.03.2010, 00:59

Nur weil der Händler gewährleistungspflichtig ist, heißt das noch lange nicht, dass er den Schaden am Getriebe auch begleichen muss! Siehe auch meine Antwort.

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Ob der Händler im Rahmen seiner Gewährleistungspflicht haftbar gemacht werden kann, ist leider nicht ganz so einfach zu entscheiden, wie es hier den Anschein haben mag.

Es kommt zunächst darauf an, ob das Getriebe, welches ja ein Verschleißteil ist, im Rahmen des üblichen Verschleißes defekt gegangen sein könnte oder ob der hier aufgetretene Defekt tatsächlich als Sachmangel im Sinne des Kaufrechts anzusehen ist. Im Zweifelsfall wirst Du dies zu belegen haben.

Sollte es sich tatsächlich um einen Mangel handeln, wird von Gesetzes wegen angenommen, dass dieser schon zum Zeitpunkt der Fahrzeugübergabe vorlag. Allerdings wird der Autohändler anführen können, dass sich das Getriebe zu diesem Zeitpunkt noch ohne Probleme schalten ließ.

Hier und jetzt eine Beweisprognose anzustellen, halte ich für unsinnig. Dafür bedarf es einer genaueren Analyse des Sachverhalts.

Ich persönlich würde erstmal prüfen lassen, was die Reparatur kosten würde und dann weiter entscheiden.

Im Zweifel wirst Du um eine Beratung durch einen Rechtsanwalt nicht herumkommen!

ein händler darf keine autos mehr als vermittler verkaufen.

Ruedi 08.03.2010, 00:56

Falsch!

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