Vermissten Anzeige und Hausbesuch?

6 Antworten

Hallo,

bei einem Vermisstenfall ist eine Durchsuchung im rechtlichen Sinn normalerweise nicht notwendig...

Wenn wir zu einem möglichen Aufenthaltsort der vermissten Person kommen und dem Wohnungsinhaber sagen, dass wir "den Tobis suchen, der ist vermisst"... dann lässt uns in der Regel jeder schnell nachschauen. Also ist das keine Durchsuchung.

Weigert sich jemand, dann ist das erstmal verdächtig. In dem Fall betreten wir die Wohnung erst recht, wir wissen ja nicht, ob der Jugendliche nicht gegen seinen Willen festgehalten wird.

Dass wir aber nicht mit dem Einverständnis des Wohnungsinhabers bei einem Vermisstenfall in die Wohnung sind, hab ich bis jetzt genau einmal(!) erlebt...

Prinzipiell braucht die Polizei immer einen Durchsuchungsbefehl wenn sie in eine Wohnung möchten. 

Es sei denn es ist "Gefahr im Verzug" gegeben. 

Man braucht der Polizei keinen Eintritt gewähren wenn sie keinen Durchsuchungsbeschluss haben. Wenn sie jedoch der Meinung sind JETZT in deine Wohnung zu müssen, werden sie sich den Zutritt verschaffen. On Rechtens- oder nicht entscheidet sich dann später. Und wenn es nicht Rechtens war, hat das idR keine oder keine besonders großen Konsequenzen. 

Das regelt sich nach dem Polizeirecht der jeweiligen Bundesländer. Die sind oft recht einheitlich formuliert und unterscheiden sich meistens nur im Detail.

Für vermisste Jugendliche gilt frei formuliert:
Wenn Tatsachen die Annahme rechtfertigen, dass sich der Minderjährige in einer bestimmten Wohnung aufhält, dann darf die Polizei diese Wohnung betreten und durchsuchen.

Bei Gefahr im Verzug ist kein Durchsuchungsbefehl erforderlich, ansonsten schon.

Zur Frage, ob man den Polizisten Eintritt gewähren muss, möchte ich mal so formulieren:
Die Polizei hat wie gesagt unter den o.g. Voraussetzungen das Recht, die Wohnung zu betreten und zu durchsuchen. Wenn die Tür nicht geöffnet wird, darf sie die Tür von einem Schlüsseldienst oder der Feuerwehr öffnen lassen.
Wenn man sich mit Gewalt gegen die Maßnahmen der Polizei wehrt, macht man sich eines Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte strafbar.

also in meinem fall war anscheinend heute morgen die polizei hier am klingeln (war selbst nicht da... nachbar aber) und sind dann auch wieder gefahren. da bei mir der vedacht bestehen könnte das jmd sich bei mir aufhält. also ist von einer gefährdung zu sprechen, obwohl die person sich beim erziehungsberechtigten meldet?

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@JoelKroxldphic

Es geht nicht darum, ob eine Gefährdung vorliegt. Es geht darum, dass die Eltern das Aufenthaltsbestimmungsrecht für ihre minderjährigen Kinder haben. Wenn sich der Minderjährige in einer fremden Wohnung befindet und die Eltern das nicht wollen (unabhängig davon, ob der Minderjährige sich meldet), dann dürfen die Eltern ihr Kind dort heraus holen (mit Genehmigung des Wohnungsinhabers) bzw. von der Polizei heraus holen lassen (dann auch ohne Genehmigung des Wohnungsinhabers).

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