Vermieterwechsel - kein Mietvertrag, haben wir jetzt noch Rechte?

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10 Antworten

Nun haben wir festgestellt, dass weder unser alter Vermieter, noch wir, einen ordentlich von beiden Seiten unterschriebenen Mietvertrag hat. Nun meine Frage: gilt der Mietvertrag trotzdem, weil wir uns ja stillschweigend darüber geeinigt haben in Form von Mietzahlungen und der Gegenleistung, dass wir hier seit fast fünf Jahren ohne Probleme leben.

Dan habt Ihr einen mündlichen Mietvertrag und es muss auch kein neuer Vertrag gemacht werden.

Der mündliche Vertrag hat viele Vorteile, es gelten die gsetzlichen Bestimmungen.

Z.B. muss man die Wohnung bei Auszug nicht renovieren und es gibt auch keine Kleinreparaturklausel.

Der neue Vermieter macht nun richtig Streß und fordert den Mietvertrag. Wir haben ihm aber bereits gesagt, dass wir keinen unterschriebenen haben.

Dann schreibt ihm das.

Wie sieht die Rechtslage nun aus? Müssen wir die Wohnung sofort räumen, wenn er es verlangt?

Die Rechtslage sieht so aus:

§ 566 Kauf bricht nicht Miete (1) Wird der vermietete Wohnraum nach der Überlassung an den Mieter von dem Vermieter an einen Dritten veräußert, so tritt der Erwerber anstelle des Vermieters in die sich während der Dauer seines Eigentums aus dem Mietverhältnis ergebenden Rechte und Pflichten ein. (2) Erfüllt der Erwerber die Pflichten nicht, so haftet der Vermieter für den von dem Erwerber zu ersetzenden Schaden wie ein Bürge, der auf die Einrede der Vorausklage verzichtet hat. Erlangt der Mieter von dem Übergang des Eigentums durch Mitteilung des Vermieters Kenntnis, so wird der Vermieter von der Haftung befreit, wenn nicht der Mieter das Mietverhältnis zum ersten Termin kündigt, zu dem die Kündigung zulässig ist.


Bei einer Mietdauer unter 5 Jahren kann Ihnen der Vermieter bei berechtigtem Eigenbedarf mit einer Frist von drei Monaten kündigen.

Wir haben dann um eine schriftliche Kündigung gebeten, damit wir sie beim Städtischen Wohnbau vorlegen können

Ob Vermieter oder Mieter kündigt, es muss in Schriftform erfolgen, auch bei einem mündlichen Mietvertrag.

Wann hat sich denn der ehemalige Eigentümer und Vermieter abgemeldet? Ist denn der sich anmeldende "Vermieter" tatsächlich im Grundbuch des Miethauses als neuer Eigentümer eingetragen? Beim Verkauf des Hauses wird ein Zeitpunkt des wirtschaftlichen Überganges zwischen Veräußerer und Erwerber festgelegt. Dabei werden auch die Mietverträge übergeben. Die Mietzahlungen an den ehemaligen Eigentümer werden dann eingestellt und die Miete wird an den neuen Eigentümer/Vermieter überwiesen.

Wenn du in den Sommerferien umziehen willst, dann muss im Einvernehmen mit dem Vermieter der Mietvertrag rechtzeitig aufgelöst werden, denn Kündigungen greifen hier nicht mehr rechtzeitig.

Der aktuelle mündliche Mietvertrag ist gültig. Eine Kündigung erfolgte bisher nicht. Die Absichtserklärung des Vermieter über eine Eigenbedarfskündigung ist kein Hebel für die Entscheidungsfindung der Städtischen Wohnbau.

Danke für die Antwort. Der Vermieter hat uns in der letzten Juniwoche geschrieben, dass ab nächstem Monat (Juli) die Mietzahlungen an den neuen Vermieter gehen und wir den Dauerauftrag bitte einstellen möchten. Das dürfte alles seine Richtigkeit haben.

Gestern haben wir die schriftliche Kündigung zum 30.9. bekommen (ich denke wir könnten Einspruch einlegen und auf den 31.10. bestehen, da uns die Kündigung erst am 2. Juli übergeben wurde). Für den städtischen Wohnbau ist eine Eigenbedarfskündigung natürlich kein Hebel, uns eine Wohnung zu vergeben. Aber realistisch gesehen ist es leider so, dass wir nun in der Dringlichkeit steigen, da wir bis zum 30.09. hier raus müssen und unsere Chancen, schneller eine Wohnung (die im Allgemeinen sehr beliebt sind) zu bekommen , steigen damit.

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@Tireeshore

Die Kündigung wurde fristgerecht übergeben. Das Mietverhältnis endet am 30.09.2013. Ein Widerspruch ist nur möglich, wenn der Kündigungsgrund nicht ausreichend dargestellt wurde.

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@Tireeshore

Eine wirksame Kündigung zum 30. September musste dir bis zum 3. WT. Juli zugehen, das war der 3. Juli. Wie kommst auf den 31. Oktober? Die Kündigung erfolgte fristgerecht.

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Verträge gelten, auch wenn sie nicht auf Papier geschrieben sind (Handschlag)!

Der neue Vermieter hätte auch schon beim Kauf des Hauses feststellen müssen, dass sein Vorgänger Euch genug Vertrauen entgegengebracht hat und keinen schriftlichen Vertrag gebraucht hat.

Er kann Euch schriftlich kündigen, dafür braucht er keinen Mietvertrag. An Eurer Stelle säße ich die drei Monate aber unbedingt aus, schon um den G.Gk. zu ärgern. Sollte er eines Eurer Rechte zu beschneiden versuchen, schreckt nicht vor einer Anzeige zurück!

Lasst Euch nicht stressen, alles Gute!

Ein neuer (schriftlicher) MV ist nicht nötig, ihr habt einen rechtskräftigen mündlichen Vertrag. Die Kündigungsfrist beträgt derzeit 3 Monate. Nach Vollendung des 5. Mietjahres wären es 6 Monate. Der Vermieter kann wegen Eigenbedarf kündigen, hat er wohl z.Z. noch nicht. Also abwarten. Dass ihr den Vermieter auffordert, euch wegen Eigenbedarf zu kündigen, verstehe ich nicht.

Wir haben uns im ersten gemeinsamen Gespräch nur nach deren Plänen (Renovierungen etc) erkundigt. Dabei hat sich herausgestellt, dass die Eltern der Käufer hier einziehen sollen. Wir haben dann um eine schriftliche Kündigung gebeten, damit wir sie beim Städtischen Wohnbau vorlegen können (wir möchten idealerweise wegen Schulwechsel in den Sommerferien umziehen und mit Kündigung würde das Ganze beschleunigt).

Sorry, dass ich das so ausgeführt habe oben, hielt es für irrelevant.

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@Tireeshore

Was spricht denn dagegen selbst zu kündigen? Das wäre bis Morgen noch zum 30.9.13 möglich.

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@anitari

Man kündigt keine Wohnung, so lange man noch keine neue hat. Schon gar nicht mit zwei kleinen Kindern...

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@Gerhart

fangen bei uns erst ende des monats an und gehen bis mitte september (ba-wü)

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Wir haben ihm aber bereits gesagt, dass wir keinen unterschriebenen haben.

Dann habt Ihr einen mündlichen der genau so bindend ist wie ein schriftlicher.

Müssen wir die Wohnung sofort räumen, wenn er es verlangt?

Nein

Zahlt weiter pünktlich die Miete und gut ist.

Und unterschreibt keinen Vertrag! Der bestehende mündliche bleibt weiterhin gültig.

Wenn es einen gibt müßte der neuer Vermieter eine Kopie vom Alten bekommen haben, weil es für ihn wichtig ist. Der alte will rein und jetzt gibt es einen neuen Eigentümer? Verwirrend. Was nun? Einigt Euch um einen Termin für den Auszug.

Ein mündlich abgeschlossener Vertrag ist ebenfalls rechtsgültig, da sich aus den Mietzahlungen das Vertragsverhältnis beweisen lässt. Dann gelten automatisch die gesetzlichen Kündigungsfristen.

Auch mündliche Verträge haben Gültigkeit.....man sieht es ja auch an den regelmäßigen Mietzahlungen...

Ansonsten würde ich euch für die Zukunft wirklich empfehlen solche wichtigen Sachen schriftlich festzuhalten...!

Das ist fast nicht notwendig, weil unser Mietrecht ohnehin sehr klar ausgearbeitet ist. Irgendwelche Sonderrechte der einen oder anderen Seite, könnten von einem Gericht schnell als "sittenwidrig" verworfen werden.

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@hoermirzu

Im mündliche MV gibt es keine Sonderrechte. Deshalb ist die Bemerkung über Sittenwidrigkeit unangebracht.

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Kündige nicht, bevor du keinen neuen Mietvertrag in der Hand hast. Wie lange wohnt ihr denn in eurer Wohnung - danach richtet sich die Kündigungfrist...

Wenn er stresst und ihr keinen Mietvertrag habt,dann stellt doch die Mietzahlungen ein,vielleicht gefällt ihm das besser...Rausklagen dauert meist ein halbes Jahr,bis dahin habt ihr sicher was neues gefunden...

Das ist ein ganz schlechter und unprofessioneller Rat! Auch die Silberbüchse sollte im Schrank bleiben.

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Schlichtweg Unsinn!!

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Die Kosten hat dann aber auch der Mieter zu tragen. Die H öhe übersteigt dann garantiert die der nicht bezahlten Miete.

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Wenn er stresst und ihr keinen Mietvertrag habt,dann stellt doch die Mietzahlungen ein,vielleicht gefällt ihm das besser.

Bei so einem Kommentar hilft dann auch die Friedenspfeife nicht mehr.

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