Vermieterin möchte Miete erhöhen, legt 8 Objekte in seinem Haus vor bei denen er selbst erst kürzlich Miete erhöhte, alle von 2014 bis 2016. Darf er erhöhen?

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3 Antworten

Der Vermieter/Eigentümer hat ein Schreiben verfassen lassen, das ein Mieterhöhungsverlangen an dich darstellt und als Begründung 8! Vergleichsobjekte im gleichen Haus benannt. Falls da mindestens 3 Vergleichswohnungen mit der gleichen Zimmeranzahl, Ausstattung und annähernd gleicher Wohnfläche darunter sind, kann das ausreichend sein.

Um wieviel % soll denn die Miete erhöht werden? Wann war die letzte Mieterhöhung? Allerdings, ohne Vollmacht kann die Sekretärin zwar schreiben aber das MEV ist nicht rechtswirksam.

Das Fehlen des Hinweises auf das Sonderkündigungsrecht im MEV ist nicht problematisch, weil das dem Mieter laut BGB ohnehin zusteht, wenn er das MEV nicht anerkennen will.

Auch wenn du hier nicht zustimmst und in der Wohnung bleibst, wird dem Vermieter spätestens bei der Vorbereitung einer Klage auf Zustimmung zum MEV gegen dich der Anwalt des Vermieters das wertlose MEV dem Vermieter klarmachen und damit ein neues, nun rechtswirksames MEV dir übergeben. 

Also nicht widersprechen und nicht zustimmen. So gewinnst du Zeit und sparst Geld.

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Kommentar von lachs4709
17.04.2016, 15:46

Das war für mich eine hilfreiche Antwort. Ich habe aber gelesen, dass man das MEV nach spätestens 14 Tagen, wenn keine Vollmacht beigefügt ist, Zeit hat den Vermieter aufmerksam zu machen.

Aber wenn ich dann nichts mache, gilt dann das nicht als Zustimmung wenn ich dann nicht darauf hingewiesen habe. Nicht dass dann der Vermieter eine Zustimmungsklage macht und sagt, dass ich keinen Hinweis innerhalb 14 Tagen gegeben habe und ich bleibe auf den Gerichtskosten sitzen.

Um wieviel Prozent die Miete steigen soll kann ich überhaupt nicht sagen, da zum einen in meinem Mietvertrag nicht steht ob ich Inklusivmiete habe oder nicht.

Es steht nur:

a) Mietzins 270 Euro

b) Nebenkosten 0 Euro

Darf man auch auf die Warmmiete erhöhen oder nur auf Kaltmiete?

Es soll auf 300Euro erhöht werden. Wenn die Kaltmiete die Hälfte wäre, also 135Euro dann würde die Kappungsgrenze verletzt. Aber so weiß man überhaupt nicht was los ist. Es stehen auch keine QM Angaben im Mietvertrag. Bei den Vergleichsobjekten stehen jedoch QM-Angaben dabei mit 18,52QM. Muss ich jetzt mein Zimmer selbst ausmessen? In der Stadt sind die Kaltmieten bei 6,70Euro. Da ich jetzt aber nicht weiß wieviel Nebenkosten dass ich habe, da ich keine abrechnung erhalte, kann ich auch nicht sehen ob Mietwucher vorliegt. Die anderen bezahlen dann 16,20Euro/QM. Aber ich weiß nicht ob das durchschnittlich Vergleichsobjekte sind, da die Mietverträge alle von 2014 bis 2016 sind und ich gelesen habe, dass die im Schnitt innerhalb der letzten vier Jahre bezahlt werden mussten. Das ist jetzt allenfalls ein Schnitt von 1 Jahr, da die meisten von 2016 sind.

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Vermutlich wirst Du die Erhöhung akzeptieren müssen.....es wird kaum an den Vergleichsmieten scheitern....bestenfalls der/dem Eigentümer/in etwas mehr Mühe bereiten, passende Daten bereitzustellen. Auch dass solche Schreiben von der Sekretärin (das ist ihr Job) verfasst werden ist nicht ungewöhnlich. Und verfügt sie über entsprechende Vollmachten (evtl. "Prokura") darf sie diese Schreiben sogar unterzeichnen. Auch (bislang geduldete) Mietmängel berechtigen nicht zur Ablehnung dieser Erhöhung. Sie müssten gesondert gemeldet und auf Behebung gedrängt werden....

Antwort bitte nicht negativ bewerten! Bin selber Mieter und habe gerade ähnliche Erfahrungen gemacht....und die Miete erhöht bekommen....

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Kommentar von lachs4709
17.04.2016, 14:33

Ich habe nämlich gelesen, dass eine Vollmacht beigefügt werden muss. Es lag aber keine bei. Außerdem war auch kein Sonderkündigungsrecht dabei. Die könnte das dann bei Gericht nachbessern, muss dann aber sämtliche Rechtsanwalts- und Gerichtskosten bezahlen.

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Kommentar von lachs4709
17.04.2016, 14:41

Ohne Vollmacht geht da garnichts auch wenn es ihr Job ist, so muss sie sich um eine Vollmacht bemühen. Schliesslich steht sie nicht im Grundbuch. Mit Prokura hat das nichts zu tun. Sie muss sich gegenüber dem Mieter ausweisen. Unterzeichnen kann sie viel, es bleibt unwirksam solange keine Vollmacht beigefügt ist.

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Der Sekretärin wurde der Auftrag zum Schreiben des Briefes gegeben. Hast du denn mal ins Handelsregister gesehen, vielleicht steht sie sogar da drin. 

Es liegen 8 Objekte als Vergleich vor, bei denen die Miete höher ist. Von daher hat der Vermieter alles richtig gemacht. 

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Kommentar von lachs4709
17.04.2016, 21:38

hast du eigentlich meine Frage richtig gelesen, dass die ortsübliche Vergleichsmiete gem. §558 BGB 4 Jahre bestand haben muss und die vorgelegten Objekte und Mietverträge erst seit 2014 bis 2016 bestehen?

Ortsüblich sind die Mieten, die im Schnitt innerhalb der letzten vier Jahre für eine vergleichbare Wohnung in dieser Gegend bezahlt wurden. 

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