Vermieter verbietet mir Besuch. Mietrecht?!

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13 Antworten

Hallo, ich habe da ein Problem mit dem Vermieter. Der Sachverhalt ist folgender: Zur Zeit habe ich Besuch von meinem Freund aus Österreich. Mein Vermieter sprach mich heute nun darauf an das es ihm gar nicht gefällt das er da ist, zumal ich tagsüber sogar arbeiten bin und der Besuch somit alleine in der Wohnung ist.

Das mag ihm nicht gefallen aber er kann es nicht ändern.

Mit der Begründung der war ja schon mal vor kurzem da: Ende Juli für 1 ½ Wochen und seit dem 24. August wieder bis zum 10. September.

Bis zu 6 Wochen darf ein Besuch bleiben und das mehrmals im Jahr.

Laut Aussage meines Vermieters muss ich mit ihm austauschen wenn ich Besuch habe – weil es verboten sei - da es sich nur um ein Einfamilienhaus handelt. (Vermieter hätte sich angeblich schlau gemacht?!

Lächerlich, da soll er Dir mal die Quelle zeigen.

Muss ich da wirklich meinen Vermieter um Erlaubnis fragen ob ich Besuch da haben darf oder nicht?

Du bist ihm keine Rechenschaft schuldig und musst Deinen besuch auch nicht anmelden!

Dazu muss ich noch sagen, das mein Freund separat in seiner Wohnung in Österreich gemeldet ist und es sich bei mir wirklich nur um Besuche handelt und um keinen Einzug oder einer Untermietung.

Dann sieht es ganz schlecht für den Vermieter aus.

Nach dem 10. September wird er auch wieder erst einmal einige Wochen in seinem Heimatland sein bevor er wieder zu mir fährt. Ich habe im Internet nur recherchieren können das Besuche bis zu 6 Wochen am Stück „normal“ sind und somit nicht vom Vermieter verboten werden können.

Richtig, hier steht es:

Mietrecht Besuch

Grundsätzlich darf ein Mieter Besuch wie etwa seine Familie oder Freunde unbegrenzt nach Anzahl der Personen, Dauer und Häufigkeit empfangen, ohne dass dies der Vermieter genehmigen oder diesem gegenüber angezeigt werden müsste. Art. 2 GG schützt insoweit die freie Entfaltung der Persönlichkeit des Mieters und geht dem Eigentumsschutz des Vermieters aus Art.14 GG in der Regel vor, es sei denn durch den Besuch wird der Vertragszeck gestört, die Mietsache beeinträchtigt oder ein andere Hausbewohner belästigt.

Das mietvertragliche Verbot in einem Formularvertrag, bestimmte Personen oder Besuch des Mieters generell in die Mietwohnung zu lassen, ist unwirksam gemäß den §§ 307, 138 BGB (LG Hagen WuM 1992, 430). Selbst wenn die Tierhaltung wirksam im Mietvertrag ausgeschlossen ist, darf der Besuch vorübergehend jedoch z.B. einen Hund mitbringen.

Selbst ein gegen den Besucher ausgesprochenes Hausverbot, wirkt nur gegen den Besucher selbst und nicht gegen den Mieter, so dass der Vermieter das Mietverhältnis im allgemeinen nicht aus wichtigem Grund fristlos oder wegen Vertragsverletzung ordentlich kündigen kann, mit der Begründung der Mieter habe den Besucher trotz Hausverbots Zugang zu den Räumlichkeiten gewährt habe (Köln, WuM 2004, 673).

Der Besuch muss jedoch von der Gebrauchsüberlassung und der Untervermietung abgegrenzt werden. Der Besuch ist der vorübergehende Aufenthalt in den Mieträumen; ist der Besuch dauerhaft, liegt hingegen eine grundsätzlich genehmigungspflichtige Gebrauchsüberlassung vor. Höchstgrenzen sind schwer bestimmbar und hängen vom konkreten Einzellfall ab, so spricht eine Dauer von etwa vier bis sechs Wochen für die widerlegbare Vermutung der Gebrauchsüberlassung; jedenfalls überschreitet ein Besuch von drei Monaten die normale Besuchsdauer (WuM 1995, 396).

www.schoenheitsreparaturen.de/mietrecht/mietrecht-besuch.html

Solange sich die Person aber ruhig und normal verhält kann mir da doch keiner Verbote erteilen oder liege ich da falsch?

Richtig.

Wenn ich in meinem Glauben richtig liege, wo kann ich den Nachweis für meinen wohl unwissenden Vermieter finden um ihm diesen vorlegen zu können?

Du bist ihm keine Rechenschaft schuldig und musst ihm nichts beweisen, wqenn, dann muss er was beweisen, was er nicht kann.

MfG

Johnny

Hier die Besonderheit von der anitari geschrieben hat:

§ 573a BGB

Erleichterte Kündigung des Vermieters (1) Ein Mietverhältnis über eine Wohnung in einem vom Vermieter selbst bewohnten Gebäude mit nicht mehr als zwei Wohnungen kann der Vermieter auch kündigen, ohne dass es eines berechtigten Interesses im Sinne des § 573 bedarf. Die Kündigungsfrist verlängert sich in diesem Fall um drei Monate.

(2) Absatz 1 gilt entsprechend für Wohnraum innerhalb der vom Vermieter selbst bewohnten Wohnung, sofern der Wohnraum nicht nach § 549 Abs. 2 Nr. 2 vom Mieterschutz ausgenommen ist.

(3) In dem Kündigungsschreiben ist anzugeben, dass die Kündigung auf die Voraussetzungen des Absatzes 1 oder 2 gestützt wird.

(4) Eine zum Nachteil des Mieters abweichende Vereinbarung ist unwirksam

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Natürlich mußt Du nicht um Erlaubnis fragen wegen Besuch und verbieten kann der VM diesen schon gar nicht. Auch nicht in einem Einfamilienhaus.

Aber in einem Haus mit nicht mehr als 2 Wohnungen in dem Mieter und Vermieter wohnen gibt es tatsächlich eine Besonderheit.

Hier kann der Vermieter dem Mieter auch ohne wichtigen Grund kündigen.

Du kannst soviel, sooft und solange wie Du willst Besuch haben .... ab 6 Wochen könnte es nur kritisch werden, weil das sozusagen die "normale" Besuchsdauer überschreitet ....

Du kannst auch Deinen Bsuch allein ein der Wohnung lassen und ihm einen schlüssel geben ...

da Du aber mit dem Vermeiter in einem Zweifamilienhaus wohnst, solltest Du berücksichtigen, dass er Dich auch erleichtert kündigen kann, das ist eine Sonderregelung für Zweifamlienhäuser in denen der Vermeiter mit drin wohnt ....

http://dejure.org/gesetze/BGB/573a.html

§ 573a BGB

Erleichterte Kündigung des Vermieters

(1) Ein Mietverhältnis über eine Wohnung in einem vom Vermieter selbst bewohnten Gebäude mit nicht mehr als zwei Wohnungen kann der Vermieter auch kündigen, ohne dass es eines berechtigten Interesses im Sinne des § 573 bedarf.


den Streit sollte man also nicht allzuweit eskalieren lassen .. aber zumindest deutlich machen, dass der Mieter auch Rechte hat ...

Laut Aussage meines Vermieters muss ich mit ihm austauschen wenn ich Besuch habe – weil es verboten sei -

So ein Quatsch! Wer dich wann, wie oft und wie lange besuchen kommt, geht deinen Vermieter schlichtweg nichts an, solange er nicht länger als 6 Wochen am Stück bleibt. Besuch kann nicht verboten werden. Und schon gar nicht mit einer solch unsinnigen Begründung. (Was Vermieter sich so alles einfallen lassen.....)

Hier nachzulesen:

http://www.mietrechtslexikon.de/a1lexikon2/b1/besuch.htm

Du hast allerdings den Nachteil, dass dein Vermieter dir mit Hinweis auf §573a grundlos mit einer um drei Monate verlängerten Kündigungsfrist kündigen kann, da du mit ihm in einem Zwei-Familienhaus wohnst.

Der Vermieter darf dir keinen Besuch verbieten. Du hast die Wohnung gemietet und daher Hausrecht. google mal unter Mietrecht, ansonsten gibt dir der Mieterverein Auskunft.

Du wirst Kompromisse machen müssen.

Deinen Vermieter geht Dein Besuch nix an. Das auf der einen Seite. Dein Vermieter kann Dir aber grundlos Deine Wohnung kündigen, und das wird er machen wenn Du Dich nicht mit ihm verständigst.

Vorausgesetzt, er weiß das auch....

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@StupidGirl

:-) Er brauch ja nur zu googeln... Ich würde mir jedenfalls um eine andere Wohnung umsehen...Auf die Dauer ist das sehr nervenaufreibend.

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Nein,der Vermieter kann das nicht machen,und darf es nicht siehe Mietrecht im Netzt und oder Mietvertrag

Selbst wenn Du bei Abschluß des Mietvertrages einer Hausordnung zugestimmt hättest, die derartige Besuche verbietet, wäre das Verbot trotzdem unwirksam. Es handelt sich zweifelsfrei um einen Besuch und keine Untervermietung (welche zustimmungspflichtig wäre).

Der Vermieter könnte im Höchstfall eine temporäre Mieterhöhung verlangen, die aber nur rechtens wäre, wenn er die Nebenkosten für Strom, Heizung, Müllabfuhr, Wasser usw. pauschal erhebt.

"Der war ja schon vor kurzem da" ist schon dermaßen lachhaft, daß man nur lachen und den Kopf schütteln kann.

Leider hat man es als Mieter einer Einliegerwohnung sehr häufig mit einem dominanten Vermieter zu tun, der sich wie eine Art Herbergsvater aufführt und Strichlisten führt, wer den Mieter wann und wie lange besucht und die Toilettenspülung gezogen hat....

Tz...mir wäre das zu anstrengend.......

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Hi!

Dein Vermieter darf dir sicher nicht vorschreiben, ob und wann du Besuch empfangen darfst. Das ist allein deine Sache. Schau doch mal hier: http://www.mietrecht-schwetzingen.de

Hab da uch schon mal nen Artikel zu deinem Anliefen gefunden.

Du schreibst hier, dass es sich um ein 2-Familien-Haus handelt. Ich geh mal davon aus, dass der Vwermieter die andere Wohnung im Hausbewohnt. Dann hast du das Prblem, dass dein Vermieter das Mietverhältnis ohne Begründung kündigen darf.

Viel Erfolg!

Gruß RuUWE

Ich denke, du liegst da ganz richtig. Kein Vermieter darf dir Besuche untersagen, wenn dieser die Hausordnung einhält und nicht einzieht. Und Besuche dürfen schon auch länger als nur ein paar Tage dauern. Sprich doch noch einmal mit deinem Vermieter und frage ihn, was eigentlich das Problem ist.

Das Problem beim Vermieter liegt darin, das sie einfach nur eine ängstliche Person ist und nicht wirklich jemandem vertraut. Einerseits verständlich aber andererseits fühle ich mich jetzt nun derbe unter Druck gesetzt. Wie gesagt, der Vermieter schiebt das "Mitspracherecht über Besucher" auf das Einfamilienhaus, das es DORT wohl andere Rechte gäbe was meine Mietrechte betrifft.

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@RanChan87

das es DORT wohl andere Rechte gäbe was meine Mietrechte betrifft.

auf das Besuchsrecht stimmt diese Aussage nicht, aber gem. § 573a BGB hat der Vermieter in einem 2 Fam. Haus in dem er selbst eine Wohnung bewohnt ein erleichtertes Kündigungsrecht.

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@RanChan87

Es ist kein Einfamilien-Haus sondern ein Zwei-Familienhaus und es gelten keine anderen Rechte. (Was sollte dann erst der Hauptmieter einer WG sagen, wenn sein Untermieter Besuch kriegt.....)

Ich gehe mal davon aus, dass Du nicht ständig wechselnden Herrenbesuch über Nacht bekommst. Insofern schnapp dir deinen Freund, beiß in den sauren Apfel, stell ihn deiner Vermieterin vor damit sie ihn kennenlernt. Natürlich musst du das nicht tun, aber es wäre sicherlich hilfreich, wenn sie wirklich so ängstlich ist.

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@StupidGirl

Das finde ich eine gute Idee. Ich kann mir außerdem nicht vorstellen, dass in einem Einfamilienhaus andere Rechte gelten. Abgesehen davon ist es ja kein Einfamilienhaus, wenn es getrennte Wohnungseingänge hat.

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