vermieter terrorisiert mich?

15 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hallo liebe Michaela,

da scheinst Du ja leider an einen der Vermieterdiktatoren geraten zu sein, die gerne mal vergessen, dass wir in Deutschland Regeln für so etwas wie ein Mietverhältnis haben. Die meinen scheinbar immer, dass sie in ihrem Besitz tun und lassen könnten, was sie wollen. Das mag für ihre eigene Wohnung und Familie vielleicht noch gelten, aber sobald man vermietet ist es mit dem Despoten Wahnsinn vorbei. Es ist dann ein wenig so wie mit den kläffenden Hunden, da heißt es ja auch so schön: Kläffende Hunde beißen nicht.

Dennoch ist es natürlich nicht besonders schön neben einem Hof zu schlafen in dem die ganze Zeit so eine Töle ihre Kläfflaute von sich gibt. Nur anders als bei einem Hund, über den man sich noch beim Besitzer beschweren kann oder dem man vielleicht ein Leckerli hinlegen könnte, gestaltet sich das mit dem beruhigen eines Vermieterdiktator in der Regel etwas schwerer. Hier braucht es am Ende ein sehr, sehr dickes Fell und ganz viel Chuzpe. Wenig bis nix hilft es ihm logisch oder erklärend zu kommen.

Tirade über sich ergehen lassen, nicken und einen schönen Tag wünschen. Den Rest soll er dann bitte schriftlich machen. Dann hast Du was in der Hand, gegen das Du vorgehen kannst. Hier mal ein paar Punkte: Gegen Deinen Freund könnte er nur etwas machen, wenn er nachweisen könnte, dass Dein Freund dauerhaft bei Dir wohnt. Denn dann müsstest Du vorher eine Erlaubnis des Vermieters einholen. Die brauchst Du aber gewiss nicht, nur weil Du Besuch empfängst, auch nicht, wenn das mehrmals die Woche und über Nacht der Fall wäre. Gleiches gilt für Hunde, die zu Besuch kommen. Das kann er nicht einmal verbieten, wenn er die Tierhaltung ausgeschlossen hätte. Es sei denn die Besuchshunde sind sehr laut oder machen Dinge im Haus kaputt.

Licht nicht ausgemacht im Treppenhaus? Da stellt sich die Frage, warum er hier nicht eine Automatik hat, die das Licht von selbst nach einer Weile ausschaltet. Kein Grund den Brüllaffen zu geben und schon gar kein Grund für irgendwelche Kündigungen.

Hingegen verletzt er Deine Persönlichkeitsrechte, wenn er in Deinem Müll wühlt oder extensiv in deine Wohnung blickt. Das müsstest Du natürlich beweisen, aber dürfen tut er das nicht und dagegen wehren könntest Du Dich.

Von daher, lass ihn mal schreiben, dann gehst Du damit zum Mieterschutzbund, die freuen sich immer wenn sie unbegründete Kündigungen oder Mieterschickanen auf dem Tisch haben.

Liebe Grüße und viel Langmut wünscht
DatSchoof

Vielen Dank für deine nette und ausführliche Antwort , ich kann es einfach nicht verstehen wieso man sich so benehmen muss, ich bin wirklich immer ein sehr netter Mensch , vielleicht denkt er deshalb dass er den molly mit mir machen kann , aber ich sehe  nicht ein mich noch in meinen eigenen vier Wänden kontrollieren zu lassen , vorallem für nichts und wieder nichts , Mieterbund stimmt da bin ich eben garnicht drauf gekommen , hatte nur bei einer anwältin angerufen die über das ganze auch nur den Kopf schütteln konnte

1
@michaelaheck

Das ist leider das Kreuz mit solchen Leuten. Zum einen kann man die Beweggründe nicht wirklich verstehen und meistens haben sie die längeren Atem, oder man selbst irgendwann die Schnauze voll. Denn er wird sich, sehr sicher, nicht ändern. Und dann ist es zermürbend immer mit Anwalt und Mieterbund gegen so etwas vorzugehen. Und am Ende nimmt man dann lieber reißaus, als sich den ganzen Tag mit so einem Tyrannen abzugeben. Dann weiß er wieder, dass er gewonnen hat, und es mit dem nächsten wieder genauso treiben kann. Ätzende Welt.

1
@michaelaheck

Wegen solcher Vermieter ist es echt schwer eine Wohnung im selbst bewohnten Haus zu vermieten.  Interessenten glauben immer, sie stünden unter Dauerbeobachtung des Vermieters, er habe heimlich einen Schlüssel zur Wohnung usw.

1
@michaelaheck

Vielen Dank für die Bewertung zur hilfreichsten Antwort. Hat mich wirklich sehr gefreut und es freut mich ebenfalls, wenn ich ein wenig helfen konnte.

1

Die gute Nachricht:

Weil es es kein Zweifamilienhaus ist, kann der Vermieter nicht erleichtert kündigen.

Die schlechte Nachricht:

Du glaubst doch nicht, dass sich da wirklich was ändern wird.

Selbst wenn Du einen Anwalt einschaltest , Verfügungen gegen ihn bekommst usw., es wird ständig wieder Ärger geben.

Willst Du das wirklich?

Grundsätzlich darf man  Besuch haben, bis zu 6 Wochen am Stück und das auch mehrmals im Jahr.

Besuch mit Hund darf er auch nicht verbieten Hund ohne Besuch schon.

Auch wenn nichts im Mietvertrag zu Tierhaltung steht, muss man den Vermieter um Erlaubnis fragen.

Nur bei Kleintieren wie Vögel, Hamster etc. muss man nicht fragen.

Mit einer Kündigung wird er nicht durchkommen, weil kein ausreichender Grund vorliegt.

Sollte er oder Du vor Gericht gehen, so wäre mein Vorschlag, dass man einvernehmlich den Mietvertrag zu einem bestimmten Zeitpunkt beendet aber der Vermieter Dir eine Entschädigung zahlen sollte.

Ganz ehrlich, selbst wenn da rechtlich etwas möglich ist, bezweifle ich, dass der Kerl sich daran halten wird, und so wie der sich aufführt, wird er immer andere Möglichkeiten finden, dich doch zu ärgern. Der Mann hat einfach einen Schaden und wenn er auch noch nicht mehr der jüngste ist, wirst du ihn sicher nicht mehr heilen können.

Ich würde von dort ausziehen, auch wenn es schwer fällt.


Was möchtest Du wissen?