Vermieter hat die Miete vom jobcenter verspätet bekommen, darf er mich rückwirkend vor 3 Monaten kündigen?

9 Antworten

Aus diesem " wirren Geschreibsel " wird leider niemand schlau. Verfasse es daher bitte grundlegend mal dahingehend neu, dass ein klarer Sinn in Deiner Anfrage erkennbar wird.

Aber grob mal vor weg :

Eine einmalig verspätete Mietzahlung berechtigt den Vermieter noch nicht zu einer Kündigung, wenn zuvor in den letzten 2 Jahren dahingehend keine Unregelmässigkeiten auftraten und auch insgesamt zum Zeitpunkt der verspäteten Mietzahlung nicht bereits eine Mietzahlung komplett ausstand. ( also kein Mietverzug i.H.v 2 MM )

Eine Kündigung bedarf zudem der Schriftform und ist rein rechtlich betrachtet nicht rückwirkend möglich, sondern erst frühestens ab Zugang des Kündigungsschreibens zzgl. etwaiger Fristen. 

Nein. Ich bin zwar keine Rechtsanwalt für Mietrecht, aber:

1. Wenn dein Vermieter weiß, daß das Geld nicht von dir überwiesen wird, sondern vom Jobcenter kommt, müsste er sich erstmal beschwerend an das Jobcenter wenden bzw. ohnehin erst eine Mahnung wegen Mietverzugs aussprechen. Die Wohnung einseitig kündigen darf er bei Mietverzug frühestens nach drei Monaten!

2. Dein Vermieter kann dir nicht rückwirkend kündigen! Die Kündigung gilt erst dann als eingegangen, wenn du sie tatsächlich in den Händen hältst. 

3. Wenn das Jobcenter in der Zwischenzeit die säumige Miete sowie Mietvorauszahlungen bis einschl. November getätigt hat, ist der Gegenstand seiner Klage hinfällig und somit der Kündigungsgrund nichtig.

4. Wenn dein Vermieter die von dir angemietete Wohnung seinerseits an eine zweite Person vermietet, macht er sich wegen m. E. strafbar (Betrug). Selbst wenn die Kündigung zum 16.9. rechtmäßig wäre, kann er die Wohnung ja nicht schon zum 1.9. - also zwei Wochen zuvor - vermietet haben. Und was sagt eigentlich diese andere Person dazu? Hat sie schon Zutritt zur Wohnung verlangt?

5. Als ALG II Empfänger hast du Anspruch auf anwaltliche Beratung. Beim nächstgelegenen Amtsgericht kannst du (unter Vorlage deines ALG II-Nachweises) einen Beratungsschein bekommen, mit dem dir ein Rechtsanwalt in dieser Sache weiterhelfen kann.

Da mir in dieser Sache Eile geboten zu sein scheint, und dein Vermieter wohl möglich etwas pampig werden könnte, rate ich dir, das mit dem Beratungsschein und dem Rechtsanwalt bald zu machen.

Viel Erfolg

Der Vermieter hat mit dem JobCenter überhaupt nichts zu tun.

Mit diesem muss sich der MIETER auseinander setzen und dafür sorgen, dass es dort nicht mehr zu Verzögerungen kommt.

Meistens hat der Antragsteller diese Verzögerungen ja auch zu verantworten, indem er seine Unterlagen nicht rechtzeitig oder unvollständig vorgelegt hat.

1

Ne(!), vor drei Monaten waren Sie ja noch in der Wohnung - wie soll er Sie denn da kündigen? Das macht keinerlei Sinn.

Gekündigt wird an dem Tag, zu dem die Kündigung fristlos oder hilfsweise frisgerecht erfolgt - Dann müssen Sie raus - vor drei Monaten können Sie zwangsläufig nicht raus sein, wenn Sie heute noch drin sind!?!

Das ist so ähnlich wie mit dem rückwirkenden Todesfall! Sie leben!

Was möchtest Du wissen?