Vermieter hält an Kündigung fest trotz Widerspruch?

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7 Antworten

Natürlich! Das Recht ist auf Deiner Seite. Du musst wirklich nichts mehr unternehmen, kannst aber.

Sollte Dich der Vermieter in naher Zukunft mal ansprechen, wann Du voraussichtlich die Wohnung übergibst oder wenn er Dir eine Räumungsklage androht, dann bleibe ganz ruhig.

Frage ihn einfach, wieviel es ihm wert ist, dass die Person, für die der Eigenbedarf gedacht ist, bereits am 1.10. oder nur etwas später einziehen kann.

Erzähle ihm, dass Du durchaus bereit wärst, wieder um zu ziehen, dass das jedoch einen Haufen Geld kostet und Du erst einmal einen Makler beauftragen müßtest, der Dir eine neue Wohnung sucht. Zumindest wäre das der schnellste Weg.

Zudem willst Du eigentlich nicht wirklich umziehen und etwas schönes an Weihnachten kaufen zu können oder eine Erholung nach dem Umzugsstress wären schon recht.

Wenn er das wissen will, wie sich das in Zahlen ausdrückt, z. B. so.:

Umzug mit Umzugsspedition kostet 5000 €.

Du brauchst sofort Geld für die neue Kaution: Summe der Kaution, die Du gezahlt hast. 1500 € ?

Da Du erst im Januar eingezogen bist, Freistellung von allen Verpflichtungen, die evtl. im Mietvertrag zu Endrenovierung stehen.

Makler für neue Wohnung ca. 1500 €

Abfindung 1000 €

Somit wäre ein Betrag von 9000 € angemessen. Die einzelne Beträge kannst Du aber auf Deine Verhältnisse hin anpassen und vielleicht fällt Dir noch was ein, was der Vermieter erstatten sollte.

Angenommen, die Person, die einziehen will, spart sich dadurch die Miete für rund 3 Jahre an anderer Stelle, würde das bei 500 € Monatskaltmiete schon doppelt soviel ausmachen, wie Du als Abfindung verlangen würdest. Da könnte es doch durchaus verlockend sein, Dir die Wohnung auf diese Weise "abzukaufen".

Geht der Vermieter nicht darauf ein, sondern versucht es mit einer Räumungsklage, kommen bei ihm zu seinem Verlust auch noch die kompletten Prozesskosten dazu. Da wäre eine solche Abfindung für Dich direkt ein Schnäppchen.

Was ist denn als Kündigungsgrund angegeben?

Wenn der Vermieter vertraglich 3 Jahre + 9 Monate auf sein Recht zur ordentlichen Kündigung verzichtet hat kann er das nicht vorher bzw. ist die Kündigung nicht wirksam.

Dann brauchst Du dir keine Gedanken darüber zu machen was nach dem 31.9. bezüglich deiner Wohnsituation geschieht.

jgfhbjk 07.07.2017, 13:39

Eigenbedarf, aber auch beim Mieterbund wurdw gesagt, dass die Kündigung unwirksam ist. Nicht dass ich jetzt nichts mache und der dann da steht am 1.10. und dann gibt's stress oder so

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anitari 07.07.2017, 13:42
@jgfhbjk

Die Kündigung ist wegen dem Kündigungsverzicht nicht möglich, sprich unwirksam. Du mußt gar nichts machen außer weiter pünktlich Miete zahlen.

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jgfhbjk 21.07.2017, 07:34
@anitari

Er sagte mir jetzt, dass sein Anwalt (angeblich) sagte, dass er bevor er obdachlos ist aufjedenfall noch ein Recht hat in "seine eigene" Wohnung zu kommen. Stimmt das so? Ich meine bevor er wirklich obdachlos wird? Wenn er die Wohnung bekommt, dann werden wir aber obdachlos...

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Auf Grund des vereinbarten Kündigungsverzichtes ist die Kündigung unwirksam, zumindest bis zum Ablauf der vereinbarten Frist. Du brauchst jetzt überhaupt nicht reagieren, nur schweigen. Einer unwirksamen Kündigung muss nicht widersprochen werden.

Bleib also ruhig, es droht keine Gefahr der Obdachlosigkeit.

jgfhbjk 21.07.2017, 07:35

Er meinte jetzt aber, dass sein Anwalt angeblich sagte, dass bevor er obdachlos wird die Wohnung doch noch bekommt

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albatros 21.07.2017, 09:28

Nachdem ich nun gelesen habe, dass lediglich vereinbart wurde, dass der Vermieter für 3 Jahre und 9 Monate auf eine Kündigung verzichtet, muss ich feststellen, dass die Klausel unwirksam ist, da ein Kündigungsverzicht nur wirksam ist, wenn er wechselseitig, also auch für den Mieter, vereinbart ist.

Es könnte durchaus vor Gericht zu seinen Gunsten entschieden werden, wenn er sich darauf beruft.

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Würdest du uns ein paar mehr Details geben ?

- Wann wurde der Mietvertrag geschlossen ?

- Wann wurde die Kündigung für welches Datum ausgesprochen ?

- Was ist der Wortlaut der Ausschlussklausel ?

- Welchen Kündigungsgrund nannte er ?

Die entscheidende Frage ist doch nun, war dein Widerspruch berechtigt oder nicht. Nur wenn man das klären kann, kann man deine Frage sinnvoll beantworten.

jgfhbjk 07.07.2017, 13:56

am 10.01 abgeschlossen dann mitte juni gekündigt wurden zum 01.10. Paragraph 2 im MV: Das Mietverhältnis beginnt am 1.2.17, es läuft auf unbestimmte Zeit. Die Vertragspartner streben ein längerfristiges Mietverhältnis an. Der Vermieter verzichtet für einen Zeitraum von 3 Jahren und 9 Monaten ab Vertragsschluss auf das Recht zur ordentlichen Kündigung (Kündigung wegen Eigenbedarf, als Einliegerwohnung, Teilkündigung und Verwertungskündigung Paragraph 573, 573a, 573 b BGB) Die Kündigung kann somit frühestens zum Ablauf dieses Zeitraumes ausgesprochen werden. Er kündigte aufgrund von Eigenbedarf

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AnglerAut 07.07.2017, 14:04
@jgfhbjk

Klingt so, als hättest du nichts zu befürchten.

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anitari 07.07.2017, 16:26
@jgfhbjk

Oops, da hat sich der Vermieter ein fettes Eigentor geschossen;-))

Mietvertragsformular vom  Mieterbund.

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solange du miete zahlst und dich an den mietvertrag hält hat der vermieter es schwer dich zu kündigen. er kann vor gericht klagen. das ist aber auch schon alles

Du musst nur eins machen:

Nicht ausziehen und immer schön die Miete zahlen.

Du musst auch noch keinen Anwalt einschalten oder zum Mieterbund rennen.

was hast du denn vor, einfach nicht ausziehen?

dann wird er klagen, dann entscheidet der richter, wer recht hat

wenn du btw gegen deine pflichten gravierend verstößt, ist der kündigungsverzicht nichtig

anitari 07.07.2017, 13:40

Dann müßte der Verstoß schon so gravierend sein das er zur fristlosen Kündigung des Vermieters berechtigt.

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AlinixSchwein 07.07.2017, 13:42
@anitari

er schreibt ja gar nix, irgendeinen grund müsste er eh haben

interessant, man könnte vermieter durch mieter bei dir ersetzen und der sinn bliebe der gleiche^^

ist selten im deutschen

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albatros 07.07.2017, 16:15

Er kann ruhig klagen, doch diese wäre substanzlos und würde vom Gericht nicht angenommen. Wenn doch, verliert er und hat die Kosten des Rechtsstreites zu tragen.

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AlinixSchwein 07.07.2017, 16:16
@albatros

jaja, weil du auch mieter bist, haben mieter bei dir automatisch recht

aber wir wissen überhaupt gar nichts, vielleicht hat er den vermieter geschlagen oder mal 6 monate keine miete bezahlt

und da ist eine kündigung ganz easy

es kann genau so gut sein, dass er mit pauken und trompeten untergeht, 3000€ gerichtskosten an der backe hat usw

wir wissen es eben nicht

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