Vermieter erkennt Mietminderung nicht an! Trotzdem mindern?!

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5 Antworten

Ich habe Anfang Juni einen Mängelbericht mit angekündigter Mietminderung (mit Mangelschilderung, Fristsetzung, Telefonnumer für Terminvereinbarung zur Mangelbeseitigung, ...) verfasst und an den Vermieter geschickt.

Hoffentlich haben Sie dafür einen Nachweis.

Am Besten immer per Einwurfeinschreiben und dann einen zeugen haben, der bestätigen kann, welcher Inhalt sich im Brief befand.

Gestern bekam ich den Brief, dass sie die Minderung nicht anerkennen. Zitat "Gründe, die eine Mietminderung rechtfertigen, können wir auf Grund der rechtlichen Verpflichtung jedoch zunächst nicht erkennen

Man muss nicht um Erlaubnis fragen, wenn eine Mietminderung und die Höhe gerechtfertigt ist, dann macht man sie einfach.

Die Höhe einer Mietminderung sollte ein Fachmann festlegen, da eine ungerechtfertigte Mietminderung eine Kündigung nach sich ziehen kann und es Einzelfallentscheidungen sind.

Teilweise wurde auch von anderen schon versucht die Miete zu kürzen, was auch durchging, aber jetzt will die Gesellschaft anscheinend einen Riegel vorschieben.

Nicht beirren lassen, wenn Sie im Recht sind, kann der Vermieter nichts machen.

Natürlich gefällt es ihm nicht, wenn Miete gemindert wird und da kann man ja mal probieren die Mieter einzuschüchtern.

MfG

Johnny

Vielen Dank! Das hilft mir sehr weiter! :-) Der Brief wurde per Einschreiben mit persönlicher Entgegennahme und Unterschrift verschickt. Welcher "Fachmann"legt die Höhe der Minderung fest? Ich habe mich dabei an der DAWR-Mietminderungstabelle 2014 orientiert.

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@MaxiMa111

Und noch eine Frage ... Sollte ich dem Vermieter noch einmal schreiben, dass ich die Miete, trotz Widerspruchs mindern werde?

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@MaxiMa111
Welcher "Fachmann"legt die Höhe der Minderung fest?

Mieterbund oder Fachanwalt.

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Aber natürlich ist das ein astreiner Grund für eine Mietminderung, das nennt sich auch "rostiges Wasser."

Dazu gibt es eine Menge von Urteilen, schau mal hier: http://www.mietminderung.org/mietminderung-wegen-rostigem-wasser/

Und der Vermieter liegt klar in der Instandssetzungspflicht. Wenn er dagegen nichts unternimmt, dann muss er mit der Mietminderung leben.

Über die Höhe kann man geteilter Meinung sein, Mieterbund hilft sicher weiter.

solage der Vermieter den schaden nicht behebt kasnnst du nach jeder abgelaufener frist die Miete mindern aber am besten istwenn du zum Mieterschutzbund gehst

solage der Vermieter den schaden nicht behebt kasnnst du nach jeder abgelaufener frist die Miete mindern aber am besten istwenn du zum Mieterschutzbund gehst

So ist die Antwort falsch.

Man kann nach Kenntnissetzung an den Vermieter sofort die Miete mindern!

Hier kannst Du alles nachlesen.

http://www.mietminderung.org/ab-wann-darf-man-die-miete-mindern/

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Ist bestimmt eine schon in die Jahre gekommene Wohnanlage?? In unserer grösseren Wohnanlage Bj. 1972/73 ist das auch der Fall! Müssten/sollten alle Leitungen erneuert werden!! Kosten unbeschreiblich! Jeder Bad oder sonstige Umbau im Wasserbereich zieht Absperrungen nach oder mit sich und dann kommt zunächst "Rostwasser"! Vor einer Mietminderung desshalb würde ich mich aber genau rechtlich schlau machen. Kann sehr teuer werden und lange dauern! (Rechtsschutzversicherung sinnvoll!)

Ja genau! Um so eine Wohnanlage geht es! :-) Mit "zunächst" hätte ich mich abfinden können, aber das geht nun leider schon seit 2 1/2 Monaten so, ohne sichtliche Verbesserung! Vielen Dank für den Tipp. Rechtsschutz müssen wir uns unbedingt anschaffen!

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Selbstverständlich kannst du hier die Miete mindern. Aber immer erst 1 bis 2 mal eine Frist setzen.

Die Frist sollte hier ( da es ein größeres Problem eines großen Vermieters ist ) einmal 3 Wochen und danach 2 Wochen betragen.

Die Mietminderung soll im Mahnschreiben angekündigt werden.

Hast du den Vermieter zweimal abgemahnt und er dennoch nicht oder nur unwürdig reagiert, ist eine Mietminderung absolut gerechtfertigt.

Wird dir dann eventuell vom Vermieter gekündigt, dieser Kündigung unbedingt widersprechen. Die Kündigung wird von Gerichten nicht anerkannt und geheilt. ( Jura Deutsch )

Damit du weisst, um wieviel Prozent du die Miete genau senken kannst und ob dies auch rückwirkend geht, solltest du dich von einem Rechtsanwalt beraten lassen, der das Mietrecht oder Zivilrecht vertritt.

Sofern du Einkommen unter 1.045,04 € monatlich hast, kannst du bei deinem Amtsgericht Beratungshilfe beantragen. Die stellen dir nach Prüfung 2 Beratungsscheine/Berechtigungsscheine aus.

Einen für den Anwalt, einen für dich. Damit kannst du zu einem Rechtsanwalt deiner Wahl innerhalb deines Bundeslands gehen und dich beraten lassen. Der Anwalt darf dann maximal 15 € von dir verlangen.

Verdienst du mehr als 1.045,04 €, würde ich von einer Rechtsanwalts Beratung absehen. Die kann dann zwischen 70 € und 300 € kosten. ( Ich schreibe aus eigener Erfahrung und aufgrund von Aussagen eines Rechtsanwalts )

Du hast zwar viel geschrieben aber dem Fragenden Flöhe ins Ohr gesetzt. Die Mietminderung bedarf nicht der Anerkennung des Vermieters. Sie beginnt mit der nachweisbaren und schriftlichen Bekanntgabe des Mangels bzw. Schadens an den Vermieter taggenau. Rostiges Wasser zum Duschen ist nicht hinnehmbar. Auch durch Mietminderung wird das Wasser nicht wieder klar. Da das Warmwasser nach 10min. Laufen wieder klar ist, wäre der Vermieter zum Schadensersatz für das unnötig verbrauchte Warmwasser zu verpflichten. An @MaxiMa111: Rechne die Duschvorgänge eines Monats aus und stelle die Kosten dem Vermieter in Rechnung oder reduziere die Miete des Folgemonats um diesen Betrag.

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@Gerhart

Ich habe keine Flöhe ins Ohr gesetzt!

Habe nie geschrieben, nicht mal suggeriert, dass die Mietminderung der Anerkennung des Vermieters bedarf!

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Die Frist sollte hier ( da es ein größeres Problem eines großen Vermieters ist ) einmal 3 Wochen und danach 2 Wochen betragen.

Nein, das kommt auf den Einzelfall an.

Einmal eine Frist setzen reicht auch aus und man kann ab Kenntnissetzung an den Vermieter die Miete angemessen mindern und braucht nicht erst die Frist abwarten.

  • Man muss den Vermieter über die Mängel in Kenntnis setzen.(Per Einwurfeinschreiben)

  • Setzen Sie ihm eine angemessene Frist zur Behebung der Mängel.Bei nicht schwerwiegenden Mängeln 2-4 Wochen. Bei Schwerwiegenden kürzer.

  • Die Frist muss datumsmäßig bestimmt oder bestimmbar sein. Also nicht schreiben „umgehend“ oder „sofort“, sondern „bis zum [Datum in drei Wochen].

  • Kündigen Sie dem Vermieter an,dass Sie bei fruchtlosem Ablauf der Frist eine Ersatzvornahme(Selbstbeauftragung) vornehmen werden und die Kosten ab übernnächsten Monat mit der fälligen Mietzahlung aufrechnen werden.

Ist der Vermieter nicht erreichbar oder nicht rechtzeitig erreichbar, etwa, wenn er gerade in Urlaub ist und be- oder entsteht ein Mangel, dessen Behebung zur Abwendung einer Gefahr für den Mieter oder die Mietsache nicht aufgeschoben werden kann, kann der Mieter ebenfalls entsprechende Maßnahmen veranlassen und vom Vermieter Aufwendungsersatz verlangen.

www.anwalt-im-netz.de/mietrecht/mangel-der-mietsache.html

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@johnnymcmuff

Es gibt Gerichte, die sehen eben 2 Fristen als Voraussetzung für eine wirksame Mietminderung an.

Einwurf Einschreiben bringen gar nichts! Die beweisen nur die Zustellung eines Schriftstücks, aber nicht deren Inhalt!

Besser wäre es die Androhung der Mietminderung von einem Zeugen unterschreiben zu lassen, der dann auch die Zustellung mit seiner Unterschrift bestätigt.

Überdies muss man sehr wohl die Frist abwarten, da dem Vermieter grundsätzlich erst einmal Gelegenheit gegeben werden muss, den Mangel zu beseitigen!

So die ungefähr 90%ige einheitliche Meinung.

Ansonsten stimme ich dir zu. Insbesondere mit dem Einzelfall.

http://www.mdr.de/umschau/mietminderung108.html

Grundsätzlich erscheint es sinnvoller, schon ab Kenntnisnahme des Mangels die Miete kürzen zu dürfen.

Folgendes Beispiel: Am 1.06. wird der Mangel fest gestellt. Am gleichen Tag ein Schreiben beim Vermieter in den Briefkasten eingeworfen, das der Mangel vorhanden ist und bis 15.06. behoben werden soll.

Der Vermieter behebt den Mangel am 15.06. tadellos.

Dennoch wurde das Mietverhältnis ja für 14 Tage ( erheblich ) beeinträchtigt. Da ist schwer nachvollziehbar und unlogisch, warum man da noch die volle Miete für Juni zahlen muss.

Ich verstehe dich also schon sehr gut.

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@Holzstab
Einwurf Einschreiben bringen gar nichts! Die beweisen nur die Zustellung eines Schriftstücks, aber nicht deren Inhalt!

Einwurfeinschreiben ist besser als z.B. Einschreiben mit Rückschein.

Es gilt als zugestellt.( Das sagen /bzw. schreiben viele Anwälte) Für die Beweisbarkeit was in dem Brief war kann man es von Zeugen unterschreiben lassen.

Überdies muss man sehr wohl die Frist abwarten, da dem Vermieter grundsätzlich erst einmal Gelegenheit gegeben werden muss, den Mangel zu beseitigen!

Nein die Mietmitminderung ist ab dem Tag der Kenntnissetzung möglich und wenn es dringend ist und der Vermieter nicht erreichbar, dann kann sofort auch eine Ersatzvornahme gemacht werden, z.B. bei einem Rohrbruch.

Grundsätzlich erscheint es sinnvoller, schon ab Kenntnisnahme des Mangels die Miete kürzen zu dürfen.

Darf man ja auch:

Hier noch ein anderer Link:

http://www.kanzlei-hollweck.de/ratgeber/minderung-der-miete/

MfG

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@Holzstab

https://www.google.de/webhp?sourceid=chrome-instant&ion=1&espv=2&ie=...

Hier steht quasi überall, dass man immer erst eine Frist setzen muss und erst nach fruchtlosen verstreichen selbiger die Miete kürzen darf.

Da hat Du keinen speziellen Link angewählt, sondern nur allgemein google und was allgemein irgendwo steht muss nicht richtig sein.

Gerade z.B. in Foren wie auch dieses Forum wird viel Mist oder nach:

Ich habe mal gehört geschrieben.

Meine Aussagen belegen ich meistens mit Urteilen oder z.B. mit einem Link.


Genauso mache ich das, wenn ich Kritik an einer Antwort übe oder ich sie ergänze.

Ich schreibe nicht nur einfach: Blödsinn, Schwachsinn, Falsch usw. sondern ich begründe meine Kritik bzw. meinen Hinweis.

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