Vermehrung und Züchtung von kernlosen Kernfrüchten?

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Weintrauben (egal ob mit oder ohne Kerne) wachsen an Rebstöcken: die werden nicht jedes Mal aus Weintraubenkernen gezogen ......... sollte man eigentlich wissen, oder?

Natürlich nicht jedes Mal - es gibt Weinstöcke, die sind 100 Jahre alt - kernlose Weinstöcke dürften aber wesentlich neuer sein und um mehr davon zu kriegen muss man neue benutzen.

Kann man Wein aufpfropfen wie bei Äpfeln?

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@snowshoe

Okay, bleiben noch Wassermelonen ;-). Die wachsen nicht an Bäumen/Sträuchern/Reben - da geht das also nicht...

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@guitschee

ich habe hier eine gute Erklärung gefunden:

Kernlose Wassermelonen ticken wieder anders. Hier werden nicht Klone gepflanzt, sondern Hybrid-Saatgut. Man beginnt mit den schwarzen Kernen, die Kernlose Wassermelonen ticken wieder anders. Hier werden nicht Klone gepflanzt, sondern Hybrid-Saatgut. Man beginnt mit den schwarzen Kernen, die überreichlich im Fruchtfleisch zu finden sind. Diese Kerne werden mit einer Chemikalie behandelt, damit sich die Zahl der Chromosomen im Erbgut verdoppelt – von 22 auf 44. Dieses neue Saatgut wird nun erst mal vermehrt. Im nächsten Jahr wird das 44er zusammen mit 22er-Saatgut angebaut. Wenn die Blüten der 44er-Melonen von den 22ern bestäubt werden, enthalten die neuen Kerne die Schnittmenge – nämlich Hybriden mit 33 Chromosomen. Das macht sie unfruchtbar. Doch damit diese 33er-Pflänzchen noch richtige Früchte bilden, müssen sie vorher – so wie die Sultana auch – befruchtet werden. Für eine erfolgreiche Bestäubung pflanzt der Gemüsebauer noch ein paar Reihen normaler 22er-Sorten dazwischen. So reifen saftige Melonen heran – aber ohne Kerne. Sie enthalten lediglich noch ein paar kleine weiße essbare Hüllen.

Quelle: https://www.deutschlandfunkkultur.de/kernlose-fruechte-die-tricks-der-zuechter.993.de.html?dram:article_id=226765

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@snowshoe

Das mit den vielen Chromosomen kenne ich.

Das war doch beim Fünften Element genau so!

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Danke fürs Sternchen!

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Bei Trauben werden Zweige auf andere Zweige gepfropft und somit kernlose Sorten vermehrt - da gibt es einige schon alte Sorten, die es schon im osmanischen Reich gab

Bei Melonen ist das komplizierter und aufwändiger: Da werden Kerne mit Substanzen behandelt, damit sie der Chromosemensatz verdoppelt - die daraus wachsenden Pflanzen werden mit normalen Melonen gekreuzt und aus deren Kerne wachsen dann Melonenpflanzen, die unfruchtbar sind und kernlose Früchte produzieren - sofern noch eine Befruchtersorte mit angebaut wird.

Bei Trauben könnte man von besonders kernarmen Sorten Ableger verpfropfen.

Bei Melonen schlecht.

Aber keine Sorge, das meiste davon wird geerntet bevor sich die Kerne bilden.

Bei Wassermelonen sind meistens schon die Samenansätze zu sehen. Sind halt noch klein und weiß. Etwas länger auf dem Feld und schon hast braunen Kerne.

Das Saatgut muss von diesen veränderten Sorten immer gekauft werden. Dem Bauer ist das schon seit Jahrzehnten bekannt. Getreide/Mais etc. ist so gezüchtet dass es nicht mehr anwächst.

Bei Bäumen wäre es noch möglich Stecklinge zu erzeugen.

Bei Getreiden und vielen anderen Arten hat das andere Gründe, deren Saat ist prinzipiell auch keimfähig.

Einerseits gibt es F1-Hybride, diese könnte man über deren Saat vermehren, würde damit aber die Vorteile ihrer besseren Eigenschaften verlieren, da sie nach den mendelschen Regeln genetisch aufspalten, die Nachkommen der Hybride wären also genetisch nicht einheitlich. Jede einzelne Pflanze hätte andere Eigenschaften, man kann also nicht mehr mit einem bestimmten Ertragsniveau rechnen und im schlimmsten Falle ist die Blüte und Abreife sehr unterschiedlich und man könnte ein Feld nicht mehr einheitlich ernten.

Andererseits bevorzugen viele Landwirte die Vorteile von Z-Saatgut, z.B. Freiheit von bestimmten Krankheitserregern und garantierte Keimraten. Würden sie selber das Saatgut aus dem vorherigen Anbau nutzen wollen, müssten sie es auch selber aufreinigen und eine Lizenzgebühr an die Züchter dieser Sorte zahlen.

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Clonen?

Gentechnik ist theoretisch eine Möglichkeit, stimmt.

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@guitschee

Auch die vegetative Vermehrung von Pflanzen, also z.B. einen Ableger einpflanzen, ist eine genetisch identische Vermehrung und damit Klonen, dazu braucht man bei Pflanzen keine aufwendigen Technologien.

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