Verletzung der Aufklärungspflicht - Klage sinnvoll?

... komplette Frage anzeigen

5 Antworten

Wende dich mal hierhin.

Da gibt es wirklich kompetetente, unabhämgige Fachleute:

http://www.gutefrage.net/tipp/unabhaengige-patientenberatung-deutschlands---kostenfreie-neutrale-hilfe-bei-medizinischenfrag-en

Mit freundlichen Grüßen

Nasdaq

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von WhiteTara
06.11.2012, 11:18

Die unabhängige Patientenberatung hat wirklich kompetent beraten. Da sitzen Ärzte und Juristen mit Zeit und Engagement. Das Verfahren läuft jetzt seinen Gang, es sieht für die junge Mutter gut aus. Praktischer Tipp aus der Beratung: Wer seine Akten einsehen will, sollte unangemeldet zum Archiv gehen. Es könnten sonst ein paar Unterlagen fehlen....

0

Ich fürchte, hier liegt keinesfalls eine Verletzung einer Aufklärungspflicht vor. So etwas hat man immer dann, wenn ein Eingriff durchgeführt wurde, ohne dass der Patient in ausreichendem Maße über mögliche Risiken aufgeklärt wurde. Der Fall liegt hier doch so: Hebamme und Gynäkologe sowie Mutter wissen nichts von den Auswirkungen bestimmter Blutwerte auf die Möglichkeit einer PDA, was ja auch nciht ihr Job ist, und fordern diese (ich nehme mal an für die Durchführung eines Kaiserschnittes, richtig?). Die Anästhesistin weiß das aber natürlich und lehnt den Eingriff korrekterweise ab. Bei niemandem ist hier ein Fehlverhalten zu sehen, gegen das man klagen könnte. War die Sectio aus medizinischer Sicht notwendig (was sie durch den Geburtsstillstand war), muss sie durchgeführt werden. Natürlich ist die geeignete Anästhesie dafür die Spinalanästhesie oder eben die PDA, wenn etwas mehr Zeit bleibt. Diese verboten sich aber, wen ich es recht verstehe durch eine Blutgerinnungsstörung. Stattdessen wurde folgerichtig der Kaiserschnitt in Allgemeinanästhesie ausgeführt. Diese, ebenso wie der Eingriff selbst, musste nun tatsächlich aufgeklärt werden. Solange dieses geschehen ist und die Komplikationen in der korrekt aufgeklärten Narkose aufgetreten sind, wird man wenig mit einer Klage erreichen können - es gibt nun mal Risiken, die man in Kauf nehmen muss, wenn andere Anästesieverfahren nicht in Frage kommen. Wurden die Risiken einer Narkose jedoch nicht erläutert, oder war die Spinal-/Periduralanästhesie vielleicht doch problemlos möglich und die Anästhesistin hat sich diesbezüglich geirrt, liegt in der Tat ein eventuell schuldhaftes Fehlverhalten vor. Betonung auf "eventuell", da es sich ja um eine Notfallsituation gehandelt hat, da gelten je nach Dirnglichkeit mitunter andere Regeln. So eit ich es sehen kann, trifft die Anästhesistin hierbei also keine Schuld, sofern sie über Risiken der durchgeführten Allgemeinanästhesie korrekt aufgeklärt hat. Die Frage ist (ich bin mir nicht ganz sicher, ob deine Frage auch so auszulegen ist), ob die Laborwerte, die bereits vor 5 Tagen vorlagen und nicht in Ordnung waren, hätten frühzeitig weitergegeben werden müssen. Dafür wäre die Person zuständig gewesen, die den Laborbericht angesehen hat, meist also eine Gynäkologin/ ein Gynäkologe, oder eben der Laborarzt. Sicher hat die Patientin ein Anrecht darauf, zu erfahren, wenn bei ihr nicht normale Werte festgestellt werden. In Bezug auf den Kaiserschnitt wird ein Richter im Klagefall aber fragen: Hätte die Kenntnis dieser Information den Ablauf des Geschehenen verändert? Angenommen, die Mutter hätte bereits fünf Tage früher gewusst, dass bei ihr eine Spinalanästhesie/PDA nicht in Frage kommt, was hätte das geändert? Vermutlich nichts. Der Geburtsstillstand wäre trotzdem eingetreten, es hätte trotzdem ein Kaiserschnitt durchgeführt werden müssen, natürlich in Allgemeinanästhesie, mit den gleichen Risiken, denen die Mutter in Unkenntnis ihrer Gerinnungsstörung ausgesetzt war. Natürlich wäre es sehr ärgerlich, dass die Mutter nicht frühzeitig über die Gerinnungsproblematik informiert war, jedoch abgesehen davon, dass die betreffende Ärztin/Arzt sicher keinen Preis für umfassende Patienteninformation erhält, sehe ich da kein rechtlich relevantes fahrlässiges Verhalten, das einen Schaden der Patientin zur Folge gehabt hat. Ich hoffe, ich habe deine Frage richtig verstanden und du verstehst auch meine zugegeben komplexe Antwort, leider ist Haftungsrecht bei Ärzten kein einfaches Thema... Fazit jedenfalls: Wenn die Anästhesistin medizinisch korrekt die Spinale/PDA abgelehnt hat und die folgende Allgemeinanästhesie aufgeklärt wurde, ist es egal, ob die Patientin den Gerinnungsbefund schon vorher kannte oder nciht, da diese Kenntnis auf den Verlauf der Behandlung keine Auswirkung gehabt hätte - und demnach ist durch das Fehlverhalten, nämlich die nicht weitergegebene Information, letztlich kein Schaden entstanden - eine Klage wird also wahrscheinlich nichts bringen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von WhiteTara
20.10.2012, 00:14

Kann ich so nachvollziehen. Die Mutter sagt, hätte sie gewußt, dass sie in dem Krankenhaus keine PDA bekommen kann hätte sie ein andere Klinik gewählt und hätte sich niemals dort einleiten lassen. In jeder anderen Klinik hätte sie eine PDA bekommen. Insofern wäre der Verlauf ein ganz andere gewesen. Ich habe es nicht ganz nachvollziehen können, aber ich glaube diese speziellen Parameter sind Teil einer Studie. Sie mußte extra für diese Blutuntersuchung einwilligen.

0

Ich sehe da keinen Kunstfehler im ärztlichen Bereich. Wenn Du es genau wissen willst : Kunstfehlerstelle der deutschen Ärzteschaft bei der nächsten Ärztekammer. Sckicke einen sachlichen und ausführlichen Bericht dort hin. Die Stelle holt sich die Auskünfte und macht einen Bericht für die Betroffenen. Das Verfahren ist kostenlos und objektiv. Aus diesem Bericht kann man ersehen, ob eine Klage sinnvoll ist. Das G anze ist kostenlos.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Ich steuere mal nur eine Antwort auf die letzte Frage bei, die du an den Doc Noth hast.

Wenn Du eine Klage vorbereitest, hast Du tatsächlich unzweifelhaft Anspruch auf Einsicht in Deine Krankenakte, soweit es eine sozialrechtliche Komponente hat (Krankenversicherung):

Das Recht leitet sich her aus § 25 SGB X:

http://www.buzer.de/s1.htm?a=25&g=sgb+x&kurz=SGB+I&ag=3690

Wenn Du eine Schadenersatzklage anstrebst, wäre diese Rechtsgrundlage nicht gegeben. In dem Falle könntest du Dich auf das Informationsfreiheitsgesetz berufen, das allerdings für Krankenhäuser Landesrecht ist und nicht bundeseinheitlich. Da ich nicht weiss, in welchem Land Du wohnst, musst Du selbst danach suchen.


Meine subjektive Einschätzung: das Klage-Ansinnen klingt nicht wirklich fundiert.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Hätte eigentlich nur Sinn, wenn es infolge der fraglichen Verschuldung zu einem einklagbaren Schaden gekommen wäre.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von WhiteTara
19.10.2012, 22:25

Da wäre ja die Vollnarkose mit der Komplikation. In jedem andere Krankenhaus in diesem Bundesland hätte sie eine PDA bekommen, da die speziellen Blutwerte nur un diesem Krankenhaus abgenommen werden (Uniklinik)

0

Was möchtest Du wissen?